Kooperation für nachhaltige Entwicklung

Deutschland, größter europäischer Anteilseigner der Asiatischen Entwicklungsbank (ADB), ist erstmals Gastgeber der Jahrestagung der ADB. Im Mai 2016 treffen sich die Gouverneure aller 67 Mitgliedsländer zum 49. Mal, um die zukünftige Ausrichtung asiatischer Entwicklungsfinanzierung zu bestimmen.

Ziel ist es, die Instrumente der Entwicklungsfinanzierung zu schärfen, um sowohl dem immensen Bedarf der Region als auch dem immer dringlicheren Nachhaltigkeitsgebot gerecht werden zu können.

Als Plattform unter dem Motto "Cooperating for Sustainability" soll die Jahrestagung vor allem auch Akteure aus der Privatwirtschaft und aus Wissenschaft und Zivilgesellschaft in die Debatten einbeziehen.

Neben den Gouverneurinnen und Gouverneuren der Bank werden auf der viertägigen Tagung mehr als 35 Finanzministerinnen und Finanzminister, Notenbankchefs, Entscheidungsträger der Wirtschafts- und Finanzwelt, Vertreter der Wissenschaft sowie Repräsentanten der Zivilgesellschaft erwartet.

Insgesamt nehmen mehr als 3.000 Teilnehmer aus Asien und dem Pazifikraum, Europa, Nordamerika und Deutschland teil.

Programmhighlights

Das vollständige Programm der Jahrestagung finden Sie hier (englisch).

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2.-5. Mai

Die 49. Jahrestagung der Asiatischen Entwicklungsbank:

Höhepunkte in Bildern

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Montag, 2. Mai

10:0012:30 Uhr: Eröffnung des "Host Country Day"

Congress Centrum, Harmonie D/E

Der "Tag des Gastgebers" wird von Dr. Gerd Müller, Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, Hans-Joachim Fuchtel, Vorsitzender des ADB-Gouverneursrats und Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung und Jeffrey David Sachs, Ökonom und Direktor des UN Sustainable Development Solutions Network eröffnet. Es folgt eine Podiumsdiskussion zum Thema "Die deutsche Energiewende – ein Modell für Asien?"

Anschließend um 11:45 Uhr Übergang in die "City of Sustainability"
12:00-12:30 Uhr Eröffnung der City auf dem "Marktplatz" in Halle 5.1



18:3020:30 Uhr: Empfang des Gastgeberlandes Deutschland mit Bundeskanzlerin Angela Merkel

Festhalle

Deutschland begrüßt die Tagungsteilnehmer. Stehempfang mit Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel, Bundesentwicklungsminister Dr. Gerd Müller und dem Parlamentarischen Staatssekretär und Vorsitzenden des Gouverneursrats Hans-Joachim Fuchtel. Beginn des Programms um 19:30 Uhr.


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Dienstag, 3. Mai

16:3018:00 Uhr: Festliche Eröffnung der 49. Jahrestagung der Gouverneure der Asiatischen Entwicklungsbank

Festhalle

Bei der offiziellen Eröffnung der Jahrestagung der Gouverneure sprechen Prof. Dr. Horst Köhler, Bundespräsident a.D., Takehiko Nakao, Präsident der Asiatischen Entwicklungsbank sowie Dr. Gerd Müller, Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.

18:30 Uhr: Im Anschluss bittet der Präsident der Asiatischen Entwicklungsbank zu einem Empfang ins Kongresshaus Kap Europa am Messegelände.

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Mittwoch, 4. Mai

09:00–12:00 Uhr: Erste Sitzung des Gouverneursrats

Forum und Panorama

Mit Hans-Joachim Fuchtel, Vorsitzender des ADB-Gouverneursrats und Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung

14:30-16:30 Uhr: Host Country Seminar: "Promoting Decent Work in Global Value Chains"

Spektrum

Beim Seminar des Gastgeberlandes Deutschland sprechen Thomas Silberhorn, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, Yasmin Fahimi, Staatssekretärin im Bundesministerium für Arbeit und Soziales und Gilbert Houngbo, Deputy Director General, International Labour Organization.

