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Hintergrund

Flucht weltweit

Freundinnen vor ihrem Zelt im Flüchtlingslager für Inlandsflüchtlinge in Mopti (Mali)

Jetzt ist der Moment gekommen für einen radikalen Wandel bei den internationalen Bemühungen gegen Vertreibung. (...) Wir dürfen uns nicht länger nur um die Folgen von Vertreibung kümmern, sondern müssen uns ernsthaft bemühen, die Gründe für Vertreibung zu beseitigen.
UN-Generalsekretär Antonio Guterres zur Flüchtlingssituation weltweit

Weltweit sind mehr als 65 Millionen Menschen auf der Flucht, so viele wie seit dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr (Quelle: UNHCR Global Trends 2016, veröffentlicht am 19.6.2017). Sie fliehen vor gewaltsamen Konflikten, Menschenrechtsverletzungen oder politischer, ethnischer und religiöser Verfolgung. Hinzu kommen extreme Umwelt- und Wetterereignisse, die ebenfalls immer öfter Grund für viele Menschen sind, ihre Herkunftsländer zu verlassen. Nur ein kleiner Teil der Menschen auf der Flucht macht sich auf den Weg nach Europa. Rund 84 Prozent der Flüchtlinge bleiben in der Region und werden von Entwicklungsländern aufgenommen.

Mehr als 40 Millionen Menschen sind nach Schätzungen innerhalb ihrer Landesgrenzen auf der Flucht, sie gelten laut der Genfer Flüchtlingskonvention aber nicht als Flüchtlinge und haben somit kein Anrecht auf völkerrechtlichen Schutz. Als Binnenvertriebene (internally displaced persons, IDPs) sind sie aber genauso gefährdet und nicht selten Gewalt und Ausbeutung ausgesetzt.

Eine syrische Familie in einem Flüchtlingslager an der türkisch-syrischen Grenze bei Nizip

Insgesamt haben 22,5 Millionen Menschen bis Ende 2016 außerhalb ihres Landes Zuflucht gesucht. Von ihnen gelten 17,2 Millionen Menschen als Flüchtlinge unter dem Mandat des Flüchtlingskommissariats der Vereinten Nationen (UNHCR). Dazu kamen 2,8 Millionen Asylsuchende. Weitere 5,3 Millionen Menschen waren Ende 2016 beim Hilfswerk der Vereinten Nationen für Palästina-Flüchtlinge im Nahen Osten (UNRWA) registriert.

Ein Ende dieser dramatischen Lage ist zurzeit nicht absehbar, insbesondere die Menschen im Nahen Osten erleiden eine humanitäre Katastrophe: Der Bürgerkrieg in Syrien dauert an; dort, im Irak sowie in der gesamten Region fliehen Hunderttausende vor Bürgerkrieg und politischer Repression. Aber auch in anderen Regionen der Welt nimmt die Zahl von Menschen auf der Flucht zu: Menschen fliehen vor Gewalt und Unterdrückung in Somalia, Sudan, Südsudan, Nigeria und anderswo.




 

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Lexikon der Entwicklungspolitik

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