Hauptinhalt

Arbeitsfelder

Mainstreaming der HIV-Eindämmung im subsaharischen Afrika


Verkauf von Kondomen an einem Kiosk in Bujumbura, Burundi.

Angesichts der Aus­wir­kun­gen der HIV-Epidemie auf alle Gesell­schafts­bereiche in Ländern Afrikas südlich der Sahara haben die Vereinten Nationen ihre Mitglieds­länder im Jahr 2001 zur Ein­dämmung von HIV über alle Sektoren hinweg aufgerufen.

Das Bun­des­mi­nis­te­ri­um für wirt­schaft­liche Zu­sam­men­ar­beit und Ent­wick­lung hat daraufhin verbind­liche Vorgaben für den Umgang mit Risiken der HIV-Epidemie innerhalb seiner Vorhaben der technischen und finanziellen Zusammenarbeit gemacht. In allen Entwicklungs­vorhaben in Ländern Afrikas südlich der Sahara, in denen mehr als ein Prozent der Menschen mit HIV leben, muss vorab geprüft werden, ob sich die Epidemie negativ auf das Vorhaben auswirkt und ob das Vorhaben unbeabsichtigt zur Verbreitung von HIV beiträgt. Daraufhin werden die Aktivitäten angepasst oder um HIV-spezifische Maß­nahmen erweitert. Dies sichert die Wirk­sam­keit und Nach­hal­tig­keit deutscher Entwicklungsvorhaben.

In Ländern mit einer stark ausgeprägten HIV-Epidemie führt die deutsche Ent­wick­lungs­zusam­men­ar­beit außerdem eigene HIV-Programme durch, die alle Gesell­schafts­bereiche einschließen. Dieses En­gage­ment hat dazu geführt, dass zum Beispiel im Jahr 2011 75 Prozent der deutschen Vorhaben der technischen Zu­sam­men­ar­beit in Ländern Afrikas südlich der Sahara HIV-Risiko­prüfungen durch­geführt haben. Dabei identifizierten 54 Prozent Risiken in Bezug auf die Erreichung ihrer Programm­ziele, 27 Länder führten Maßnahmen zur Minderung des HIV-Risikos durch.

So wird zum Beispiel in Grund­bildungs­vorhaben das Thema HIV in die Lehr­pläne integriert. An Instituten zur Lehrer­ausbildung werden Aufklärungs­programme und Verhaltens­regeln für Lehrer initiiert. Ziel ist, dass Schüler – und auch Lehrer – zukünftig besser in der Lage sind, sich vor einer HIV-Infektion zu schützen.

Bei der Eindämmung von HIV setzt die deutsche Ent­wick­lungs­zusam­men­ar­beit durch HIV-Arbeitsplatz­programme auch bei ihren eigenen Mit­arbeiterinnen und Mitarbeitern an. Sie erhalten Informationen über die Risiken der HIV-Über­tragung und über Möglich­keiten der Prävention. Sie erfahren außerdem, wo sie Zugang zu Behandlung und Pflege erhalten. Ein wichtiges Anliegen ist es, HIV-bedingte Stigma­tisierung und Diskriminierung am Arbeits­platz zu vermeiden.

Lexikon der Entwicklungspolitik

Fenster schließen

 

Seite teilen