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Zusammenarbeit mit der Wirtschaft

Minister Müller nach Tunesien aufgebrochen: Reformpartnerschaft schafft Jobs und Ausbildung


Bundesentwicklungsminister Gerd Müller besucht die Firma Marquardt Mécatronique in Tunis

Pressemitteilung vom 10.10.2018 |

Berlin – Ganz im Zeichen der Zusammenarbeit mit der Wirtschaft steht die Reise von Bundesminister Dr. Gerd Müller nach Tunesien. Mit deutschen Unternehmen und Verbänden aus der Textil-, Automobil- und Tourismusbranche wird der Minister ein Ausbildungs- und Jobpaket vereinbaren. Allein im Automobilbereich werden so weitere 7.500 Arbeitsplätze entstehen.

Bundesminister Müller erklärte vor seiner Abreise: "Tunesien ist ein Hoffnungsträger in Nordafrika. Demokratie und die Menschenrechtslage haben sich deutlich verbessert. Aber noch kommt die Wirtschaft nicht richtig in Schwung: 36 Prozent der jungen Menschen sind arbeitslos, die Wirtschaft wächst mit zwei Prozent langsamer als im afrikanischen Durchschnitt. Vor allem die junge Bevölkerung braucht bessere Bleibeperspektiven. Deswegen bringen wir zusammen mit deutschen Unternehmen ein Job- und Ausbildungspaket auf den Weg. Bereits 75.000 Jobs wurden mit unserer Unterstützung geschaffen und fast 60.000 junge Menschen ausgebildet. Mit dem Start unserer Sonderinitiative "Ausbildung und Beschäftigung" werden wir zudem die Strukturen der beruflichen Bildung in Tunesien und weiteren Partnerländern aufbauen und stärken."

Minister Müller wird dazu sieben Kooperationsvereinbarungen abschließen, unter anderem mit Automobilzulieferern wie Dräxlmaier, Leoni und Marquardt und Textilunternehmen wie van Laack.

Zudem spricht Minister Müller mit Premierminister Youssef Chahed: "Tunesien muss den eingeschlagenen Reformweg konsequent weiterführen. Wir unterstützen dies mit unserer Reformpartnerschaft. In den letzten Monaten haben wir hier schon wichtige Erfolge erzielt: Ausbau der Antikorruptionsbehörde, die jetzt mehr Verdachtsfälle bearbeiten kann, Rückgang staatlicher Beteiligungen im Bankensektor und Aufbau einer neuen One-stop-Agentur für private Investoren", so Minister Müller.

Auf der Rückreise nimmt der Minister an der in Italien stattfindenden Jahrestagung des Deutschen Reiseverbands teil. Für viele Entwicklungsländer ist der Tourismus schon heute die wichtigste Einnahmenquelle.

Minister Müller: "Tourismus schafft Einkommen und Arbeitsplätze für Millionen Menschen. Aber er muss nachhaltig unter Einbeziehung der Menschen vor Ort erfolgen und die Natur bewahren. Hier gibt es noch erheblichen Verbesserungsbedarf. So lassen wir beispielsweise jedes Jahr 35 Millionen Tonnen Müll gedankenlos zurück. Nachhaltiges und klimaneutrales Reisen muss neuer Standard in der Reisebranche werden. Deutschland, das viele Jahre Reiseweltmeister war, trägt hier eine besondere Verantwortung."

In den nächsten zehn Jahren könnten allein in Afrika Millionen neuer Arbeitsplätze durch nachhaltigen Tourismus entstehen. Um dies zu fördern, hat das Entwicklungsministerium einen Branchendialog "Tourismus für nachhaltige Entwicklung" ins Leben gerufen.

Das BMZ setzt derzeit in seinen Partnerländern über 50 Vorhaben im Bereich Tourismus um. So unterstützt das Entwicklungsministerium in Marokko die touristische Erschließung des Atlas-Gebirges und schafft so zusammen mit der lokalen Wirtschaft Einkommen für 2.000 Menschen in abgelegenen Gebieten. Und in Botsuana bildet das Ministerium Ranger aus, um Wilderei besser zu bekämpfen. Allein seit 2009 sind die Tourismusausgaben in Botsuana um 150 Prozent gestiegen.

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Lexikon der Entwicklungspolitik

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