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Vier Jahre Krieg in Syrien – das Leiden der Menschen muss beendet werden


Kinder- und Familienschutzzone für syrische Flüchtlinge in Jordanien. Das Zentrum wird von jordanischen Nichtregierungsorganisationen mit Hilfe von UNICEF geführt und von Deutschland finanziell unterstützt.

15.03.2015 |

Berlin Bundesentwicklungsminister Dr. Gerd Müller und der Geschäftsführer von UNICEF Deutschland, Christian Schneider, haben auf die anhaltend dramatische Situation der Menschen in der Region und vor allem auf die schlechte Lage für die Flüchtlingskinder hingewiesen. Nach offiziellen Angaben haben in diesem Konflikt mindestens 10.000 Kinder bereits ihr Leben verloren.

Anlässlich des vierten Jahrestages des Ausbruchs des Bürgerkrieges in Syrien und der daraus entstandenen größten humanitären Krise seit 20 Jahren betont Bundesminister Müller: "Wir dürfen bei der Syrienkrise auch weiterhin nicht wegschauen. In dieser Tragödie sind mehr als sieben Millionen Kinder in Syrien und den Nachbarländern betroffen. Sie sind die unschuldigen Leidtragenden dieses Krieges und benötigen unsere Hilfe; sie brauchen etwas zu essen und medizinische Versorgung. Sie brauchen aber auch eine Zukunftsperspektive. Wir müssen dafür sorgen, dass diese Kinder und Jugendlichen nicht zu einer verlorenen Generation werden. Denn sie werden Syrien nach dem Ende dieses Konfliktes wieder aufbauen. In der kommenden Woche werde ich mich vor Ort, im Libanon und an der türkisch-syrischen Grenze davon überzeugen, wie die deutschen Hilfsmaßnahmen für syrische und palästinensische Flüchtlinge umgesetzt werden. Die Lage in der gesamten Region ist kritisch und schnelle, konkrete und bedarfsgerechte Hilfe ist hier weiter dringend notwendig."

"Seit vier Jahren trifft dieser grausame Konflikt die Kinder mit voller Wucht", sagt Christian Schneider, Geschäftsführer von UNICEF Deutschland. "Die jüngeren von ihnen kennen nichts anderes als Gewalt, Vertreibung und Flucht. In Libanon habe ich dieser Tage erlebt, wie unerträglich die seelische Last für die Kinder geworden ist. Die Bundesregierung trägt seit Beginn der humanitären Krise verlässlich dazu bei, dass UNICEF diesen Kindern durch psychosoziale Angebote und Notschulen helfen kann. In allen angrenzenden Ländern brauchen zwei Millionen syrische Flüchtlingskinder, aber auch arme Familien in den aufnehmenden Gemeinden nachhaltig Unterstützung. Nur so können die Jugendlichen in der Region, denen der Krieg in ihren entscheidenden Lebensjahren alles geraubt hat, zu einer Generation heranwachsen, die friedlich Zukunft gestalten kann."

Deutschland ist nach den USA der zweitgrößte Geber an UNICEF in der Syrienkrise. Bei der Verbesserung der Lebenssituation für Kinder und Jugendliche arbeitet das BMZ eng mit UNICEF zusammen. Dafür hat das BMZ UNICEF seit 2012 über 140 Millionen Euro Sondermittel für die Syrienkrise bereitgestellt.

Bundesminister Müller: "UNICEF ist einer unserer wichtigsten Partner in der Region. Uns geht es darum, dass die Hilfe professionell koordiniert wird und humanitäre sowie langfristige Hilfe zum Aufbau von Infrastruktur für die vielen Flüchtlinge eng verzahnt sind. Hier brauchen wir innovative Ansätze, um sowohl die Flüchtlinge als auch die aufnehmenden Gemeinden in den Nachbarstaaten gezielt zu unterstützen. Denn die Hilfsbereitschaft der Türkei, Jordaniens, des Libanon, Irak und Ägyptens stößt durch einen nicht endenden Strom an Flüchtlingen zunehmend an die Belastungsgrenzen."

So hat UNICEF gemeinsam mit dem libanesischen Bildungsministerium im Juni 2014 das Programm "Reaching all Children with Education" (RACE) initiiert, das bespielhaft die Nothilfe und die strukturbildende Entwicklungszusammenarbeit verzahnt. Deutschland finanziert mit einem Beitrag von 34 Millionen Euro rund 80 Prozent des Programms, mit dem der Grundschulunterricht für rund 100.000 Kinder an knapp 1.000 staatlichen libanesischen Schulen gewährleistet wird.

Außerdem unterstützt die Bundesregierung ein Impfprogramm von UNICEF und WHO gegen Polio mit 4,1 Millionen Euro. 25 Millionen Kinder in Syrien sowie den Nachbarstaaten Libanon, Jordanien, Irak, Türkei und Ägypten sollen so gegen Polio geimpft werden.

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Lexikon der Entwicklungspolitik

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