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Aus der Praxis

Somalia: Unterstützung für Rückkehrer

Mit wenigen Habseligkeiten am Körper laufen zahlreiche Frauen auf einer staubigen Straße in Richtung eines Auffanglagers für Binnenvertriebene direkt neben dem Stützpunkt der Mission der Afrikanischen Union in Somalia (AMISOM) nahe der Stadt Jowhar

Bürgerkrieg, die Gewalt der Terrormiliz al-Shabaab und Hunger haben in Somalia seit den 1990er Jahren rund zwei Millionen Menschen in die Flucht getrieben. Knapp die Hälfte von ihnen hat Schutz im Ausland gesucht, 1,1 Millionen haben laut Angaben der Vereinten Nationen Zuflucht in sicheren Regionen Somalias gefunden. Dorthin kehren nun auch immer mehr somalische Flüchtlinge aus dem Ausland zurück. Im Jahr 2015 waren es mehr als 32.000.

In den Aufnahmegemeinden konkurrieren nun Ortsansässige, Vertriebene und Rückkehrer um die ohnehin knappen Ressourcen. Um konfliktfrei miteinander leben zu können, brauchen alle Bevölkerungsgruppen die Chance auf Arbeit und ausreichend Nahrung.

Das BMZ fördert ein Projekt der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) in der Stadt Kismaayo im Süden Somalias, das Perspektiven für die verschiedenen Bevölkerungsgruppen schaffen soll. In Kismaayo leben 70.000 Vertriebene und 3.000 Rückkehrer, sie stellen fast ein Drittel der Einwohner.

In Zusammenarbeit mit somalischen Partnerorganisationen bietet das Projekt allen Einwohnern Angebote zur beruflichen Fortbildung in Handwerksberufen wie Elektrik, Tischlerei oder Schneiderei. Wer ein kleines Unternehmen gründen will, erhält Startkapital, Beratung und Begleitung. Besonders gefördert werden Jugendliche und Frauen, die ihre Familien allein versorgen müssen.

Maßnahmen zur Instandsetzung der Infrastruktur in der Region, zum Beispiel Straßen, Brücken und Wasserleitungen, bieten schnell neue Verdienstmöglichkeiten für Flüchtlinge und Einheimische. Durch die gemeinsame Arbeit lernen sich die verschiedenen Bevölkerungsgruppen zudem besser kennen.

Im Rahmen des Projekts werden außerdem brachliegende Flächen wieder für die Landwirtschaft nutzbar gemacht, wodurch langfristig Arbeitsplätze und Verdienstmöglichkeiten entstehen.

Bisherige Ergebnisse (Auswahl)

  • In der Stadt Kismaayo wurden elf Brunnen instand gesetzt und 78 neue Latrinen gebaut.
  • 368 Jugendliche und Frauen nahmen an beruflichen Fortbildungen teil, 80 von ihnen erhielten Startkapital zur Gründung eines eigenen Unternehmens.
  • Acht Gemeindegruppen erhielten Eselskarren, die sie zur Müllabfuhr in Wohngebieten nutzen können.


 

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Lexikon der Entwicklungspolitik

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