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Verantwortung übernehmen

Bundesminister Müller ruft auf der Grünen Woche zum Kampf gegen Kinderarbeit auf


Entwicklungsminister Müller mit Toni Garrn, BMZ-Botschafterin für die Gleichstellung der Geschlechter, bei der Eröffnung der BMZ-Halle auf der Grünen Woche. Ihre gemeinsamen Ziele: Kinderarbeit stoppen und die Stärkung von Frauen

Pressemitteilung vom 18.01.2019 |

Berlin – Zur Eröffnung der 84. Internationalen Grünen Woche (Freitag, den 18. Januar 2019) ruft Entwicklungsminister Gerd Müller Verbraucherinnen und Verbraucher, Unternehmen und die Zivilgesellschaft zum Kampf gegen Kinderarbeit auf.

Minister Müller: "Wir bauen unseren Wohlstand noch viel zu oft auf dem Rücken der Menschen in Entwicklungsländern auf. Kaffee, Kakao, die Baumwolle für unsere Hemden oder Metalle für unsere Elektronikgeräte – viele alltägliche Produkte werden unter untragbaren Arbeitsbedingungen oder mit ausbeuterischer Kinderarbeit hergestellt. Das ist auch ein Weckruf an die Konsumenten: Schaut hin, was ihr kauft. Beim ersten Stück Schokolade sollte man doch wissen, ob dafür Kinder in den Kakaoplantagen Westafrikas schuften mussten oder eben nicht."

In der Elfenbeinküste verdient eine siebenköpfige Bauernfamilie mit der Kakaoernte etwa 100 Euro im Monat. Damit kann sie nicht ansatzweise ihren Lebensunterhalt decken. Die Folgen sind Armut, Hunger und auch Kinderarbeit. 2,3 Millionen Kinder arbeiten auf Kakaoplantagen allein in Westafrika. Über 85 Prozent des deutschen Kakaos wird in den westafrikanischen Ländern Nigeria, Ghana und der Elfenbeinküste produziert. Deutschland geht hier mit dem "Forum Nachhaltiger Kakao" voran. Der Anteil nachhaltig produzierten Kakaos in Deutschland konnte so von drei Prozent auf mittlerweile 60 Prozent gesteigert werden.

Entwicklungsminister Müller mit Landwirtschaftsministerin Klöckner im Gespräch in der BMZ-Halle auf der Grünen Woche zum Kampf gegen Kinderarbeit in Entwicklungsländern

"Über 150 Millionen Kinder müssen weltweit noch arbeiten – das ist fast jedes zehnte Kind. Deswegen sagen wir der Kinderarbeit den Kampf an. Es darf nicht sein, dass wir weiterhin Güter nach Europa importieren, in denen ausbeuterische Kinderarbeit steckt. Das reicht von der Schokolade bis zum Grabstein, den vielfach Kinder unter erbärmlichsten Zuständen in den Steinbrüchen herstellen. Sollte eine freiwillige Selbstverpflichtung der Unternehmen nicht ausreichen, kommt 2020 eine gesetzliche Regelung ", so Minister Müller weiter.

Jeder Mensch kann mit seinem täglichen Einkauf etwas gegen Hunger und Kinderarbeit tun – wie, das zeigt das BMZ gemeinsam mit über zwanzig Partnern: In Halle 5.2 auf der Internationalen Grünen Woche präsentieren zum Beispiel die Welthungerhilfe, der WWF, Fairtrade, Brot für die Welt, Misereor und viele weitere Organisationen und engagierte Unternehmen ihren Beitrag unter dem Motto "EINE WELT ohne Hunger ist möglich – mit fairem Einkauf". Die Besucher können entdecken, wie eine Kakaofrucht aussieht, wie sie schmeckt, wie hart die Menschen arbeiten, um sie zu ernten und dass leider immer noch Kinder für unseren Kakao arbeiten müssen.

Am Beispiel der Cashewnuss zeigt das BMZ, wie nachhaltige Entwicklung in Afrika erfolgreich gelingen kann: Rund um den Anbau und die Weiterverarbeitung von Cashewkernen sind mit Unterstützung der deutschen Entwicklungszusammenarbeit schon über 530.000 Arbeitsplätze entstanden. Der Cashewbaum ist zudem eine "Wunderpflanze" in Zeiten des Klimawandels. Er trotzt extremen Wetterphänomenen und trägt auch in Regionen, wo etwa Kakao schon nicht mehr angebaut werden kann.

Bekannte Köche zeigen in der Halle des Entwicklungsministeriums zudem, wie schmackhaft faire Produkte sind. Ergänzt wird das Angebot durch ein abwechslungsreiches Bühnenprogramm mit Prominenten wie Toni Garrn und Sara Nuru, Livemusik und weiteren Highlights wie einer Insektenküche.


Video: Auf dem Weg zu einem nachhaltigen Kakaosektor

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Lexikon der Entwicklungspolitik

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