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Kinder besser schützen

Bundesentwicklungsminister Gerd Müller zum Welttag gegen Kinderarbeit am 12. Juni


Ein Junge auf einer Elektroschrottdeponie in Accra, Ghana

Pressemitteilung vom 09.06.2017 |

Berlin –  "Leider sind Kinderarbeit und sogar Kinderhandel in vielen Ländern immer noch traurige Realität. Für einen Euro Tageslohn schuften Kindern in Westafrika auf Kakao-Plantagen, ohne Chance auf Schule und Zukunft. In Ghana habe ich Kinder auf giftigen Müllhalden gesehen, die versuchen, noch etwas Kleingeld aus Elektroschrott zu machen. Mädchen leiden unter Zwangsheirat und Frühschwangerschaften sowie Genitalverstümmelung.

Kinder und Jugendliche sind unsere Zukunft und unsere Hoffnung. Gerade sie tragen das Potenzial, zu einer friedlichen und nachhaltigen Entwicklung weltweit beizutragen. Sie brauchen unseren Schutz und eine Grundbildung, damit sie überhaupt eine Chance auf eine Zukunft haben. Deswegen vergeben wir zum Beispiel in Burkina Faso Schulstipendien oder bauen Schulkantinen.

Jeder kann mit seinem Konsumverhalten mit dazu beitragen, dass Schokolade, Kaffee oder Kleidung zu fairen Bedingungen hergestellt werden. In unserem Forum Nachhaltiger Kakao oder dem Bündnis für nachhaltige Textilien setzen wir uns gemeinsam mit Wirtschaft und Zivilgesellschaft dafür ein, dass Kinderarbeit reduziert wird."

Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) fördert weltweit aktiv den Schutz von Kindern. In Burkina Faso beispielsweise setzt sich das Ministerium dafür ein, dass es weniger ausbeuterische Kinderarbeit, Kinderhandel und geschlechtsspezifische Gewalt gibt. Deutschland unterstützt Fortbildungen und Aufklärungskampagnen für Sicherheitskräfte, Sozialarbeiter, Gemeindeverantwortliche sowie die Bevölkerung, einschließlich der Kinder selbst. In Bangladesch hat das Ministerium ein Programm gegen Kinderarbeit in der Textil- und Bekleidungsindustrie gestartet. Es unterstützt Unternehmen dabei, Arbeits- und Umweltgesetze einzuhalten. Mit einem weltweiten Auf- und Ausbau von Kinderschutz-Netzwerken sollen Kinder vor Gewalt und Ausbeutung geschützt werden, damit sich ihre Lebenssituation und ihre Zukunftschancen verbessern.

Mit dem seit 2002 existierenden Welttag gegen Kinderarbeit macht die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) darauf aufmerksam, dass viele Kinder immer noch unter gefährlichen und gesundheitsschädlichen Bedingungen arbeiten müssen. Deutschland hat das Programm der Internationalen Arbeitsorganisation zur Abschaffung von Kinderarbeit mit initiiert und finanziell seither mit über 70 Millionen US-Dollar unterstützt.   

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