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Hintergrund

HIV und Aids


Papierfiguren mit Aids-Schleifen

Das Humane Immunschwäche-Virus (HIV) ist seit mehr als 30 Jahren bekannt und hat sich auf der gesamten Welt verbreitet. Heute tragen schätzungs­weise 36,9 Millionen Menschen dieses Virus in sich. Nach einer symptom­freien Zeit (wenige Monate bis hin zu vielen Jahren) zerstören die HI-Viren das Immun­system und führen dadurch zu lebens­bedrohenden Infektionen und Tumoren. Dieses Krank­heits­bild trägt den Namen Aids (Acquired immunodeficiency syndrome, englisch für "erworbenes Immun­schwäche­syndrom") und ist bis heute nicht heilbar. Der Ausbruch der Erkrankung kann jedoch durch eine Kombinations­therapie mit verschiedenen Wirk­stoffen sehr lange hinaus­gezögert und eventuell sogar ganz verhindert werden.

Sehr viele Betroffene leben in Entwicklungs­ländern, besonders viele in den Staaten Afrikas südlich der Sahara. Dort waren 2014 etwa 25,8 Millionen Menschen mit HIV infiziert. Die Krankheit ist nicht nur eine mensch­liche, sondern auch eine gesell­schaft­liche und wirt­schaft­liche Katastrophe, die die nach­hal­tige Ent­wick­lung dieser Länder gefährdet.

Besonders von HIV und Aids betroffene Gruppen

Eine muslimische Frau informiert im Sudan über den Umgang mit Kondomen. Urheberrecht: Neil Thomas/IRINIn Ländern mit hohen Infek­tions­raten betrifft HIV die gesamte Bevölkerung. Frauen und Mädchen haben, bedingt durch bio­lo­gische sowie wirt­schaft­liche, soziale und kul­turelle Faktoren, ein besonders hohes Ansteckungs­risiko. Daher ist es wichtig, ihre spezifischen Bedürf­nisse bei der HIV-Prävention zu berück­sichtigen. Zudem haben sie stark unter den negativen Folgen der Epidemie zu leiden, da sie in der Regel die Kranken­pflege und die Versorgung von Aids-Waisen übernehmen.

Für lesbische, schwule, bi­sexuelle, trans­gender, trans- oder inter­sexuelle Personen, Mi­gran­tin­nen und Migranten, Menschen, die Drogen injizieren sowie Sex­arbeiterinnen und Sex­arbeiter ist das Risiko, sich mit HIV zu infizieren, besonders groß. Diese Gruppen sind außerdem häufig Opfer von Dis­kri­mi­nie­rung, was ihren Zugang zu Prä­ven­tions­maßnahmen und Behandlung erschwert.

Erste Erfolge

Die Eindämmung von HIV und Aids ist eine der größten He­raus­for­de­run­gen für die Ent­wick­lungs­po­li­tik. Sie ist möglich – das zeigen ermutigende erste Erfolge der inter­nationalen Bemühungen, die seit einigen Jahren zu ver­zeichnen sind.

Die Ausbreitung der Aids-Epidemie hat sich verlangsamt. So ist die Zahl der Neuinfektionen seit dem Jahr 2000 um 35 Prozent gesunken: Im Jahr 2014 infizierten sich 2 Millionen Menschen mit dem HI-Virus, 2000 waren es noch 3,1 Millionen.

In Afrika ist es innerhalb von sechs Jahren gelungen, die Zahl der Aids-Todesfälle um ein Drittel zu senken. Parallel dazu konnte die Versorgung der Infizierten und Erkrankten deutlich verbessert werden: Im vergangenen Jahrzehnt stieg die Zahl der HIV-infizierten Menschen, die durch eine Kombinationstherapie behandelt wurden, von 300.000 auf 15 Millionen (2015).

Perspektiven: Wie geht es weiter?

Eine offene Hand mit zwei halben Tabletten zur antiretroviralen Therapie einer AIDS-Patientin. Im Hintergrund eine Medikamentenpackung mit der Aufschrift "Nevirapine". Urheberrecht: Eva-Lotta Jansson/IRINDie in­ter­natio­nale Gemein­schaft hat auf der Mil­len­niums­kon­fe­renz im Jahr 2000 das Ziel fest­ge­schrie­ben, die weitere Ver­brei­tung von HIV und Aids bis zum Jahr 2015 zu stoppen und das Virus all­mählich zurück­zudrängen. Diesem in­ter­na­tio­nalen Ziel, das als Millenniums­entwicklungs­ziel (MDG) 6 definiert wurde, hat sich auch die Bun­des­re­gie­rung verpflichtet.

Solange keine Schutz­impfung möglich ist und solange eine HIV-Erkrankung nur behandelt, aber nicht geheilt werden kann, ist die Infektions­vorbeugung das wichtigste Instrument, um die Epidemie zurück­zudrängen. Neue Studien haben gezeigt, dass neben dem individuellen Schutz vor einer Infektion – zum Beispiel durch die Verwendung von Kondomen – auch die Behandlung von Infizierten mit Medikamenten, die die Virus­vermehrung ver­lang­samen, die Zahl der Neu­infektionen reduziert.

Alle entsprechenden Maßnahmen sollten in eine nationale Gesamt­strategie eingebettet sein, die neben den Präventions­maßnahmen auch die Pflege und Betreuung der an Aids Erkrankten umfasst. Die Bun­des­re­pu­blik engagiert sich gemeinsam mit ihren in­ter­na­tio­nalen Partnern intensiv für solche Strategien. Besonders wichtig ist dabei die Einbeziehung der von HIV und Aids betroffenen Personen und Gruppen in die Gestaltung und Umsetzung dieser Strategien.

HIV und Aids langfristig erfolgreich einzudämmen, wird jedoch nur gelingen, wenn sich die Lebens­situation der Menschen vor allem in den armen Ländern grund­legend ändert. Dazu gilt es, die Armut zu bekämpfen, die Men­schen­rech­te zu stärken, die Bildung der Menschen zu verbessern und die Gesundheits­systeme leistungs­fähiger zu machen.

Detailinformationen über die HIV-Epidemie: Aktuelle Situation und Trends

Lexikon der Entwicklungspolitik

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