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Gleichberechtigung

Frauen müssen die Wahl haben, ihr Leben selbstbestimmt zu gestalten

Minister Müller zu 100 Jahre Frauenwahlrecht in Deutschland


Wählerin in einem Wahllokal in Nord-Darfur (Sudan)

Pressemitteilung vom 10.11.2018 |

Berlin – Am 12. November vor 100 Jahren proklamierte der Rat der Volksbeauftragten im Anschluss an die Novemberrevolution und die Ausrufung der Republik das Frauenwahlrecht in Deutschland. Damit war Deutschland eines der ersten Länder, in dem sich Männer und Frauen gleichberechtigt an Wahlen beteiligen konnten. 1989 hat Namibia als letzter afrikanischer Staat das Frauenwahlrecht eingeführt. Anlässlich des Jubiläums in Deutschland erklärt Bundesentwicklungsminister Dr. Gerd Müller:

"Frauen müssen nicht nur wählen dürfen – sie müssen auch die Wahl haben, ihr Leben selbstbestimmt zu gestalten. Leider aber ist Gleichberechtigung in vielen Bereichen und vielen Ländern noch alles andere als selbstverständlich. Das fängt an mit der Entscheidung für eine selbstbestimmte Familienplanung: Mehr als 200 Millionen Frauen in Entwicklungsländern haben keinen Zugang zu moderner Verhütung. Alle zwei Minuten stirbt eine Frau in diesen Ländern an den vermeidbaren Komplikationen von Schwangerschaft oder Geburt. Und es geht weiter mit dem Schulbesuch, der vielen Mädchen weiterhin versperrt ist. Jedes Jahr aber, das ein Mädchen länger zur Schule gehen kann, verschiebt die Mutterschaft ein Jahr nach hinten und verbessert die Chance auf einen Schulabschluss, eine Ausbildung, einen Beruf! Gleichberechtigung ist damit der Schlüssel für eine nachhaltige Entwicklung: Wenn es um die Bekämpfung von Armut und Hunger, friedliche Konfliktlösung oder eine bessere Bildung geht, brauchen wir starke Frauen. Dafür müssen wir uns weltweit einsetzen. Das Wahlrecht allein reicht nicht aus."

Denn die politische Teilhabe von Frauen ist in vielen Ländern trotz geltenden Wahlrechts durch strukturelle Barrieren oder diskriminierende Gesetze eingeschränkt: Beispielsweise haben deutlich weniger Frauen als Männer Ausweisdokumente, die sie in vielen Ländern aber benötigen, um sich als Wählerinnen registrieren zu können oder für ein politisches Amt zu kandidieren.

Die Gleichberechtigung der Geschlechter ist ein wichtiges Ziel der deutschen Entwicklungszusammenarbeit. Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) achtet darauf, dass bei allen Projekten der Entwicklungszusammenarbeit Frauen gleichberechtigten Zugang haben. Mit Projekten, die zum Beispiel der Verhinderung geschlechtsspezifischer Gewalt oder der Verbesserung der reproduktiven Gesundheit dienen, werden Frauen in Entwicklungsländer gezielt unterstützt und bei der Durchsetzung ihrer grundlegenden Menschenrechte gestärkt.

2011 hat das BMZ die Initiative "Selbstbestimmte Familienplanung und Müttergesundheit" als deutschen Beitrag zur G8-Muskoka-Initiative für Mutter-Kind-Gesundheit ins Leben gerufen und mit jährlich 100 Millionen Euro finanziert. Jedes Jahr erhalten so 19 Millionen Paare in 20 Ländern Zugang zu modernen Verhütungsmitteln und können so ungewollte Schwangerschaften verhindern.

Dank deutscher Unterstützung konnten weltweit über 16.000 Gesundheitsfachkräfte in der Geburtshilfe qualifiziert werden und 3,3 Millionen Geburten professionell betreut werden.

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Siehe auch

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