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Infektionskrankheiten bekämpfen – ein Ziel der Weltgemeinschaft

Labor zur Untersuchung von hochinfektiösen Proben zur Diagnostik von Ebola, Malaria, Dengue und anderen Tropenkrankheiten an der Universitaet von Accra in Ghana

Infektionskrankheiten werden durch Bakterien, Viren, Parasiten oder Pilze verursacht und können von Mensch zu Mensch oder auch von Tieren auf Menschen übertragen werden. In den ärmsten Ländern der Welt sterben jedes Jahr mehrere Millionen Menschen an solchen Krankheiten – zum Beispiel an Aids, Tuberkulose, Malaria, Hepatitis oder Durchfall. Die meisten dieser Todesfälle wären vermeidbar.

Die Ausbreitung von Infektionskrankheiten einzudämmen, zählt zu den globalen Entwicklungszielen, die sich die Weltgemeinschaft mit der Agenda 2030 gesetzt hat. Ziel 3.3 lautet: "Bis 2030 die Aids-, Tuberkulose- und Malariaepidemien und die vernachlässigten Tropenkrankheiten beseitigen und Hepatitis, durch Wasser übertragene Krankheiten und andere übertragbare Krankheiten bekämpfen".

In den vergangenen Jahren konnten auf dem Weg zu diesem Ziel ermutigende Erfolge erzielt werden. Um diese Fortschritte nachhaltig zu sichern und Infektionskrankheiten weiterhin wirksam zu bekämpfen, ist ein kontinuierliches Engagement der internationalen Gemeinschaft notwendig.

Die deutsche Entwicklungspolitik setzt sich dafür ein, das Menschenrecht auf Gesundheit und Wohlergehen für alle zu gewährleisten. Die Bekämpfung von HIV/Aids, Tuberkulose, Malaria, Polio und anderen übertragbaren Krankheiten zählt zu den wichtigen Zielen, die sich Deutschland gesetzt hat.


Unterstützung für den Globalen Fonds zur Bekämpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria

Um die Zusammenarbeit der verschiedenen Länder zu verbessern und die Bekämpfung von Infektionskrankheiten wirksamer zu gestalten, wurde Anfang 2002 der Globale Fonds zur Bekämpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria (Global Fund to Fight AIDS, Tuberculosis and Malaria, GFATM) gegründet.

Der Fonds ist ein wichtiges Finanzierungsinstrument in der internationalen Zusammenarbeit von Regierungen, Zivilgesellschaft und Privatwirtschaft. Im Einsatz gegen Aids, Tuberkulose und Malaria ist er heute die finanzstärkste Partnerschaft.

Mit Stand 2017 stellte der Globale Fonds weltweit Finanzmittel in Höhe von insgesamt 38 Milliarden US-Dollar zur Verfügung. Rund 11 Millionen Menschen erhielten mit seiner Unterstützung Zugang zu Medikamenten, die die Vermehrung des HI-Virus hemmen und den Ausbruch von Aids verhindern können. 17,4 Millionen Menschen wurden gegen Tuberkulose behandelt. Und um Malaria vorzubeugen, wurden mit Hilfe des Fonds etwa 795 Millionen Moskitonetze verteilt.

Deutschland ist der viertgrößte staatliche Geber des GFATM. Seit seiner Gründung hat die Bundesrepublik rund 2,5 Milliarden Euro für ihn zur Verfügung gestellt. Außerdem hat die Bundesregierung in den vergangenen Jahren wesentlich dazu beigetragen, Transparenz und Wirksamkeit der GFATM-Arbeit zu erhöhen.


Wissen vermitteln: BACKUP Gesundheit

Die Arbeit des Globalen Fonds wird von deutscher Seite zusätzlich durch das Programm "BACKUP Gesundheit" begleitet. BACKUP steht für "Building Alliances, Creating Knowledge and Updating Partners" (sinngemäß: Allianzen aufbauen, Wissen schaffen, Partner auf den neuesten Stand bringen).

