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Juni

"Lösungen, die wirken"


Rede des Staatssekretärs Dr. Friedrich Kitschelt bei der Vorstellung der Jahresbilanz 2014 der Deutschen Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ) am 30. Juni 2015

Es gilt das gesprochene Wort!

Sehr geehrte Damen und Herren,

als Aufsichtsratsvorsitzender und als Vertreter der Eigentümerin Bund und des BMZ, und damit des mit großem Abstand größten Auftraggebers der GIZ, freut es mich ganz besonders, zusammen mit Ihnen, liebe Frau Gönner, die Ergebnisse des Geschäftsjahres 2014 vorstellen zu können.

Ganz besonders freut mich, und zwar mit meinen beiden "Hüten" – dem Aufsichtsratsvorsitz, aber auch als Staatssekretär des BMZ –, dass die GIZ mit einem Geschäftsvolumen von etwas über 2 Milliarden Euro – Frau Gönner wird bestimmt nachher die genauen Zahlen nennen – mit Vorhaben in rund 130 Ländern der Welt und über 16.400 Arbeitsplätzen allein im Unternehmen selbst, viele Millionen Menschen weltweit erreicht und eines der erfolgreichsten Geschäftsjahre in ihrer gesamten Unternehmensentwicklung, wenn nicht gar das erfolgreichste überhaupt, hingelegt hat.

"Lösungen, die wirken" – die brauchen wir gerade und ganz besonders in einer Zeit wie heute.
Die internationale Gemeinschaft steht vor gewaltigen globalen Herausforderungen – die Überwindung von absoluter Armut und Hunger, Krieg, Flucht und Vertreibung, die Bewältigung von Ebola aber auch von Umweltzerstörung und Klimawandel.

2015 ist ein, wenn Sie wollen, globales "Schicksalsjahr", ich könnte auch sagen: Chancenjahr für Entwicklung, sprich: das Jahr und die Chance, auf verschiedenen Ebenen substanzielle weltweite Weichenstellungen für eine nachhaltige Entwicklung vorzunehmen.

Die anstehenden internationalen Verhandlungsprozesse zur Entwicklungsfinanzierung, die Post-2015-Agenda – wir sprechen hier lieber vom Abschluss eines "Weltzukunftsvertrag" im September in New York –, die Klimaverhandlungen in Paris, ebenso wie die derzeitige deutsche G7-Präsidentschaft, all diese Prozesse werden wesentlich vorzeichnen, wie die Welt von morgen, in der wir und unsere Nachkommen leben werden, aussehen wird.

Sie sind einmalige Chancen, dass sich die internationale Gemeinschaft zu neuen, gemeinsamen Zielen aufmacht. Und es geht um nichts weniger als die gerade von mir genannten Überlebensfragen der Menschheit.

Im Rahmen unseres G7-Gipfels in Elmau, und ich sage mit gewissem Stolz, ein echter "Entwicklungsgipfel", vielleicht der erste dieser Qualität, am 7./8. Juni wurden entwicklungspolitische Schlüsselbereiche breit in den Mittelpunkt gestellt und entsprechende Vereinbarungen in der Abschlusserklärung festgehalten – sei es die Zusage der G7, 500 Millionen Menschen aus dem Hunger und der Unterernährung zu holen, sei es die Vereinbarung zur Verankerung sozialer und ökologischer Mindeststandards in Lieferketten in den G7-Ökonomien, oder seien es unsere zusätzlichen Klimabeschlüsse von Elmau, vom 2-Grad-Ziel bis hin zu Klimarisikoversicherungen für 400 Millonen Menschen, seien es unsere Beschlüsse zur wirtschaftlichen Stärkung von Frauen und zur Weltgesundheit oder zur Mobilisierung von privatem Kapital für Klimainvestitionen und Nachhaltigkeit.

All dies sind große Erfolge einer auf Nachhaltigkeit, Zukunftsverantwortung und globaler Partnerschaft setzenden – und gründenden – Entwicklungspolitik in dieser Legislatur, und all' dies sind wichtige Impulse für die weiteren internationalen Verhandlungsrunden im entwicklungspolitisch so bedeutenden Jahr 2015.

