Hauptinhalt

Waldschutz

Deutschland und die Zentralafrikanische Republik verstärken Zusammenarbeit zum Schutz des einzigartigen Weltnaturerbes Dzanga Sangha


Waldelefanten auf einer Lichtung im Dzanga-Nationalparks im Dreiländereck Kongo, Kamerun und Zentralafrikanische Republik

Pressemitteilung vom 29.06.2015 |

Angesichts neuer dramatischer Zahlen zur Elefantenwilderei in Afrika hat Bundesminister Dr. Gerd Müller gemeinsam mit der Forstministerin der Zentralafrikanischen Republik, Isabelle Gaudeuille, eine verstärkte Zusammenarbeit zum Schutz des Nationalparks Dzanga Sangha angekündigt.

Das Schutzgebiet mit einer Größe von 4.600 Quadratkilometern liegt im südlichsten Zipfel der Zentralafrikanischen Republik und wird wegen seines unberührten Regenwaldes und der hohen Dichte von Waldelefanten, Gorillas und vielen anderen Tierarten als eines der letzten Paradise dieser Erde bezeichnet.

Ministerin Gaudeuille: "Der Nationalpark Dzanga Sangha ist ein Symbol der Hoffnung für unser Land. Dank der Anstrengungen der zentralafrikanischen Regierung hat der Park die militärisch-politische Krise im Land fast unbeschadet überstanden und bietet ein hohes Potenzial für Naturtourismus und damit für die dringend notwendige wirtschaftliche Entwicklung unseres Landes. Wir wollen daher gemeinsam mit unseren deutschen Partnern unsere Anstrengungen zum Schutz dieses Weltnaturerbes verstärken!"

Jüngst veröffentlichte Zahlen zur Elefantenwilderei in Afrika zeigen, dass die Region um den Nationalpark Dzanga Sangha einer von zwei Hot Spots der Jagd nach Elfenbein weltweit ist. In keiner Gegend der Erde werden mehr Elefanten wegen ihres Elfenbeins erschossen als hier. Geht die Jagd auf Elefanten ungebremst so weiter, wird es dort in zehn Jahren keine Elefanten mehr geben.

Minister Müller: "Die dramatisch angestiegene Wilderei gefährdet nicht nur die Natur, sondern vor allem auch die wirtschaftliche Entwicklung in Afrika. Mit Elfenbein wird Krieg und Terror finanziert. Auch illegaler und nicht nachhaltiger Holzeinschlag bedrohen den tropischen Regenwald zunehmend. Deutschland und die Zentralafrikanische Republik haben daher vereinbart, mit vereinten Kräften dafür Sorge zu tragen, dass die jüngst erteilten Forstkonzessionen, die direkt an den Nationalpark Dzanga Sangha grenzen, nachhaltig gemanaged werden und das Weltnaturerbe nicht gefährden."

Das Forstministerium der Zentralafrikanischen Republik hatte 2014 zwei Forstkonzessionen in unmittelbarer Nähe zum Nationalpark Dzanga Sangha erteilt. Diese bergen das Risiko einer zunehmenden Wilderei durch die Eröffnung neuer Zufahrtswege, wenn sie nicht nachhaltig bewirtschaftet werden.

Das Thema beschäftigt daher auch das UNESCO-Welterbekomitee, das vom 28. Juni bis 8. Juli 2015 in Bonn tagt. In einem Entscheidungsvorschlag für die Sitzung wird die Regierung der Zentralafrikanischen Republik aufgefordert, geeignete Maßnahmen zu ergreifen, um das Weltnaturerbe vor den Auswirkungen des Holzeinschlags zu schützen.

Ministerin Gaudeuille: "Die Schutzgebiete des Dzanga Sangha haben absolute Priorität für die Regierung der Zentralafrikanischen Republik. Sie nimmt die Sorgen der internationalen Gemeinschaft im Hinblick auf das Weltnaturerbe Tri-National de la Sangha sehr ernst. Ich bin froh, ankündigen zu können, dass wir mit Unterstützung der deutschen Bundesregierung die Auswirkungen des Holzeinschlags auf die Umwelt besser untersuchen und auf dieser Grundlage sensible Gebiete und notwendige Pufferzonen zum Nationalpark Dzanga Sangha identifizieren können. Wichtig ist auch die enge Begleitung und Beobachtung des Holzeinschlags durch eine unabhängige Expertise in Zusammenarbeit mit dem Ministerium für Wasser, Forst, Jagd und Fischerei und mit der Parkverwaltung. Auch hierbei können wir auf die Unterstützung der deutschen Regierung zählen. Die zentralafrikanische Regierung hat darüber hinaus eine Anti-Wildereieinheit eingerichtet, um die Parkverwaltung beim Schutz der Fauna in den Forstkonzessionen zu unterstützen."

Der Nationalpark ist Teil des grenzüberschreitenden Schutzgebietskomplexes Tri-National de la Sangha im Dreiländereck Kamerun, Republik Kongo und Zentralafrikanische Republik. Seit 2012 steht der Tri-National de la Sangha wegen seiner einzigartigen Artenvielfalt und des dichten Primärwaldes auf der Liste der UNESCO-Weltnaturerbestätten. Deutschland unterstützt den Schutzgebietskomplex Tri-National de la Sangha bereits seit vielen Jahren über den TNS-Umweltfonds. Insgesamt stellte Deutschland dafür bisher 34,1 Millionen Euro zur Verfügung.

Kurzlink zu dieser Meldung

Lexikon der Entwicklungspolitik

Fenster schließen

 

Seite teilen