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Vereinbarung mit ECOWAS

Bundesregierung unterstützt regionale Integration in Westafrika


Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Regierungsverhandlungen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft ECOWAS in Berlin

19.09.2018 |

Berlin – Die Bundesregierung wird die Westafrikanische Wirtschaftsgemeinschaft ECOWAS bei der wirtschaftlichen Integration, Bekämpfung von Infektionskrankheiten und der wirtschaftlichen Stabilisierung in Konfliktsituationen unterstützen. Eine entsprechende Vereinbarung unterzeichneten die beiden Seiten heute in Berlin.

Entwicklungsminister Dr. Gerd Müller: "Afrika braucht afrikanische Lösungen. ECOWAS zeigt, dass afrikanische Staaten gewillt und in der Lage sind, Verantwortung für die eigene Zukunft zu übernehmen – bei Wahlbeobachtung und Krisenmanagement genauso wie beim regionalen Handel. Wirtschaftliche und politische Kooperation kann Afrika entscheidende Entwicklungsschübe geben."

Das Bundesentwicklungsministerium (BMZ) unterstützt die Westafrikanische Wirtschaftsgemeinschaft beispielsweise beim Aufbau eines Stabilisierungsfonds, aus dem nach politischen Krisen Entwicklungsmaßnahmen zur schnellen Stabilisierung finanziert werden. Zudem berät Deutschland die Kommission beim Aufbau einer Zollunion und dem Abbau von Handelshindernissen. Dadurch sollen zum Beispiel die derzeit noch sehr hohen Transportkosten in der Region gesenkt werden.

Die deutsche Entwicklungszusammenarbeit hat der ECOWAS darüber hinaus Unterstützung bei der Bekämpfung von Infektionskrankheiten und der Umsetzung der internationalen Gesundheitsvorschriften in der Region zugesagt. So werden Labore auf den neuesten Stand gebracht, das regionale Seuchenkontrollzentrum der ECOWAS unterstützt und die nationalen Gesundheitssysteme gestärkt. 2014 hatte ein Ebola-Ausbruch in Westafrika über 10.000 Menschenleben gefordert und hatte auch erhebliche wirtschaftliche Kosten verursacht. Allein 2017 hat es in der Region 12 Krankheitsausbrüche wie Lassa-Fieber oder Cholera gegeben.

Das BMZ fördert auch den Aufbau eines grenzüberschreitenden klimafreundlichen Stromverbunds. Die unzuverlässige Stromversorgung – gegenwärtig haben nur rund 40 Prozent der rund 350 Millionen Einwohner der ECOWAS-Region Zugang zu Strom – ist für die Region weiter ein großes Entwicklungshemmnis. Der Stromverbund wird den regionalen Stromhandel und die Einspeisung erneuerbarer Energien ermöglichen und so die Versorgung der Bevölkerung mit klimafreundlicher Energie verbessern. Insgesamt wird das Bundesentwicklungsministerium die Regionalorganisation ECOWAS mit über 51 Millionen Euro unterstützen.

ECOWAS vereint 15 Staaten und wurde 1975 mit dem Ziel gegründet, die wirtschaftliche Zusammenarbeit in Westafrika zu fördern. Sie ist die älteste und aktivste regionale Organisation auf dem afrikanischen Kontinent. Deutschland unterstützt die Regionalorganisation seit 1985.

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