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September

Rede von Bundesentwicklungsminister Gerd Müller beim G7-Dialog mit Frauen aus Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft


17.09.2015, Bundeskanzleramt, Berlin

Es gilt das gesprochene Wort!

Exzellenzen,
danke für Ihren eindrucksvollen Bericht.

Er macht sehr deutlich: Gleichberechtigung bleibt eine gewaltige Herausforderung – weltweit! Die Benachteiligung und Unterdrückung von Frauen muss überwunden werden, sie gehört nicht ins 21. Jahrhundert. Es muss einen Wandel in den Köpfen geben – vor allem in den Köpfen der Männer.

Wir brauchen mehr Männer, die sich für Frauenrechte und -chancen einsetzen. Als Meinungsführer und Vorbilder. Überall. Frau Mlambo-Ngcuka, Sie haben mit Ihrer UN Women Kampagne "HeForShe" den Nagel auf den Kopf getroffen. Ich bin stolz, ein HeForShe zu sein.

Sie, verehrte Frau Zille , haben als weiße Vorkämpferin gegen die Apartheid einmal – etwas sarkastisch – gesagt: "I'm white and there's nothing I can do about it. It's a bloody pity".

Ich will das für mich so umformulieren: "I'm a man and there's nothing I can do about it. But I can do something about women's rights!"

Wir leben Gleichberechtigung in meinem Ministerium: Beim Frauen-Führungsquotienten liegen wir innerhalb der Bundesregierung an erster Stelle. Vor allem aber arbeiten wir gemeinsam mit unseren Partnerländern für die Rechte und die Teilhabe von Frauen. Wir arbeiten zum einen an der Basis.

In Afghanistan stärken wir Frauen in lokalen Gemeinderäten in enger Kooperation mit der Regierung. In Aserbaidschan haben wir ein Mentoring- und Trainingsprogramm für Kommunalpolitikerinnen initiiert.

Liebe Präsidentin Johnson-Sirleaf, in Liberia stärken wir Frauen durch Aus- und Weiterbildung in Gesundheitsberufen. Und wer weiß: Vielleicht nimmt sich die eine oder andere Teilnehmerin ein Beispiel an Ihnen und strebt ein politisches Amt an.

Wir arbeiten aber nicht nur an der Basis, wir wollen massive Fortschritte global. Darum hat die Bundeskanzlerin sich für eine Initiative der G7-Staaten eingesetzt. Wirtschaftliches Empowerment steht im Mittelpunkt.

Auch unsere Erfahrungen zeigen: Politische und wirtschaftliche Teilhabe von Frauen müssen Hand in Hand gehen. Nur wer gebildet ist, kann mitreden. Nur wer wirtschaftlich auf eigenen Beinen steht, ist unabhängig. Investitionen in Frauen lohnen sich, denn Frauen investieren 90 Prozent ihres Arbeitslohns in die Ernährung und Ausbildung ihrer Familien. Männer nur 30 bis 40 Prozent.

Liebe Frau Zuma, ich freue mich auf die Ausbildungskampagne, die wir gemeinsam mit der Kommission der AU starten werden. Und mein Ministerium wird als Gastgeber einer hochrangigen internationalen G7-Konferenz im November in Berlin wichtige Akteurinnen und Akteure zusammenbringen – aus Politik, Wirtschaft, Zivilgesellschaft. Dazu möchte ich Sie alle herzlich einladen.

Das alles zeigt: Wir leisten unseren Beitrag. Auch zur Umsetzung der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung: Volle Teilhabe und Chancengleichheit von Frauen im politischen, wirtschaftlichen und öffentlichen Leben bis zum Jahre 2030 – das ist ein hohes Ziel. Aber gemeinsam werden wir es erreichen! Und wir werden alle davon profitieren – Frauen und Männer.

Lexikon der Entwicklungspolitik

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