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Juni

60 Jahre EIRENE


Rede des Parlamentarischen Staatssekretärs Thomas Silberhorn in der Jugendakademie Walberberg bei Bonn am 2. Juni 2017

Es gilt das gesprochene Wort!

Sehr geehrte Damen und Herren,

"Das Gegenteil von Krieg ist nicht Friede, sondern Friedensdienst", so zitieren Sie den Rechtshistoriker Eugen Rosenstock-Huessy in Ihrem Grundsatzprogramm. 60 Jahre EIRENE bedeutet 60 Jahre mutiger und unermüdlicher Einsatz gegen strukturelle Gewalt. Mit Ihrem Dienst für Gerechtigkeit, Menschenrechte, Versöhnung und Nachhaltigkeit leisten Sie kontinuierlich und weltweit entscheidende Beiträge für gewaltfreie Gesellschaften!

Von Beginn an waren Sie in Afrika aktiv. Sie gehören zu den Pionieren, die den Zustand der Welt bereits vor 60 Jahren hinterfragten. Wie etwa den Einfluss der globalen ökologischen, ökonomischen und politischen Zusammenhänge auf die lokalen Herausforderungen in unseren Partnerländern.

Seit 1971 sind Sie Trägerin des Entwicklungsdienstes. Zahlreiche EIRENE-Entwicklungshelfer haben sich auch Dank Ihnen lange vor den 17 Nachhaltigkeitszielen der Agenda 2030 der Vereinten Nationen für nachhaltige Entwicklung in unseren Partnerländern eingesetzt.

Sie setzen sich seitdem gegen die Zerstörung von Lebensgrundlagen und für das Konzept eines Wirtschaftens für das Leben statt eines Lebens allein für die Wirtschaft ein. Entwicklung, Bewahrung der Schöpfung und Frieden sind für Sie untrennbar miteinander verbunden. Und das leben Sie in Ihrem Alltag und in all Ihren Projekten und Programmen.

Den Kriegen dieser Welt begegneten Sie mit Aktion statt Erstarrung. Sie beteiligten sich etwa 1995 an der Kampagne zur Ächtung von Landminen, die 1997 mit Friedensnobelpreis ausgezeichnet wurde. Und Sie sind fast von Beginn an Trägerin des Zivilen Friedensdienstes (ZFD) – einem unserer wichtigsten Instrumente für Konfliktprävention.

Heute senden wir über den ZFD rund 300 Friedensfachkräfte in 43 Länder. In Mali etwa fördern Friedensfachkräfte der EIRENE und lokale Journalistinnen und Journalisten eine konfliktsensible Medienberichterstattung. Insgesamt stimmen wir mit Ihnen darin überein, dass die Bekämpfung struktureller Ursachen entscheidend ist und dass Krisenprävention Vorrang vor Krisenreaktion hat. Deshalb setzen wir in diesem Jahr rund 1,8 Milliarden Euro für friedensfördernde und konfliktpräventive Maßnahmen ein.

Darüber hinaus leisten Sie seit 10 Jahren einen entscheidenden Beitrag zum Erfolg des weltwärts-Programms. Allein in diesem Jahr entsenden Sie 295 weltwärts-Freiwillige. In Marokko zum Beispiel unterstützen diese Freiwilligen Frauen, die aus umliegenden Ländern geflüchtet sind, bei Vermarktung ihres Mode-Labels "Migrants du Monde". Das kleine Atelier in Rabat ermöglicht diesen oft besonders benachteiligten Frauen, Einkommen zu erwirtschaften.

Seit zwei Jahren unterstützen Sie außerdem unsere neu geschaffene Süd-Nord-Komponente des weltwärts-Freiwilligendienstes in Deutschland. Zehn EIRENE-Freiwillige aus weltwärts-Partnerorganisationen in Bosnien-Herzegowina, Nicaragua und Uganda haben erstmals daran teilgenommen.

Ein oft Ghandhi zugeschriebenes Zitat lautet "Wir müssen der Wandel sein, den wir in der Welt sehen wollen." Sie leben dies mit vollem Einsatz!

Meine höchste Anerkennung gilt daher den vielen Freiwilligen, den hauptamtlich und ehrenamtlich Engagierten, die sich seit sechzig Jahren über EIRENE und Ihre Partnerorganisationen in Afrika, Nord- und Lateinamerika, West- und Südosteuropa für Gerechtigkeit und Frieden eingesetzt haben. Allein über 3.000 Friedens- und Entwicklungsdienstler haben sich über EIRENE engagiert – für Straßenkinder, Flüchtlinge und andere Überlebende von Gewalt und Willkür!

Ihr Mut und Ihr Handeln sind Ansporn und Grund dafür, dass eine friedlichere Welt möglich wird. Ich wünsche uns, dass der Frieden in der Welt mit dieser Rose "EIRENE" weiter aufblühen möge!

Lexikon der Entwicklungspolitik

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