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Donnerstag, 5. Mai

11:00–12:00 Uhr: Zweite Sitzung des Gouverneursrats

Forum und Panorama

Mit Hans-Joachim Fuchtel, Vorsitzender des ADB-Gouverneursrats und Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung

14:30-15:30 Uhr: Abschließende Pressekonferenz der ADB

Saal Harmonie 

Mit Takehiko Nakao, Präsident der Asiatischen Entwicklungsbank

Themenschwerpunkte

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Kommunale Partnerschaften und Stadtentwicklung

Für den wirtschaftlichen Fortschritt Asiens ist die Entwicklung der Städte essentiell; knapp die Hälfte der Bewohner des Kontinents leben dort – Tendenz steigend. Der ohnehin große Wasser-, Energie- und Nahrungsmittelbedarf der Städte wird folglich weiter zunehmen und die Infrastruktur vor große Herausforderungen stellen.

Gleichzeitig birgt die Urbanisierung auch Chancen, zum Beispiel bei Maßnahmen gegen den Klimawandel: Rund 70 Prozent der klimawirksamen Treibhausgase werden in Städten freigesetzt. Aufgrund der hohen Dichte von Gebäuden, Verkehr und Industrie können Maßnahmen zur Einsparung von Treibhausgasen in Städten besonders viel Wirkung entfalten.

Die deutsche Entwicklungspolitik hat die Risiken und Chancen der Verstädterung in Asien erkannt und wird aus diesem Grund die Zusammenarbeit mit den asiatischen Partnern noch weiter intensivieren.

Das vollständige BMZ-Themenpapier finden Sie hier (PDF 251 KB).

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Berufliche Bildung

Für eine nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung werden weltweit Fachkräfte benötigt. In vielen Ländern ist die Berufsausbildung aber noch zu wenig praxisbezogen, dort wird teilweise am Bedarf der Wirtschaft "vorbeiqualifiziert". Das vermindert die Produktivität und die Wettbewerbsfähigkeit dieser Volkswirtschaften, denn nationale und internationale Unternehmen finden dort zu wenig qualifizierte Fachkräfte.

Die deutsche Entwicklungszusammenarbeit engagiert sich gezielt für die Überwindung dieses Problems. Sie unterstützt ihre Kooperationsländer in Asien bei der Aus- und Weiterbildung von Fachkräften und hilft dabei, das Berufsbildungssystem arbeitsmarktorientiert aufzustellen. So erhalten die Unternehmen qualifiziertes Personal und die Beschäftigten verbessern ihre Chancen am Arbeitsmarkt und können mehr Einkommen für ein menschenwürdiges Leben erzielen.

Das vollständige BMZ-Themenpapier finden Sie hier (PDF 137 KB).

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Nachhaltige Liefer- und Produktionsketten

Die Globalisierung hat zu komplexen Liefer- und Handelsketten geführt, weltweit sind mehr als 450 Millionen Menschen darin eingebunden. Vor allem arbeitsintensive Produktionsschritte werden häufig in asiatische Länder verlagert. Diese globale Arbeitsteilung bietet große Chancen für Entwicklungs- und Schwellenländern, beispielsweise durch positive Beschäftigungs- und Einkommenseffekte. In vielen Produktionsländern bestehen allerdings noch Probleme bei der Einhaltung von Umwelt-, Sozial- und Sicherheitsstandards.

Das BMZ setzt sich intensiv für die Verbesserung dieser Situation ein und engagiert sich international für Nachhaltigkeit in Lieferketten – das Thema gehörte zum Beispiel zu den entwicklungspolitischen Schwerpunktthemen der deutschen G7-Präsidentschaft im Jahr 2015.

In Zusammenarbeit mit seinen Partnerländern fördert das BMZ gezielt die Einführung von Umwelt- und Sozialstandards vor Ort. Und um die Nachhaltigkeitsstandards bestimmter Wirtschaftssektoren flächendeckend zu verankern, fördert das BMZ Initiativen wie das Bündnis für nachhaltige Textilien, das sich für die Verbesserung der Produktionsbedingungen entlang der gesamten Textil-Lieferkette einsetzt.

