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Drei Jahre Rana Plaza

Menschenwürdige Arbeit in der Textilbranche weltweit durchsetzen


Bei seiner Reise nach Bangladesch im Oktober 2015 traf Bundesentwicklungsminister Gerd Müller Textilarbeiterinnen und Überlebende des Rana-Plaza-Unglücks in einem von Deutschland geförderten Frauen-Cafe.

Pressemitteilung vom 21.04.2016 |

Am 24. April vor drei Jahren ereignete sich das verheerende Unglück von Rana Plaza mit mehr als 1.100 Opfern und über 3.000 Verletzten. Um ein Mindestmaß an Entschädigung für die Hinterbliebenen zu gewährleisten, hat die Bundesregierung in ihrer G7-Präsidentschaft 2015 die Auffüllung des Rana-Plaza-Entschädigungsfonds durchgesetzt. Bundesminister Dr. Gerd Müller hat 2014 ein Bündnis für nachhaltige Textilien ins Leben gerufen, um Umwelt- und Sozialstandards entlang der gesamten Textil-Lieferkette zu verbessern.

Bundesminister Müller: "Es hat sich viel getan in den vergangenen drei Jahren. Insbesondere in der Gebäudesicherheit und beim Brandschutz haben wir nach Rana Plaza bereits wesentliche Verbesserungen erzielt. Die Einhaltung grundlegender Arbeitsrechte oder die Zahlung existenzsichernder Löhne bleiben eine große Herausforderung im Textilsektor. Daran arbeiten wir zusammen mit der Wirtschaft und der Zivilgesellschaft im Textilbündnis."

Mit deutscher Unterstützung haben in Bangladesch mehr als 750 Fabrikmanager eine Beratung zur Verbesserung von Sozial- und Umweltstandards erhalten und entsprechende Lehrgänge absolviert. Rund 100.000 Fabrikarbeiterinnen wurden über ihre Rechte aufgeklärt. Gemeinsam mit der internationalen Arbeitsorganisation ILO erhielten 300 Arbeitsinspektoren eine Ausbildung. Bangladesch führt momentan mit Hilfe der deutschen Entwicklungspolitik eine Unfallversicherung ein.

Regierungs-, Arbeitgeber- und Arbeitnehmervertreter der Textilindustrie aus Bangladesch erhalten Gelegenheit, sich über Standards im Arbeits- und Unfallschutz sowie über die Organisation von Arbeitnehmervertretungen in Deutschland praxisnah zu informieren und auszutauschen. Den Aufbau von Grundstrukturen eines sozialen Sicherungssystems für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in unseren Partnerländern bauen wir zu einem Schwerpunkt unserer Arbeit aus.

Das Bündnis für nachhaltige Textilien umfasst mittlerweile über 180 Mitglieder. Mit über 55 Prozent des deutschen Textilmarktes verfügt das Bündnis bereits über die erforderliche Durchsetzungskraft, um den Massenmarkt zu erreichen.

Mehr Informationen zum Thema im Fact Sheet (PDF 197 KB) und auf www.textilbuendnis.com.

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Im Oktober 2015 besuchte Minister Müller Bangladesch, den weltweit zweitgrößten Exporteur von Textilien.

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