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Mikrofinanzierung


Viele Menschen in Entwicklungsländern haben keinen Zu­gang zu be­darfs­ge­rechten Finanz­dienst­leistungen. Sie er­hal­ten keine Bank­kre­dite, weil sie ent­weder nicht über die not­wen­digen Sicher­heiten ver­fügen oder nicht im Ein­zugs­bereich einer Bank leben. Viele Kunden sind zudem für Ban­ken nicht in­te­res­sant, weil sie nur kleine Sum­men brauchen. Mikro­fi­nan­zie­rung kann diese Ver­sor­gungs­lücke schließen. Ent­sprechende Finanz­systeme wer­den oft von In­te­res­sens­gruppen auf­ge­baut, zum Bei­spiel von Frauen­ini­tia­tiven, die ge­mein­sam er­wirt­schaftetes Geld an andere Frauen verleihen.

Mikrofinanzdienstleistungen müssen langfristig professionell und ver­ant­wor­tungs­voll um­ge­setzt wer­den, um ne­ga­tive Wir­kungen wie Mehr­fach­kredit­auf­nahmen und Über­schul­dung zu ver­mei­den. Damit sich Mikro­kredit­nehmer nicht über­schul­den, achtet das BMZ auf die Ein­hal­tung strenger Kri­te­rien. Alle von Deutsch­land ge­för­derten Mikro­finanz­insti­tutionen ver­pflichten sich, Prin­zi­pien ver­ant­wor­tungs­voller Kre­dit­vergabe umzusetzen.

Neben der Vergabe von Krediten umfasst Mikro­fi­nan­zie­rung eine breite Pa­lette von weiteren Finanz­dienst­leistungen. Dazu ge­hö­ren zum Bei­spiel auch Spar­konten und Ver­sicherungen. Mikro­ver­sicherungs­systeme er­mög­lichen Menschen mit nied­rigem oder un­regel­mäßigem Ein­kom­men, mit ge­ringen Bei­trägen Ver­sich­e­run­gen ab­zu­schließen, die auf ihre spezi­fischen Be­dürf­nisse zu­ge­schnit­ten sind. Wichtig ist dabei, dass die Ziel­gruppen mit Ver­sicherungs­prin­zi­pien ver­traut ge­macht und Ver­siche­rungs­produkte mög­lichst ein­fach und ver­ständ­lich ge­hal­ten wer­den. Zudem müs­sen solche Systeme fi­nan­ziell trag­fähig sein.

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