Hauptinhalt

HIV und Aids

Der deutsche Beitrag zur weltweiten Eindämmung von HIV und Aids


Aidskrankes Mädchen in Tansania, rechts im Bild eine rote "AIDS-Schleife".

Deutsch­land gehört zu den Staaten, die die umfang­reichsten Mittel zur Ein­dämmung von HIV zur Verfügung stellen. Die Bun­des­re­pu­blik hat allein im Jahr 2011 knapp 700 Millionen Euro für ihr entwicklungs­politisches En­gage­ment im Gesund­heits­sektor bereit­gestellt. Einen großen Anteil daran hatten Gelder für Maßnahmen im Zusammen­hang mit der HIV-Epidemie.

Die deutschen Mittel werden in der bilateralen Ent­wick­lungs­zusam­men­ar­beit sowie über multil­aterale Or­ga­ni­sa­tio­nen und Fonds eingesetzt. Im Bereich der bilateralen Ent­wick­lungs­zusam­men­ar­beit hat die Bun­des­re­pu­blik mit 15 Ko­ope­ra­tions­ländern und zwei Regionen den Arbeits­schwer­punkt "Gesundheit, Familien­planung, HIV und Aids" vereinbart. Darüber hinaus werden in rund 20 Ländern Maß­nahmen im Bereich Gesund­heit gefördert.

Neben diesen direkten Maßnahmen gegen die Epidemie trägt aber auch ein großer Teil der anderen Programme der deutschen Ent­wick­lungs­zusam­men­ar­beit dazu bei, die HIV-Epidemie zu stoppen. Ähnlich wie der Einsatz gegen die Armut ist auch das En­gage­ment gegen HIV und Aids ein über­greifendes Ziel der deutschen Ent­wick­lungs­po­li­tik. Es wird bei allen Maßnahmen der Ent­wick­lungs­zusam­men­ar­beit berück­sichtigt. Das En­gage­ment der deutschen Regierung basiert dabei auf fünf grundlegenden Prinzipien:

  • Menschenrechte fördern, benachteiligte Gruppen einbeziehen, schützen und stärken,
  • Gesundheitssysteme stärken,
  • Prävention effizient und effektiv umsetzen,
  • Eindämmung der HIV-Epidemie als über­greifende He­raus­for­de­rung verstehen und
  • Engagement optimal verzahnen.

Die wichtigsten Ziele des deutschen Engagements sind: die Anzahl von Neu­infektionen zu reduzieren, die Gesundheitsversorgung und Therapie zu verbessern und mit HIV lebenden Menschen und ihren Familien ein würdevolles Leben zu ermöglichen. Dadurch sollen die sozialen und wirtschaftlichen Auswirkungen von HIV und Aids gemildert werden.

Deutsches Engagement auf internationaler Ebene

Bei der Eindämmung von HIV arbeitet Deutsch­land intensiv mit inter­nationalen Or­ga­ni­sa­tio­nen zusammen. Die Bun­des­re­pu­blik beteiligt sich mit erheblichen Mitteln an der Finanzierung des Globalen Fonds zur Bekämpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria (Global Fund to Fight AIDS, Tuberculosis and Malaria, GFATM).

Seit Jahren unterstützt Deutsch­land auch die Euro­päische Union und die Weltbank bei ihren Programmen gegen die HIV-Epidemie. Hinzu kommt die Zu­sam­men­ar­beit mit zahl­reichen UN-Or­ga­ni­sa­tio­nen in diesem Bereich. Zu diesen Or­ga­ni­sa­tio­nen gehören das gemein­same Programm der Vereinten Nationen zu HIV/Aids (UNAIDS), das Kinder­hilfs­werk der Vereinten Nationen (UNICEF) und der Bevölkerungs­fonds der Vereinten Nationen (UNFPA).

Koordinierung und Harmonisierung

Ein wichtiges Ziel der deutschen Ent­wick­lungs­po­li­tik ist, dass sich Geber und Kooperations­partner bei ihren Anstrengungen zur Eindämmung von HIV besser abstimmen. Die Bun­des­re­gie­rung unter­stützt die von UNAIDS entwickelte und gemeinsam mit dem GFATM und der Weltbank vorbereitete "Three Ones"-Initiative. Sie hat drei Ziel­setzungen:

  1. einen gemeinsam abgestimmten nationalen Rahmen auf dessen Basis die Aktivitäten aller beteiligten Partner koordiniert werden,
  2. eine nationale, sektor­über­greifende HIV-Koordinierungsstelle sowie
  3. ein abgestimmtes landes­weites Beobachtungs- und Auswertungs­system (Monitoring und Evaluierung).

Innerhalb der deutschen Ent­wick­lungs­zusam­men­ar­beit wird gleich­zeitig konti­nuier­lich daran gearbeitet, die verschiedenen deutschen Akteure stärker zu vernetzen, um die Wirk­sam­keit der einzelnen Maß­nahmen gegen HIV zu erhöhen.

Deutsche Programme zur Eindämmung von HIV

Die deutschen Programme zur Eindämmung von HIV in den Ent­wick­lungs­ländern kon­zen­trieren sich auf fünf wichtige Arbeitsfelder:

  • Kooperation und Koordination der verschiedenen Akteure bei der Eindämmung der Epidemie
  • Prävention
  • Stärkung der Gesundheitsversorgung und der Therapie
  • Entwicklung eines Klimas der Solidarität und Nichtdiskriminierung
  • Überprüfung und Qualitätssicherung aller Maßnahmen

Dabei wird ein Ansatz verfolgt, der die Eindämmung von HIV sektor­über­greifend verankert. Eine wichtige Grund­lage ist dabei die Beteiligung der Ziel­gruppen und der Zivil­gesellschaft. Das heißt unter anderem:

  • HIV-Maßnahmen werden in andere Entwicklungs­programme ein­ge­bun­den. Sie werden zum Beispiel mit Maßnahmen zur Förderung der sexuellen und repro­duktiven Gesundheit, zur Stärkung von Gesundheits­systemen oder zur Förderung der Blut­trans­fusions­sicherheit gekoppelt. Multilaterale und bilaterale Mittel der Ent­wick­lungs­zusam­men­ar­beit werden dabei so eingesetzt, dass sie zusammen­wirken. Das En­gage­ment des Privat­sektors im Bereich Gesundheits­förderung wird durch regionale Or­ga­ni­sa­tio­nen und Arbeits­platz­programme gefördert.
  • Geschlechterungleichheiten werden bei der Planung, Durch­führung und Evaluierung von Maßnahmen gegen HIV berücksichtigt.
  • Die sozialen Folgen von HIV und Aids werden durch Unter­stützungs­angebote für arme Haushalte und für Aids-Waisen und andere schutz­bedürftige Kinder gemindert.

Links zu den Unterkapiteln

Politischer Dialog: Kooperation und Koordination der verschiedenen Akteure

Prävention: Nachhaltige Strategien entwickeln

Gesundheitsversorgung: Stärkung der Therapie

Die Ausgrenzung beenden: Ein Klima der Solidarität schaffen

Qualitätssicherung: Die Wirksamkeit der Maßnahmen prüfen

Mainstreaming der HIV-Eindämmung im subsaharischen Afrika

Lexikon der Entwicklungspolitik

Fenster schließen

 

Seite teilen