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G20

Königin Máxima zu Gast im BMZ

Finanzielle Eigenständigkeit besonders von Frauen in Entwicklungsländern verstärkt fördern


Bundesminister Gerd Müller begrüßt die niederländische Königin Máxima im BMZ in Berlin.

Pressemitteilung vom 14.12.2016 |

Berlin – Wie die finanzielle Eigenständigkeit von Menschen in Entwicklungsländern, besonders von Frauen, stärker gefördert werden kann, darum ging es heute in einem Gespräch zwischen Ihrer Majestät Máxima, Königin der Niederlande, Sonderbeauftragte der Vereinten Nationen, und Bundesentwicklungsminister Gerd Müller. In ihrer Funktion als Sonderbeauftragte ist Königin Máxima in Berlin zur Vorbereitung der G20-Treffen in Deutschland zu Gast.

Königin Máxima ist Ehrenvorsitzende einer der G20-Arbeitsgruppen, bei der das Entwicklungsministerium den Vorsitz hat. Ziel dieser globalen Partnerschaft für finanzielle Einbindung (Global Partnership for Financial Inclusion, GPFI) ist, allen und insbesondere mehr Frauen und Jugendlichen Bankkonten, kleine Darlehen und bargeldloses Zahlen zu ermöglichen.

Königin Máxima sprach mit Bundesminister Müller über Deutschlands Beitrag und Führungsrolle bei der Stärkung der finanziellen Teilhabe in den vergangenen Jahren.

"Deutschland ist im Finanzsektor stark aufgestellt und hat das Thema Zugang zu Finanzdienstleistungen weltweit über verschiedene Stellen vorangetrieben. Damit hat Deutschland die Chance, im Rahmen seiner G20-Präsidentschaft die finanzielle Teilhabe durch die globale Partnerschaft für finanzielle Einbindung weiter zu stärken und eine auf mehrere Jahre angelegte umsetzungs- und ergebnisorientierte Agenda auf den Weg zu bringen", so Königin Máxima.

"Es ist nun an der Zeit, die Umsetzungsphase einzuläuten und die Verbindung zwischen der globalen Partnerschaft für finanzielle Einbindung und G20 zu stärken. Die GPFI muss sich zum einen auf eine geringere Anzahl von Bereichen konzentrieren, um eine höhere Wirkung zu erzielen, und zum anderen die Potenziale neuer Technologien nutzen, um das Thema finanzielle Inklusion voranzubringen. Dabei sollte ein besonderes Augenmerk auf der Analyse des unzureichenden Zugangs von kleinen und mittleren Unternehmen zu Finanzdienstleistungen liegen."

Bundesminister Müller: "Wir können Millionen Menschen aus der Armut befreien, indem sie Mikrokredite erhalten und am bargeldlosen Zahlungsverkehr teilnehmen. Schon ein kleines Darlehen und ein eigenes Konto ermöglichen, ein Unternehmen zu gründen und eine Krankenversicherung zu bezahlen. Dies ist für viele der erste Schritt, eine eigene Existenz aufzubauen, und trägt zu Wachstum und Beschäftigung bei. Unser Ziel ist vor allem, die finanzielle Unabhängigkeit von Frauen zu fördern. Sie sind die Stützen der Familien und der Gesellschaften. Frauen tragen mit ihren Einkommen zum Familienunterhalt sowie der Erziehung und Bildung der Kinder bei. Mit der niederländischen Königin Máxima haben die Vereinten Nationen eine herausragende Persönlichkeit als Sondergesandte für dieses so wichtige Themenfeld gewonnen, das wir gemeinsam mit unseren G20-Partnern voranbringen wollen."

Sparkonten, Kredite oder Versicherungen sind noch längst keine Selbstverständlichkeit. Mehr als zwei Milliarden Menschen sind immer noch davon ausgeschlossen. Deutschland hat bis November 2017 den Vorsitz der G20, dem Zusammenschluss der 20 wichtigsten Industrie- und Schwellenländer, und wird sich für das Themenfeld einsetzen.

Hierbei spielt Digitalisierung eine besonders wichtige Rolle. In Kenia beispielsweise mittlerweile sehr weit verbreitet ist das Handy-Bezahlsystem M-Pesa. Es ermöglicht eine Bezahlung per Handy, ohne dass ein Konto benötigt wird. Geld kann an einer Tankstelle oder in einem kleinen Laden aufgeladen werden und vom Handy auf andere Handys oder reguläre Konten überwiesen werden. Im westafrikanischen Ghana, wo weniger als die Hälfte der Bevölkerung ein eigenes Konto hat, unterstützt Deutschland finanziell ein bargeldloses Zahlungssystem namens "e-zwich". Gibt es in kleineren Dörfern keine Bank, so können Menschen an einem Kiosk oder einer Postfiliale Geld aufladen, um damit wieder andere Waren oder Dienstleistungen zu bezahlen. Rund 1,6 Millionen Personen profitieren derzeit davon. Bis 2023 sollen über acht Millionen e-zwich-Geldkarten ausgegeben werden.

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