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Abfall- und Kreislaufwirtschaft

Elektroschrott – wertvolle Rohstoffe wiederverwerten

Elektroschrott

Im Jahr 2018 fallen weltweit voraussichtlich rund 50 Millionen Tonnen Elektroschrott an, zum Beispiel Kühlschränke, Fernseher, Computer, Handys und Batterien. Im Jahr 2014 waren es etwa 42 Millionen Tonnen. In vielen Entwicklungs- und Schwellenländern wächst das Elektroschrottaufkommen besonders schnell. Gründe sind der steigende Wohlstand, die Digitalisierung, veränderte Konsumgewohnheiten und das Bevölkerungswachstum. Hinzu kommen häufig illegale Importe von Schrott aus Industrieländern.

Elektroschrott darf laut dem internationalen Basler Übereinkommen (1989) nicht in Länder exportiert werden, die keine angemessene Recycling-Infrastruktur haben. Gebrauchtgeräte dürfen jedoch exportiert werden und sind für die lokale Bevölkerung erschwinglicher als neue Geräte. Auch sie landen jedoch über kurz oder lang auf dem Abfallberg. Aus der Europäischen Union wurden 2012 geschätzt 1,5 Millionen Tonnen gebrauchte Elektrogeräte exportiert. Davon waren etwa 400.000 Tonnen Elektroschrott.

Kaum offizielle Sammel- und Recyclingsysteme

In den meisten Entwicklungs- und Schwellenländern gibt es weder offizielle Sammelsysteme für Altgeräte noch rechtliche Regelungen und entsprechende Anlagen für das Recycling und die Entsorgung. Die Sammlung und Verwertung von Elektroschrott erfolgt in diesen Ländern überwiegend im informellen Sektor durch Arbeiterinnen und Arbeiter, für die beispielsweise Kupfer und Gold aus Elektroschrott eine wichtige Einkommensquelle darstellen.

Die Rückgewinnung von Edelmetallen erfolgt allerdings häufig mit primitivsten Techniken – wie der Verbrennung unter freiem Himmel und unter Einsatz von Cyanid und Quecksilber – und mit erheblichen Gefährdungen für Menschen und Umwelt. Hier gilt es, den Ausbau lokaler Strukturen sowie die Einführung einfacher, aber effizienter und umweltverträglicher Techniken zur Rückgewinnung von Metallen zu fördern.


Deutsches Engagement

Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) setzt sich in den Partnerländern dafür ein, die negativen Folgen unkontrollierten Elektroschrottmanagements zu verringern und gleichzeitig die Beschäftigungs- und Einkommenspotenziale der Elektroschrottverwertung zu nutzen.

Durch die Weiterentwicklung von Recyclingsystemen können Ressourcen effizienter genutzt und Sekundärrohstoffe erschlossen werden. Um eine sachgerechte Sammlung und Verwertung des Elektroschrotts zu organisieren und zu finanzieren, müssen Produzenten und Importeure beteiligt und Technologiekooperationen ausgebaut werden. Gleichzeitig muss in den Industrieländern mehr gegen den illegalen Export von Elektroschrott getan werden. Das BMZ fördert den internationalen Austausch über Lösungen für das Elektroschrottmanagement.

Die deutsche Entwicklungszusammenarbeit unterstützt die Partnerländer beim Aufbau sozial- und umweltverträglicher Recyclingsysteme. Sie berät bei der Erarbeitung von Gesetzen und Verordnungen zum Abfall- und Elektroschrottmanagement und unterstützt Behörden bei ihrer Umsetzung.

Sie fördert außerdem den Dialog zwischen staatlichen und privatwirtschaftlichen Akteuren (zum Beispiel Herstellern und Importeuren sowie Sammlern und Wiederverwertern), um effektive Finanzierungs- und Managementsysteme zu etablieren. Dabei werden insbesondere informell tätige Arbeiterinnen und Arbeiter aktiv miteinbezogen. Ziel ist, ihren Lebensunterhalt zu sichern, gleichzeitig jedoch ihre Arbeitsbedingungen zu verbessern. Darüber hinaus unterstützt das BMZ den internationalen Austausch zu Lösungen für das Elektroschrottmanagement.


Lexikon der Entwicklungspolitik

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