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Aus der Praxis

Jordanien: Trinkwasser für alle

Einbau einer Wasseruhr an einer neuen Trinkwasserleitung in Mafraq, Jordanien

Seit Ausbruch des Bürgerkriegs sind mehr als 660.000 Syrerinnen und Syrer ins Nachbarland Jordanien geflüchtet. Das entspricht nahezu zehn Prozent der jordanischen Bevölkerung – und täglich kommen weitere Flüchtlinge hinzu. Der Zuzug so vieler Neuankömmlinge überfordert die Infrastruktur des Landes.

Ein großes Problem ist die Versorgung der Menschen mit Trinkwasser, denn Wasser ist in dem Wüstenland extrem knapp. Jordaniens Wasserressourcen wurden von jeher zu intensiv genutzt und konnten sich darum nicht mehr regenerieren. Jedes Jahr sinkt der Grundwasserspiegel um rund einen Meter.

Im Auftrag des BMZ engagiert sich die KfW Entwicklungsbank deshalb bereits seit Jahren im jordanischen Wassersektor. Damit alle Einheimischen und Flüchtlinge ausreichend mit Wasser versorgt werden können und um Konflikte zwischen den beiden Gruppen zu vermeiden, stellt die Bundesregierung seit 2012 erheblich mehr Geld für den jordanischen Wassersektor zur Verfügung. Derzeit werden von der KfW Wasserprojekte im Gesamtumfang von rund 877 Millionen Euro betreut oder vorbereitet. Sowohl kurzfristig angelegte Maßnahmen zur Linderung der Notlage in den Grenzregionen, als auch Programme zur langfristigen und nachhaltigen Verbesserung der Wasserversorgung im Land werden damit finanziert. Zum Beispiel sollen alte Tiefbrunnen repariert werden, die Städte wie Irbid, Ramtha und Mafraq versorgen. Diese Städte haben besonders viele Flüchtlinge aufgenommen – rund 1,7 Millionen Menschen sind auf diese Brunnen angewiesen.

Erste Ergebnisse (Auswahl)

  • 135.000 Menschen haben durch Maßnahmen zur Instandsetzung der Versorgungsnetze einen besseren Zugang zu Trinkwasser.
  • 800.000 Flüchtlinge und Jordanier erhalten durch den Ausbau der Aqib-Pipeline, die ein wichtiges Brunnenfeld an das jordanische Wasserversorgungsnetz anschließt, eine sichere Wasserversorgung.
  • 20 Brunnen wurden bis Ende 2014 instand gesetzt. Die zusätzlich verfügbare Wassermenge entspricht dem Wasserbedarf von rund 365.000 Einwohnern.
  • 132.000 Menschen in den Flüchtlingscamps Zaatari und Azraq werden mit sauberem Trinkwasser versorgt (50 Prozent davon durch neu erbaute Brunnen) und haben Zugang zu hygienischen Sanitäreinrichtungen.
  • 12.000 Schüler in den Aufnahmegemeinden haben verbesserte Sanitäreinrichtungen.


 

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Lexikon der Entwicklungspolitik

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