Und all dies, eine solche Entwicklungspolitik "made in Germany" geht nur, ganz besonders wenn es jetzt an die Umsetzung geht, mit starken, leistungsfähigen Durchführern – wenn es an die technische Zusammenarbeit, die Beratung von Regierungen und Institutionen, die Ausbildung von Fachkräften, den Aufbau von nachhaltigen Strukturen und vieles anderes mehr geht. Allen voran mit, durch und über die GIZ, die unsere Entwicklungspolitik in eben diesem Sinne einer EZ "made in and with Germany" umsetzt, und zwar in ganz besonderer Partnerschaft und globalen Verantwortung.

Das herausragende Jahresergebnis der GIZ spricht für sich. Dahinter stehen aber Tausende von hochmotivierten und hochqualifizierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, ein vielfaches mehr an Projektpartnern im Feld, in den Institutionen, mit denen wir zusammenarbeiten, und in unseren Partnerregierungen in der Welt.

Sie alle führen unsere Entwicklungspolitik durch gute, durch wirksame, partnerschaftliche, effiziente Umsetzung zum Erfolg.

Und dafür möchte ich mich heute bei all' diesen Menschen, genauso natürlich bei den Kolleginnen und Kollegen des Managements der GIZ, und wahrlich nicht zuletzt, liebe Tania Gönner, auch bei den Kolleginnen und Kollegen des Vorstands der GIZ sehr herzlich bedanken.

Sie alle sorgen dafür, dass aus guter Entwicklungspolitik durch gute Umsetzung gute Entwicklungschancen für unsere Partner in der Welt werden – und dass damit deutsche Steuermittel (denn nichts, oder besser: kaum etwas anderes setzt die GIZ um) gut investiert sind.

Wirksamkeit, Effizienz, Wirtschaftlichkeit, Partnerorientierung, Nachhaltigkeit. Dies sind die Markenzeichen der deutschen Entwicklungspolitik weltweit, und dies sind die Markenzeichen der GIZ bei der Auswahl, der Konzipierung und der Durchführung der Vorhaben.

Ministerium und GIZ arbeiten daher kontinuierlich an unseren Instrumenten und Verfahren, um die Wirkungen unserer EZ-Vorhaben mit Blick auf die mit den Partnern vereinbarten Ziele in allen Phasen noch besser entfalten zu können.

Ob im Klima- und Energiebereich, ob in der beruflichen Bildung, der ländlichen Entwicklung, der Wasserversorgung oder bei der guten Regierungsführung: Deutschlands technisches Know-how und politisches Fingerspitzengefühl erfährt international hohes Ansehen.

Partner schätzen unsere deutsche Entwicklungspolitik, weil wir uns mit starker GIZ-Präsenz vor Ort langfristig engagieren, mit strukturbildenden, nachhaltigen Mehrebenen-Ansätzen und einem unverwechselbaren, partnerorientierten und innovativen Leistungsangebot und vielseitigem Instrumentarium.

Partner und Auftraggeber verbinden mit der "GIZ" deshalb zu Recht und aus eigener Erfahrung ein breites, ein hochwertiges Leistungsangebot und Instrumentenspektrum – eben eine Entwicklungspolitik "made in" und "made with" Germany.

Und wir haben noch viel vor, mit dieser starken, gut aufgestellten GIZ in der Welt: Morgen wird das Bundeskabinett den Regierungsentwurf des Haushaltes 2016 beschließen. Wenn es so kommt, wie bereits im Eckwertebeschluss der Bundesregierung für das kommende Jahr im Februar beschlossen, dann werden Sie einen Aufwuchs der Mittel für Entwicklungspolitik sehen, wie es ihn in mehr als 50 Jahren deutscher Entwicklungspolitik noch nie gegeben hat.

Das ist für uns ein großes Lob unserer Arbeit, und das ist für die GIZ eine hohe Auszeichnung ihrer exzellenten Umsetzung.

Und es ist zugleich Ansporn für die Zukunft.

Wir werden mit der SDG-Konferenz in New York die deutsche Entwicklungspolitik nachhaltig auf die Umsetzung der neuen nachhaltigen Entwicklungsziele ausrichten, in jedem Länderprogramm, in jedem Instrument unserer Zusammenarbeit.

Als jemand, der 1983 als Auslandsmitarbeiter der damaligen GTZ begonnen hat, weiß ich: die GIZ ist dafür hervorragend, sie ist weltweit einzigartig dafür aufgestellt.

Wir als Bundesregierung, als Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, wir wissen das auch heute, angesichts der vielen Krisen in der Welt vielleicht heute ganz besonders zu schätzen.

Diese GIZ ist eben auch, durch und durch, eine ganz besondere Entwicklungsorganisation "made in Germany".

Lexikon der Entwicklungspolitik

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