Hauptinhalt

März

Africa meets Business


Rede von Bundesminister Müller beim Arbeitskreis Afrika der CDU/CSU-Bundestagsfraktion

am 15. März 2016 bei der Deutschen Parlamentarischen Gesellschaft in Berlin

 Es gilt das gesprochene Wort!

Sehr geehrte Herr Abgeordneter Lämmel,
Exzellenzen,
liebe Kolleginnen und Kollegen aus dem Bundestag,
meine Damen und Herren,

besonderen Glanz bringt der togoische Außenminister, der heute hier ist und an unserer Veranstaltung teilnimmt.

Afrika ist der Kontinent der Zukunft. Der Kontinent ist 100-mal so groß wie Deutschland, besteht aus 54 Ländern, mehr als 2.000 Sprachen und Ethnien. Togo ist ein Aufsteigerland auf diesem Kontinent und ein gutes Beispiel für die Chancen, die von Afrika ausgehen.

Die Potenziale auf diesem Kontinent sind riesig, aber die Herausforderungen auch. Die Wirtschaftsleistung auf dem Kontinent hat sich verdreifacht. Und es gibt ermutigende Signale für die Zukunft. Zum Beispiel in Marokko, wo ich gerade das größte Solarkraftwerk der Welt eingeweiht habe. Viele Länder Afrikas sind uns sogar voraus!

Aber bis 2050 werden in Afrika doppelt so viele Menschen leben wie jetzt: 2,4 Milliarden, 60 Prozent der jungen Leute haben keine Arbeit. Krisen und Gewalt haben allein in Afrika 15 Millionen Menschen in die Flucht getrieben – davon leben 12 Millionen immer noch auf dem afrikanischen Kontinent.

Für uns heißt das: wir müssen nicht weniger tun, sondern mehr!

Um die Potenziale in Afrika zu heben, braucht es mehr private Investitionen. Wir brauchen Innovationen, Impulse. Und dabei sind auch deutsche Unternehmen gefragt. Noch ist die deutsche Wirtschaft in Afrika zu wenig engagiert.

Aber gute wirtschaftliche Entwicklung braucht gute Rahmenbedingungen. Unternehmen wollen Rechtssicherheit und funktionierende Verwaltungen. Und die afrikanischen Regierungen müssen der Korruption den Kampf ansagen.

Aber es braucht auch Investitionen in Menschen, und vor allem in die Jugend. Denn Bildung ist der Schlüssel für nachhaltiges Wirtschaftswachstum. Und Unternehmen brauchen gut ausgebildete Arbeitskräfte. Deshalb ist es so wichtig, Bildung und Ausbildung, insbesondere für junge Menschen in Afrika, zu fördern.

Ich war gerade in Algerien und habe an der Panafrikanischen Universität ein Institut für Wasser, Energie und Klimawandel besucht. 74 junge Wissenschaftler aus 17 Ländern studieren schon dort und vernetzen sich mit Wissenschaftlern aus ganz Afrika. Das Ziel: ein Exzellenzzentrum für talentierte Nachwuchskräfte schaffen, um globale Herausforderungen zu lösen.

Denn wir wollen Anreize schaffen für Investitionen in Afrika. Mehr Länder kommen jetzt für Hermes-Bürgschaften in Frage. Und wir arbeiten weiter an einer besseren Risikoteilung zwischen öffentlicher Hand und Privatsektor. Hermes sollte es nicht nur für den Handel geben, sondern auch für Investitionen, und auch für mittelständische Unternehmen. Denn diese Investitionen können helfen, die Wertschöpfung vor Ort zu stärken.

Wir im BMZ denken auch darüber nach, ob steuerliche Anreize helfen können, Investitionen in weniger entwickelte Länder attraktiver zu machen.

Wir wollen Entwicklung und Unternehmen noch mehr als bisher zusammenbringen. Darum geht im April die neue "Agentur für Wirtschaft und Entwicklung" an den Start: Mit mehr Service, mehr Personal, direkt im Berliner Haus der Verbände!

Zum Schluss möchte ich unseren ehemaligen Bundespräsidenten Horst Köhler zitieren: "Afrikas Erfolg bietet gerade Europa große Chancen, Afrikas Scheitern birgt ungeahnte Risiken, gerade für uns."

Lassen Sie uns diese Chancen nutzen!

Lexikon der Entwicklungspolitik

Fenster schließen

 

Seite teilen