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G7-Konferenz

Deutschland will Klimaschutz-Versicherungen fördern

Teilnehmerinnen und Teilnehmer der G7-Konferenz zu Klimariskoversicherungen: (1. Reihe von links) Achim Steiner, Direktor des UNEP, Staatssekretär Friedrich Kitschelt, Anote Tong, Präsident der Republik Kiribati, Bundesminister Gerd Müller und Ngozi-Okonjo-Iweala, nigerianische Finanzministerin

07.05.2015 |

Berlin – Auf einer Konferenz im Rahmen der deutschen G7-Präsidentschaft hat Bundesminister Dr. Gerd Müller die Bedeutung von Klimarisikoversicherungen für Entwicklungsländer hervorgehoben.

Deutschland strebt gemeinsam mit den anderen G7-Partnern an, den Versicherungsschutz der ärmsten Menschen in Entwicklungsländern zu erhöhen, um sie besser vor den Auswirkungen des Klimawandels zu schützen. Von den zunehmenden Wetterextremen, wie Dürre, Hochwasser oder Wirbelstürmen, sind diese besonders stark betroffen.

Minister Müller sagte zur Eröffnung der Konferenz im Gasometer in Berlin-Schöneberg: "Der Klimawandel stellt die Entwicklungsländer vor enorme Herausforderungen. Zuletzt hat der Zyklon Pam viele Inseln im Südpazifik schwer zerstört. Der Klimawandel kann Entwicklungserfolge mit einem Schlag zunichtemachen und stürzt die Menschen in neue Armut. Über Klimaziele zu verhandeln ist wichtig, aber wir brauchen auch konkrete Lösungen. Klimarisikoversicherungen sind hier eine wirksame Möglichkeit, den Menschen konkret vor Ort in schwierigen Situationen schnell zu helfen."

Minister Müller kündigte an, dass Deutschland im Rahmen der G7-Initiative für den Aufbau von Klimarisikoversicherungen 150 Millionen Euro bereitstellen wird.

Politiker aus aller Welt, Experten aus der Finanz- und Versicherungswirtschaft, aus Forschungsinstituten und Nichtregierungsorganisationen diskutieren auf der Konferenz, wie man die Rahmenbedingungen für Klima-Versicherungsmärkte in Entwicklungsländern vorantreiben kann. Als prominente Gäste der Konferenz begrüßte Minister Müller den Präsidenten der Republik Kiribati, Anote Tong, die nigerianische Finanzministerin, Ngozi Okonjo-Iweala sowie den Direktor des VN-Umweltprogramms (UNEP), Achim Steiner.

Deutschland möchte den Versicherungsschutz gegen Klimarisiken durch extreme Wetterereignisse – auch mit finanzieller Unterstützung für die Entwicklungsländer – signifikant ausbauen. Einzelne Personen, Kleinunternehmen, aber auch ganze Staaten sollen davon profitieren.

Bisher sind nur etwa 100 Millionen Menschen in Entwicklungsländern abgesichert. Die Initiative strebt an, binnen fünf Jahren die Anzahl armer Menschen mit Zugang zu Versicherungsschutz um 400 Millionen zu steigern. Dabei sollen öffentliche Mittel der G7-Staaten, aber auch Kapital der Privatwirtschaft zum Einsatz kommen, um eine möglichst große Wirkung zu erreichen.

Erfolgreiche Ansätze für Klimarisikoversicherungen gibt es bereits, beispielsweise die African Risk Capacity (ARC), die mit deutsch-britischer Unterstützung afrikanische Länder gegen Dürreschäden versichert.

Deutschland hat den Klimaschutz ganz oben auf die Agenda seiner G7-Präsidentschaft gesetzt, da zum Jahresende in Paris ein neues Weltklimaabkommen verabschiedet werden soll. Die Ergebnisse der heutigen Konferenz sollen darüber hinaus im Juni in den G7-Gipfel im bayerischen Elmau einfließen.

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Lexikon der Entwicklungspolitik

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