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Mai

Rede von Dr. Maria Flachsbarth bei der Eröffnung des 3. Global Festival of Action für nachhaltige Entwicklung


am 2. Mai 2019 in Bonn

Es gilt das gesprochene Wort!

Sehr geehrte Damen und Herren,

wir leben in turbulenten Zeiten. Weltweit gerät der Multilateralismus unter Druck. Staaten ziehen sich aus Verträgen zurück und missachten festgelegte Regeln. Populisten und Autokraten erschweren die Verständigung auf neue internationale Normen wie zum Beispiel beim UN-Flüchtlings- und UN-Migrationspakt. Nationale Alleingänge verhindern, dass wir gemeinsam Lösungen entwickeln für die komplexen Menschheitsherausforderungen: die Klima- und Umweltkrisen, die globalen Migrationsbewegungen, Krieg und Gewalt, die anhaltende Armut und die steigenden Hungerzahlen.

Umso wertvoller ist die Agenda 2030! Denn dass über 190 Staaten – Industrie-, Schwellen- und Entwicklungsländer mit unterschiedlichsten Interessen – sich auf diese weitreichende Agenda verständigen konnten, bleibt ein großer Gewinn. Sie ist die große Verpflichtung unserer Generation gegenüber unseren Kindern und Kindeskindern: eine lebenswerte Erde hinterlassen, für alle.

Umso schwieriger ist es aber auch, in diesen Zeiten praktische Politik aus den Zielen der Agenda zu formen. Die Daten zeigen: Wir sind nicht auf dem richtigen Weg, um die Sustainable Development Goals (SDGs) bis 2030 zu erreichen. Es muss deutlich mehr getan werden. Über traditionelle Grenzen und Sektoren hinweg, mit allen möglichen Akteuren – unter anderem der Zivilgesellschaft, den Unternehmen, der Wissenschaft und Co.

Und umso wichtiger ist schließlich auch die SDG Action Campaign – eine einzigartige Mobilisierungs-Initiative! Ich freue mich, für das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung Teil des diesjährigen Global Festival of Action zu sein.

Wir sind sehr stolz darauf, dass die Vereinten Nationen und die SDG Action Campaign hier in Bonn ein Zuhause gefunden haben und wir sie bei ihren Aufgaben unterstützen können. Danke an das  Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP), Frau Ponti und ihr Team für die Organisation dieser großartigen Veranstaltung. Schön, viele bekannte Gesichter zu sehen! Und zugleich freue ich mich über alle, die zum ersten Mal hier sind. Herzlich willkommen in der SDG-Familie!

Leider sind die SDGs und die Agenda 2030 noch immer zu unbekannt, zu komplex, zu überladen. Allein in Deutschland kennen sie lediglich zehn Prozent der Menschen. Wie soll man etwas umsetzen helfen, was man gar nicht kennt? Gerade hier ist die SDG Action Campaign unverzichtbar, die SDGs bekannter zu machen.

Die Schülerproteste der letzten Monate haben gezeigt, dass junge Leute dazu bereit sind, für einen fundamentalen Wandel auf die Straße zu gehen. Gerade ihnen sollten die 17 Ziele bekannter sein – sie sind schließlich ein konkreter Fahrplan für den weltweiten Wandel zu mehr Nachhaltigkeit. In diesem Sinne freue ich mich sehr über die vielen jungen Teilnehmenden hier beim Festival. Mit Ihren innovativen Ansätzen und frischen Ideen haben Sie eine Schlüsselrolle. Weiter so!

Ich meine: Wir brauchen eine klare Kommunikation darüber, was wir mit unserem Handeln bewirken. Zum Beispiel wird unsere Kleidung immer noch unter oft schlechten Bedingungen hergestellt – bei 16- Stunden-Arbeitstagen oder Löhnen, die oft nicht zum Leben ausreichen. In unserer Schokolade oder dem Kaffee steckt noch immer ausbeuterische Kinderarbeit.

Aber es gibt auch Vieles, was wir dagegen tun können. Sie alle hier sind wichtige Multiplikatoren für die Umsetzung der Agenda 2030. Reden Sie mit der Familie, Freunden, bei der Arbeit über die Agenda 2030, informieren Sie sie über Möglichkeiten der Verhaltensänderung! Ich freue mich auf drei hochinteressante Festivaltage und wünsche Ihnen allen viel Spaß. Vielen Dank!

Lexikon der Entwicklungspolitik

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