Das vollständige BMZ-Themenpapier finden Sie hier (PDF 139 KB).

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Erneuerbare Energien, Energieeffizienz, Klimaschutz

Die Region Asien-Pazifik ist von den Folgen des Klimawandels besonders stark betroffen. In keinem Teil der Welt kommt es schon heute zu so vielen zerstörerischen Naturereignisse wie dort.

Die deutsche Entwicklungszusammenarbeit begleitet die asiatische Wirtschaft auf ihrem Weg zu mehr Nachhaltigkeit und Umweltschutz. Besonders die deutschen Erfahrungen im Bereich erneuerbare Energien und Energieeffizienz sowie technologisches Know-how sind in Asien gefragt. Durch Beratung, Technologietransfer und Modellvorhaben unterstützt Deutschland seine Partnerländer dabei, ihre Treibhausgasemissionen zu verringern. Auch die stärkere Nutzung erneuerbarer Energiequellen wird gefördert.

Ein besonderer Schwerpunkt der deutschen Entwicklungszusammenarbeit liegt auf der Finanzierung von Vorhaben für Klimaschutz und Anpassung an den Klimawandel. Mit jährlichen Zusagen in Höhe von rund 2,3 Milliarden Euro hat sich die deutsche Klimafinanzierung aus Haushaltsmitteln in den vergangenen zehn Jahren mehr als verfünffacht.

Das vollständige BMZ-Themenpapier finden Sie hier (PDF 118 KB).

Was tun wir konkret?

Zum Beispiel: Green Corridors in Indien

In Indien, einer der aufstrebenden Volkswirtschaften der Welt, lebt rund ein Viertel der Bevölkerung – etwa 300 Millionen Menschen – ohne Strom. Deutschland unterstützt Indien beim Ausbau von erneuerbaren Energien und der Anbindung an das Stromnetz mit zinsverbilligten Darlehen von bis zu einer Milliarde Euro. Der indische Staat beteiligt sich mit rund vier Milliarden Euro. Mit Hilfe dieser Mittel werden Investitionen unter anderem in Stromtrassen, Umspannstationen und Übertragungsleitungen getätigt – die sogenannten "Green Energy Corridors". So wird es möglich, den aus erneuerbaren Energien gewonnene Strom in das öffentliche Netz einzuspeisen. Ziel ist es, den Anteil erneuerbarer Energien in Indien bis 2020 von derzeit 12 Prozent auf 15 Prozent zu erhöhen.

Solarthermisches Kraftwerk in Indien
Eine Schneiderin in einer Textilfabrik in Bangladesch

Zum Beispiel: SAVE-Projekt für mehr Effizienz bei Zulieferern

SAVE ist eine Partnerschaft des Sportartikelherstellers PUMA mit der Deutschen Entwicklungs- und Investitionsgesellschaft (DEG). Das Projekt lief von 2013 bis 2015 und hat dazu beigetragen, in den Produktionsstätten von großen asiatischen Zulieferbetrieben für PUMA und H&M umweltfreundlichere und energieeffizientere Produktionsweisen einzuführen. SAVE arbeitete mit Produzenten in Bangladesch, Kambodscha, China und Indonesien zusammen, um den Energie- und Wasserverbrauch zu senken, Abfall zu vermeiden und Treibhausgasemissionen zu reduzieren. Insgesamt konnten durch SAVE 321 Verbesserungsmöglichkeiten identifiziert werden, mehr als zwei Drittel davon mit einer Amortisationszeit von durchschnittlich nur zwei Jahren und einem Einsparpotenzial, das bei mehr als fünf Millionen US-Dollar liegt.

Auch nach Ablauf des Programmes unterstützt PUMA die am SAVE-Projekt teilnehmenden Zulieferer bei der Umsetzung der Einsparungsmaßnahmen und fördert die Weitergabe ihres Wissens an andere Firmen – zum Beispiel durch Schulungen und technische Unterstützung.

Themenwoche Asien in den sozialen Medien des BMZ

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Pflanzen von Bäumen
Ein Mann beim Gießen von Setzlingen