Hauptinhalt

Sozialstandards

Entwicklungsminister Müller gratuliert ILO zu 20 Jahre Kernarbeitsnormen

Meilenstein für menschenwürdige Arbeit weltweit

Ein junger Arbeiter im Hafen von Dhaka in Bangladesch.

04.06.2018 |

Berlin – Die Internationale Arbeitsorganisation (englisch ILO) begeht heute im Rahmen ihrer laufenden Jahreskonferenz in Genf das 20. Jubiläum der Verabschiedung der Kernarbeitsnormen.

Dazu erklärt Bundesentwicklungsminister Dr. Gerd Müller:

"Die Kernarbeitsnormen der ILO sind zwanzig Jahren nach ihrer Verabschiedung wichtiger denn je. Arbeitsstandards haben weltweit weiterhin einen schweren Stand: Kinderarbeit auf Plantagen und in stickigen Fabriken, 16-Stunden-Schichten, Kündigung bei Schwangerschaft, keine Schutzbekleidung beim Einsatz gefährlicher Chemikalien und Hungerlöhne sind nach wie vor weit verbreitet. In den kommenden Jahren müssen nach Schätzungen der ILO über 114 Millionen Menschen trotz Arbeit in extremer Armut leben. Wir dürfen deswegen nicht lockerlassen in unserem Einsatz für menschenwürdige Arbeitsbedingungen. Die deutsche Entwicklungspolitik und die ILO sind enge Partner bei der weltweiten Durchsetzung der Kernarbeitsnormen."

Im Juni 1998 haben sich alle ILO-Mitgliedsstaaten zu vier Grundprinzipien bekannt: Vereinigungsfreiheit und Recht auf Kollektivverhandlungen, Beseitigung der Zwangsarbeit, Abschaffung der Kinderarbeit sowie das Verbot von Diskriminierung in Beschäftigung und Beruf. Diese Prinzipien sind in acht Kernarbeitsnormen konkret ausgestaltet. Sie gelten für alle Staaten und bilden das Rückgrat einer menschenwürdigen Arbeitswelt. Mit der Erklärung von 1998 haben die acht ILO-Kernarbeitsnormen den Status von Menschenrechten erhalten.

Entwicklungsminister Müller weiter: "Am Anfang eines jeden Produkts steht ein Mensch. Globalisierung darf deswegen auch nicht heißen: Wir kaufen möglichst billige Waren und scheren uns nicht darum, wie die Menschen leben, die sie für uns hergestellt haben. Deswegen setzen wir uns beispielsweise mit dem Textilbündnis für faire Arbeitsbedingungen entlang der gesamten Textil-Lieferkette ein. Mit der ILO arbeiten wir daran, die Arbeitsbedingungen in der Textilindustrie in Pakistan, Kambodscha, Bangladesch oder Indonesien deutlich zu verbessern. So bilden wir in Bangladesch gemeinsam Inspektoren aus, die die Einhaltung der Kernarbeitsnormen in den Textilfabriken überwachen und unterstützen den Aufbau einer nationalen Unfallversicherung."

Die ILO hatte auch auf Anregung des die Entschädigungszahlungen für die Opfer und Hinterbliebenen des Brandes in der pakistanischen Textilfabrik Ali Enterprises vermittelt. Die Entschädigungszahlungen haben in diesem Monat erfolgreich begonnen.

Das Entwicklungsministerium und die ILO arbeiten auch in der Krisenregion rund um Syrien eng zusammen. In gemeinsamen Projekten der Beschäftigungsoffensive Nahost ("Cash for Work") werden Arbeitsplätze und Ausbildung für syrische Flüchtlinge und die aufnehmende Bevölkerung geschaffen. 2017 wurden mit der Beschäftigungsoffensive Nahost über 85.000 Jobs geschaffen.

Kurzlink zu dieser Meldung

Weitere Informationen

BMZ-Presseservice

Journalistinnen und Journalisten können sich hier in den BMZ-Presseverteiler aufnehmen lassen.

Lexikon der Entwicklungspolitik

Fenster schließen

 

Seite teilen