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Deutsches Engagement

Fluchtursachen mindern – Aufnahmeregionen stabilisieren – Flüchtlinge unterstützen

Syrische Flüchtlingskinder vor ihrer Unterkunft in der libanesischen Stadt Baalbek

Fluchtursachen bekämpfen heißt in Entwicklung investieren.
Bundesentwicklungsminister Gerd Müller

Die Aufgabe der Entwicklungszusammenarbeit ist es, Menschen in Entwicklungsländern darin zu unterstützen, ein Leben in Würde zu führen und Perspektiven für sich und ihre Kinder zu entwickeln. Leider ist dies aber Millionen von Menschen nicht möglich, weil sie vor Armut, Hunger und Not, Krieg, grenzenloser Gewalt, Menschenrechtsverletzungen, Naturkatastrophen, Ausgrenzung, politischer, ethnischer oder religiöser Diskriminierung fliehen müssen.

In solchen Not- und Krisenlagen sichert die humanitäre Hilfe der internationalen Staatengemeinschaft das Überleben der Menschen auf der Flucht. Innerhalb der Bundesregierung ist das Auswärtige Amt für diese Soforthilfe verantwortlich. Die Entwicklungszusammenarbeit hingegen hilft mittel- und langfristig. Ihr Ziel ist es, die Situation in den von Krisen betroffenen Regionen nachhaltig zu stabilisieren und die Lebensbedingungen vor Ort zu verbessern. Das BMZ stimmt sich bei dieser Arbeit eng mit dem Auswärtigen Amt ab, um die humanitäre Hilfe optimal mit den Vorhaben der langfristig wirkenden Entwicklungszusammenarbeit zu verknüpfen.

Die Bewältigung der weltweiten Flüchtlingssituation hat für die deutsche Entwicklungspolitik höchste Priorität. Das BMZ hat dafür allein 2016 mehr als drei Milliarden Euro für die Minderung von strukturellen Fluchtursachen, die Unterstützung von Menschen auf der Flucht und die Stabilisierung der Aufnahmeregionen zur Verfügung gestellt.

Regional konzentrieren das BMZ sich vor allem auf die Nachbarländer Syriens, Nord- und Westafrika, das Horn von Afrika sowie den Südsudan und die Zentralafrikanische Republik mit ihren Nachbarn. Im Fokus der Arbeit des BMZ stehen außerdem Afghanistan und Pakistan sowie der Balkan, als Herkunfts-, aber auch als Transitregion von Flüchtlingen, und die Ukraine mit ihren vielen Binnenvertriebenen.

Die deutschen Maßnahmen sind breit gefächert, hier einige Beispiele:

Sonderinitiativen

Seit Anfang 2014 hat das BMZ drei Sonderinitiativen geschaffen:

  • Fluchtursachen bekämpfen – Flüchtlinge reintegrieren
    Mit dieser Sonderinitiative sollen sowohl kurzfristig Flüchtlinge, Binnenvertriebene und aufnehmende Gemeinden unterstützt als auch langfristig entstandene, strukturelle Fluchtursachen wie Armut, Ungleichheit oder Ernährungsunsicherheit beseitigt werden. Das BMZ will Flüchtlingen und Binnenvertriebenen dabei helfen, sich neue Perspektiven für ein selbstbestimmtes Leben zu schaffen und unterstützt gleichzeitig die Aufnahmegemeinden durch Aufbau und Erhaltung von Infrastruktur und Kapazitäten.
  • Stabilisierung und Entwicklung in Nordafrika und Nahost
    Mit dieser Sonderinitiative reagiert das BMZ auf die politischen Umbrüche in der Region und unterstützt Maßnahmen, die zur Friedenssicherung, wirtschaftlichen Stabilisierung und zur Förderung der Demokratie beitragen. So werden zum Beispiel in Ägypten und Tunesien Arbeitsplätze und Ausbildungsmöglichkeiten für Jugendliche geschaffen, um ihnen Zukunftsperspektiven zu eröffnen.
  • EINEWELT ohne Hunger
    Hunger ist eine Katastrophe für alle Betroffenen und das größte Hindernis für Entwicklung in armen Ländern. Ernährungsunsicherheit und Hunger führen nicht selten zu gewaltsamen Konflikten, die ihrerseits dann Flucht und Vertreibung auslösen können. Ziel der Sonderinitiative ist es, Hunger und Mangelernährung zu beseitigen und die Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass sich die weiter wachsende Weltbevölkerung auch in Zukunft ausreichend ernähren kann. Im Rahmen der Initiative werden zum Beispiel Maßnahmen gefördert, die Beschäftigung und Einkommen im ländlichen Raum fördern, den gerechten Zugang zu Land schaffen und die natürlichen Ressourcen schützen. Ausführliche Informationen dazu finden Sie hier.

Krisenbewältigung, Wiederaufbau und Infrastruktur

Die Maßnahmen im Bereich Krisenbewältigung, Wiederaufbau und Infrastruktur werden weiter ausgebaut. Dadurch wird die Situation der Menschen in fragilen Staaten und Regionen beziehungsweise bei Krisen und Katastrophen verbessert. Weitere Informationen darüber finden Sie hier.

Um die Lage der Menschen in den Regionen zu verbessern, die besonders viele Flüchtlinge und Binnenvertriebene aufnehmen, fördert das BMZ Infrastrukturprogramme in Nahost, Nordafrika, Westafrika und der Ukraine.


Bilaterale Zusammenarbeit mit Partnerländern

Die allgemeine bilaterale Entwicklungszusammenarbeit trägt erheblich zur Minderung von Fluchtursachen und zur Unterstützung von Aufnahmeländern bei.


Arbeitsbereiche der deutschen Entwicklungszusammenarbeit im Zusammenhang von Flucht und Vertreibung

Das Engagement des BMZ umfasst vier Aktionsfelder, die sich in vielen Arbeitsbereichen überschneiden und sich gegenseitig ergänzen:




 

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Weitere Informationen

Lexikon der Entwicklungspolitik

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