Das Programm vermittelt den Partnerländern das nötige Know-how, um genehmigungsfähige Projektanträge beim Globalen Fonds zu stellen und um die bewilligten Mittel anschließend wirksam einzusetzen. Um den Austausch von Informationen und Erfahrungen zu ermöglichen, arbeitet es eng mit internationalen Organisationen sowie Behörden und zivilgesellschaftlichen Organisationen in den Kooperationsländern zusammen.

BACKUP Gesundheit hat seit 2002 mit mehr als 560 Projekten staatliche und nichtstaatliche Partnerorganisationen in etwa 90 Ländern unterstützt. Seit 2013 finanziert die Schweiz das Programm mit.


Synergien nutzen: Beratung zu Familienplanung und HIV/Aids

Verteilung von Kondomen im afrikanischen Inselstaat São Tomé und Príncipe

Zwischen den Bereichen der sexuellen Gesundheit und Familienplanung und der HIV-Bekämpfung bestehen zahlreiche Berührungspunkte.

Zum einen beruhen Beeinträchtigungen der sexuellen und reproduktiven Gesundheit und hohe HIV-Infektionsraten oft auf den selben gesellschaftlichen Ursachen – zum Beispiel auf Geschlechterungleichheiten, auf mangelndem Zugang zu Informationen, auf sexueller Gewalt oder gesellschaftlicher Ausgrenzung.

Zum anderen gibt es Maßnahmen, die beiden Bereichen dienen: So benötigen Jugendliche Zugang zu Information, Beratung und Verhütungsmitteln, um sich sowohl vor ungeplanten Schwangerschaften als auch vor HIV zu schützen. Und die Vermeidung von frühen Schwangerschaften dient sowohl der HIV-Prävention als auch der reproduktiven Gesundheit von Frauen.

Dienste der Schwangerschaftsvorsorge bieten eine gute Möglichkeit, Frauen gleichzeitig zu Fragen der Familienplanung und zu HIV zu beraten. Umgekehrt können HIV-Dienste genutzt werden, um Menschen mit Familienplanungsangeboten zu erreichen. Deutschland setzt sich in der entwicklungspolitischen Zusammenarbeit daher dafür ein, Synergien in diesen Bereichen besser zu nutzen.


Lokale Pharmaproduktion fördern

Herstellung eines Medikaments gegen Malaria in Bukavu (Demokratische Republik Kongo)

Die Bundesrepublik engagiert sich in ihren Partnerländern für die Produktion von preisgünstigen Medikamenten. So fördert Deutschland zum Beispiel in Tansania, Kenia und Uganda Maßnahmen im Bereich der lokalen Generikaproduktion. (Generika sind kostengünstige Kopien von Markenpräparaten, die die gleichen Wirkstoffe enthalten und die gleiche Wirkung entfalten.)

In der Ostafrikanischen Gemeinschaft unterstützt die Bundesrepublik die Umsetzung des regionalen Aktionsplans für die pharmazeutische Produktion. Zum Beispiel hat das BMZ die Erarbeitung eines Fahrplans zum Erreichen von WHO-Standards zur guten Herstellungspraxis unterstützt. Ebenso wurden in mehreren Partnerländern neue Instrumente für die Aus- und Weiterbildung in der pharmazeutischen Industrie entwickelt und die Zusammenarbeit mit Regulierungsbehörden wurde unterstützt.


Hindernisse

Entwicklungsprojekte zur Bekämpfung von Infektionskrankheiten stoßen immer wieder auf Hindernisse. Dazu zählen schlecht ausgebaute Gesundheitssysteme, der mangelnde Zugang der Menschen zu Gesundheitsdiensten und fehlende personelle und finanzielle Ressourcen.

In vielen Ländern mangelt es auch noch immer an politischem Willen, mehr in den Gesundheitssektor zu investieren. Auch die wichtige Beteiligung der Zivilgesellschaft beim Einsatz gegen Infektionskrankheiten scheitert in vielen Ländern. Ein weiteres Hindernis sind die ungleichen gesellschaftlichen Machtverhältnisse. Frauen sind zum Beispiel durch ihre meist schwächere soziale und wirtschaftliche Position zunehmend von Aids betroffen. Außerdem erschweren Kriege, Bürgerkriege, Flüchtlingsströme und Korruption die Entwicklungszusammenarbeit im Gesundheitsbereich.


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