24.03.2010:
Welt-Tuberkulose-Tag
Am 24. März 1882 veröffentlichte Robert Koch in Berlin seine Erkenntnisse zur Tuberkulose-Erkrankung. Er erstaunte Öffentlichkeit und Fachwelt gleichermaßen, indem er den bis dahin unbekannten Erreger "Mycobacterium tuberculosis" als Ursache ausmachte. Für diese Entdeckung erhielt der deutsche Wissenschaftler 1905 den Nobelpreis in Physiologie.
Auch nach über 125 Jahren jedoch ist die Tuberkulose, früher auch als "Morbus Koch" bezeichnet, immer noch weit verbreitet. Sie führt die Liste der tödlichen Infektionskrankheiten an, nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) starben 2004 rund 1,7 Millionen Menschen an Tuberkulose. 95 Prozent der Erkrankten leben in Entwicklungsländern. Der Globale Fonds zur Bekämpfung von AIDS, Tuberkulose und Malaria (GFATM) schätzt, dass etwa ein Drittel der Weltbevölkerung mit dem Erreger infiziert ist.
Zwar heilt die Krankheit bei guter Immunabwehr meist ohne Behandlung aus. Aber in Kombination mit anderen Erkrankungen, zum Beispiel AIDS, ist der Verlauf oft tödlich. Nach Angaben der WHO ist etwa ein Drittel der mit dem menschlichen Immunschwäche-Virus (HIV) infizierten Menschen auch an Tuberkulose erkrankt. Die Erkrankung ist die häufigste Todesursache von AIDS-Kranken – die Bekämpfung der Tuberkulose kann daher nur gemeinsam mit der Bekämpfung von HIV/AIDS erfolgreich sein.
Das Bundesentwicklungsministerium fördert die weltweite Bekämpfung von AIDS und Tuberkulose auf vielfache Weise, zum Beispiel durch die Stärkung von Gesundheitssystemen oder die Förderung von Präventionsmaßnahmen in Entwicklungsländern. Vor allem in Afrika und Asien müssen die Menschen schnell und nachhaltig in ihrem Kampf gegen Tuberkulose unterstützt werden.
Informationen
Siehe auch
- Stichwort: Tuberkulose
- Millenniumsentwicklungsziel 6: Bekämpfung von HIV/AIDS, Malaria und anderen schweren Krankheiten


