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Deutsche Politik

Zusammenarbeit mit der Wirtschaft


Mitarbeiter eines Pharmaunternehmens im Kongo bei der Verabeitung von pflanzlichen Rohstoffen.

Bei der Durchsetzung von Umweltstandards ist die Privat­wirt­schaft ein wichtiger Partner der Politik. Das BMZ arbeitet in vielfältiger Weise mit der Wirtschaft zusammen:

  • Freiwillige Verhaltenskodizes und Wirtschaftinitiativen: Das BMZ hat zusammen mit Unternehmen, Wirtschafts­ver­bän­den, Nichtregierungs­organisationen, Gewerk­schaften und Regierungs­organisationen den Runden Tisch Ver­haltens­kodizes initiiert. Er fördert die Einführung frei­williger Ver­haltens­kodizes zur Durch­setzung von Sozial- und Umwelt­standards in deutschen Unter­nehmen mit Pro­duk­tions­stätten oder Zulieferern in Entwicklungs­ländern. Außer­dem unterstützt die Bundes­republik globale Wirt­schafts­initiativen wie den Global Compact der Vereinten Nationen. Die Dialog­platt­form fördert ein stärkeres gesell­schaft­liches Engage­ment von Unternehmen auf dem Gebiet der Menschen­rechte, der Arbeits­normen, des Umwelt­schutzes und der Korruptions­bekämpfung.

  • Öko- und Sozialstandards im Tourismus: Die Erkenntnis, dass die Natur in den meisten Fällen die wichtigste tou­ris­tische Attraktion darstellt, hat dazu geführt, dass es etliche privat­wirt­schaft­liche wie auch öffentliche Initiativen gibt, die Umwelt­management fördern und auszeichnen. Standards und Zertifizierung setzen auch im Tourismus den Rahmen für die individuellen oder auch multi­lateralen Ziel­setzungen. Allein in Europa gibt es mehrere hundert Zertifizierungs­organisationen, die vornehmlich nachhaltiges Umwelt­management überprüfen. Das BMZ unterstützt solche Maß­nahmen gezielt durch die zahlreichen Umwelt­programme in den Kooperations­ländern, die eine Tourismus­komponente aufweisen.

  • Vorbereitung von Unternehmen auf Erfüllung internationaler Umwelt­management­standards: Internationale Umwelt­management­standards sind eine Heraus­forderung für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) in Entwicklungs­ländern. Daher hat das BMZ gemeinsam mit seinen Durchführungs­institutionen eine angepasste Heran­gehens­weise für die Ziel­gruppe der KMU entwickelt. Sie kann als Vorstufe zur Zertifizierung nach inter­nationalen Standards gesehen werden und als Grundlagen eines Ressourcen­management­systems in Klein­unternehmen. Weiter­hin ist sie auf kurzfristig rentable Maßnahmen aus­ge­legt. Dieser Ansatz wurde in über 14 Ländern erfolgreich umgesetzt.

  • Exportbürgschaften: Mit Exportkreditgarantien und -bürgschaften sichert der deutsche Staat Exporte gegen wirtschaftliche und politische Risiken ab. Bei Zahlungs­unfähigkeit oder Insolvenz des ausländischen Bestellers oder bei kriegerischen Auseinander­setzungen wird der Exporteur über die Euler/Hermes-Kredit­versicherung für den größten Teil des Ausfalls entschädigt. Unter Beteiligung des BMZ hat die Organisation für wirt­schaft­liche Zusammen­arbeit und Entwicklung (OECD) sogenannte Umwelt­leit­linien verabschiedet, die die Berück­sichtigung von ökologischen, sozialen und entwicklungs­politischen Aspekten bei Export­kredit­garantien verbindlich regeln. Grundlage sind inter­nationale Standards wie die der Weltbank­gruppe. So werden bei der Entscheidung über Export­kredit­garantien alle zehn "Safeguards" der Weltbank und bei Projekt­finanzierungen auch die acht Standards der Inter­nationalen Finanz-Corporation (IFC) herangezogen.

  • Entwicklungspartnerschaften mit der Wirtschaft: Zahlreiche Entwicklungs­partner­schaften mit der Wirtschaft (PPP) haben zum Ziel, menschen­unwürdige Arbeits­bedingungen in Entwicklungs­ländern zu beseitigen. Durch Qualifizierungs- und Zertifizierungs­maßnahmen werden die Partner­unternehmen verpflichtet, nach sozialen und öko­lo­gischen Mindest­anforderungen zu arbeiten.

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Publikationen

Lexikon der Entwicklungspolitik

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