Hauptinhalt

Postgraduiertenkurs

Deutsches Know-how für afrikanische Landwirtschaft

Minister Müller und Hochschule Weihenstephan-Triesdorf vereinbaren Förderung für Nachwuchskräfte aus Afrika


Eine Mitarbeiterin des Instituts für angewandte Agrarforschung und Ausbildung in Katibougou in Mali seziert im Labor Kartoffelpflanzen.

Pressemitteilung vom 11.09.2017 |

Triesdorf/Bayern – 25 junge Agrar-Fachkräfte aus Afrika werden künftig die Chance haben, an der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf (HSWT) in einem Postgraduiertenkurs ihr Wissen über "Wertschöpfungsketten in der Agrarwirtschaft" zu vertiefen. Im Rahmen seines Besuches auf dem Campus unterzeichnet Bundesentwicklungsminister Dr. Gerd Müller heute Nachmittag eine entsprechende Vereinbarung des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) mit der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf. Das gemeinsame Angebot richtet sich an herausragende Master-Absolventen von Universitäten in ausgewählten afrikanischen Partnerländern.

"Mit der heute vereinbarten Initiative teilen wir deutsches ​Know-how und Fachwissen mit zukünftigen afrikanischen Führungskräften. Sie sind hoch motiviert, eine innovative und nachhaltige Landwirtschaft in ihren Herkunftsländern umzusetzen", so Bundesminister Gerd Müller. Die afrikanischen Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler können einen fünfmonatigen Postgraduiertenkurs an der Hochschule belegen, der durch einen Grundlagensprachkurs in Deutsch ergänzt wird. Die fachliche Ausbildung umfasst Studienarbeiten und Lehrveranstaltungen zur nachhaltigen Agrarproduktion, zu Planung und Management von Wertschöpfungsketten, zur Analyse von Märkten sowie zur Entwicklung von Geschäftsideen für den einheimischen Markt. Die Module haben einen hohen Praxisbezug. Ein Alumni-Netzwerk soll zudem die Kooperation zwischen der HSWT und den Hochschulen der Partnerländer stärken.

Die Kooperation des Bundesentwicklungsministeriums mit der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf ist eingebettet in das BMZ-Leuchtturm-Vorhaben "Grüne Innovationszentren" und den "Marshallplan mit Afrika": Allein in Afrika hat das BMZ inzwischen dreizehn Innovationszentren eingerichtet, deren Ziel unter anderem die Vermittlung moderner und nachhaltiger Anbaumethoden für die Landwirtschaft ist.

Die Teilnehmer des Postgraduiertenkurses werden aus den dreizehn Partnerländern mit Innovationszentren kommen. Jährlich kommen 20 Millionen junge Menschen in Afrika neu auf den Arbeitsmarkt. Klimawandel und die Sicherung einer angemessenen Ernährung für eine schnell wachsende Bevölkerung sind zentrale Herausforderungen der afrikanischen Landwirtschaft.

Deswegen sind gut ausgebildete und mit einer modernen Agrarwirtschaft vertraute Nachwuchsführungskräfte wichtig, um neue berufliche Perspektiven in ihrer Heimat zu schaffen.

Hintergrund

Ziel des Globalvorhabens "Grüne Innovationszentren" als Teil der Sonderinitiative "EINEWELT ohne Hunger" ist es, die Einkommen kleinbäuerlicher Betriebe, Beschäftigung und regionale Versorgung mit Nahrungsmitteln in den ländlichen Zielregionen durch Innovationen in der Agrar- und Ernährungswirtschaft zu steigern.

Gemeinsam mit zahlreichen Partnern werden Neuerungen bei der Erzeugung, Weiterverarbeitung und Vermarktung von Grundnahrungsmitteln entwickelt und Programme zur Stärkung der heimischen Verarbeitungswirtschaft etabliert und umgesetzt. Das Programm hat derzeit eine Laufzeit bis Ende 2021 mit einem Budget von insgesamt 206 Millionen Euro. Grüne Innovationszentren befinden sich in Äthiopien, Benin, Burkina Faso, Ghana, Kamerun, Kenia, Malawi, Mali, Mozambik, Nigeria, Sambia, Togo, Tunesien sowie eines in Indien.

Weihenstephan-Triesdorf (HSWT) ist die Hochschule in Deutschland, die sich konsequent auf grüne Ingenieurstudiengänge spezialisiert hat. Ausgangspunkt für alle angebotenen Studiengänge ist die Verbindung von Natur, Mensch und Umwelt: Es geht darum, natürliche Ressourcen effizient und zugleich nachhaltig zu behandeln und zu nutzen.

Die rund 6.400 Studierenden lernen und leben auf dem größten grünen Campus Deutschlands. Das Fächerangebot ermöglicht eine Ausbildung über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg – vom Acker bis auf den Tisch. Via Studien- und Praktikumsaufenthalten, einem Studiengang mit Doppelabschluss sowie gelebten Kooperationen mit mehr als 80 Bildungseinrichtungen in aller Welt wird dieser Bildungsauftrag international erfüllt.

Kurzlink zu dieser Meldung



 

Kommentar schreiben

Wir bitten um Verständnis dafür, dass Ihre Kommentare aus technischen Gründen zeitlich verzögert online erscheinen. Bitte beachten Sie zudem unsere Netiquette.

* Diese Felder sind Pflichtangaben



Lexikon der Entwicklungspolitik

Fenster schließen

 

Seite teilen