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Hintergrund

Förderung von Unternehmens­verantwortung (Corporate Social Responsibility)


Während die Regierungen ihrerseits den Rahmen für die Tätigkeit von Unternehmen bereitstellen, sind diese ihrerseits gehalten, sich als zuverlässige und konsequente Partner am Ent­wicklungs­prozess zu beteiligen. Wir fordern die Unter­nehmen nach­drücklich auf, (…) auch die entwicklungs­bezogenen, sozialen, geschlechts­spezifischen und ökologischen Aus­wirkungen ihrer Vor­haben zu bedenken.
UN-Konferenz über Entwicklungsfinanzierung in Monterrey

Muslimin in einem Betrieb zur Herstellung von Verbandsstoffen in Algerien. Urheberrecht: Photothek.netJedes Unter­neh­men hat durch seine Geschäfts­tätigkeit Einfluss auf die Lebens- und Arbeits­bedin­gun­gen seiner Mit­arbei­terinnen und Mitarbeiter, auf Kunden, die Um­welt und das wirt­schaftliche Umfeld. Die Frage nach der Verantwortung, die daraus resultiert, ist heute ein wichtiger Aspekt der modernen Unterneh­mens­politik. Für das Thema hat sich der englische Begriff Corporate Social Responsibility (CSR) – Unter­nehmens­ver­antwortung – eingebürgert.

Corporate Social Responsibility folgt dem Leitbild der nachhaltigen Entwicklung, auf dem auch die Politik der deutschen Regierung basiert. Aus entwicklungspolitischer Perspektive kann CSR als verantwortliches unternehmerisches Handeln definiert werden, das darauf abzielt, Handlungs­spielräume im Sinne der nachhaltigen Entwicklung zu gestalten. Um gemeinsam mit der Wirtschaft diese Handlungsspielräume zu gestalten und die Lebenssituation in den Partnerländern zu verbessern, unterstützt das BMZ privatwirt­schaft­liches Engagement für nachhaltige Entwicklung. Ergänzend müssen die staatlichen Rahmenbedingungen für entwicklungsförderliches unternehmerisches Handeln gestärkt und die Voraussetzungen für die partnerschaftliche Zusammenarbeit zwischen Staat und Wirtschaft verbessert werden. Siehe dazu auch:

Häufig wird CSR als freiwilliges soziales Engagement etikettiert, das zwar sehr lobenswert und im besten Fall öffentlichkeitswirksam sei, aber eben vor allem Kosten verursache, die sich die meisten Unter­nehmen nicht leisten könnten. Dieses Verständnis hat sich jedoch in vielen Fällen als zu kurzsichtig erwiesen. CSR lohnt sich – für die Gesellschaft und für die Unternehmen, die CSR als strate­gischen Wettbewerbsvorteil sowie zur Risikominimierung nutzen.

Denn mit der zunehmenden Globalisierung der Märkte bedarf es auch einer stärker global ausgerichteten Übernahme gesellschaftlicher Verantwortung durch Unternehmen. Für Firmen ist es geschäfts­politisch sinnvoll, entlang der Wertschöpfungskette ihre Unter­neh­mens­strategie auf universellen Prinzipien und Werten aufzubauen, um ein möglichst risikofreies Umfeld für ihre Tätigkeiten zu schaffen, die Loyalität und Motivation ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu sichern und dem steigenden Bewusstsein seitens der Kunden und Investoren für die Einhaltung ethischer Grundsätze auch jenseits nationalstaatlicher Grenzen Rechnung zu tragen. Unternehmen, die sich in Entwicklungsländern engagieren, können dort zudem positive gesellschaftliche Entwicklungen anstoßen, soziale Sicherheit schaffen und Reformprozesse unterstützen.

Fast alle international agierenden Konzerne haben inzwischen ethische Grundsätze, sogenannte Codes of Conduct, formuliert, die sich auf ihre Geschäftsprozesse und ihr Engagement in Entwicklungs­ländern auswirken. Dazu hat auch der Druck von Kundinnen und Kunden sowie Nichtregierungsorganisation weltweit beigetragen.

Die Aufklärung der Verbraucherinnen und Verbraucher über Produktionsbedingungen und soziale Verhältnisse in Unternehmen gehört deshalb zu den Aufgaben der deutschen Entwicklungs­zusammen­arbeit. Darüber hinaus unterstützt das BMZ fairen Handel und verantwortungsvolles und nachhaltiges Engagement von Firmen in Entwicklungsländern beispielsweise mit Unterstützungs­pro­gram­men für öffentlich-private Entwicklungspartnerschaften wie develoPPP.de.

Das BMZ setzt sich außerdem dafür ein, menschenwürdige Arbeits­bedingungen zu etablieren. Beispiele für solche Initiativen sind der freiwillige Verhaltenskodex für die Kaffeewirtschaft, den das BMZ gemeinsam mit dem deutschen Kaffeeverband, unterstützt durch die GIZ, initiiert hat sowie der "Runde Tisch Verhaltenskodizes", der Richtlinien für das Engagement deutscher Firmen in Entwicklungsländern erarbeitet.

Das BMZ unterstützt darüber hinaus den Global Compact. Er ist eine von den Vereinten Nationen ins Leben gerufene Allianz zwischen Wirtschaft, Politik und Zivilgesellschaft zur Stärkung von Unterneh­mens­verantwortung entlang der 10 Global Compact-Prinzipien zum Thema Arbeits- und Menschenrechte, Umweltschutz und Korruptions­bekämpfung. Der Global Compact hat sich zur weltweit größten und wichtigsten Initiative in diesem Bereich entwickelt.

Weitere Informationen über die Förderung von Unter­neh­mens­verantwortung in der Entwicklungspolitik finden Sie unter:

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Lexikon der Entwicklungspolitik

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