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Afghanistan

Parlamentarischer Staatssekretär Silberhorn: Afghanistan braucht langfristige Unterstützung bei Wiederaufbau und Sicherheit

Thomas Silberhorn mit dem afghanischen Regierungsvorsitzenden Dr. Abdullah Abdullah

17.02.2015 |

Kabul/Berlin – "Wir müssen uns darauf einstellen, die Präsenz der Bundeswehr in Afghanistan über das Jahr 2015 hinaus fortzusetzen", erklärte Thomas Siberhorn, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, nach seinem Besuch im nordafghanischen Mazar-e-Sharif und der Hauptstadt Kabul.

Bei Projektbesuchen und Gesprächen mit der afghanischen Regierung machte sich Silberhorn einen Eindruck vom Wiederaufbau und der politischen Situation im Land. Die deutsch-afghanische Entwicklungszusammenarbeit zeigt Erfolge: Sie versorgt die Bevölkerung mit Strom und Wasser, bildet junge Menschen aus, schafft Einkommen für Afghaninnen und Afghanen und stärkt gute Regierungsführung.

"Ich bin beeindruckt, welche Entwicklungsfortschritte bereits erzielt wurden. Aber der zivile Wiederaufbau muss auch nach dem Abzug der internationalen Truppen gelingen", so Silberhorn in Kabul. "Die Präsenz der internationalen Truppen ist eine sichtbare Rückendeckung in der afghanischen Öffentlichkeit. Der Abzug der Streitkräfte muss daher flexibel so gestaltet werden, dass er die Fortschritte bei Wiederaufbau und Entwicklung nicht gefährdet", fordert Silberhorn.

Abdullah Abdullah, der Vorsitzende der afghanischen Regierung, empfing Siberhorn, um über die Zusammenarbeit mit der neuen Regierung sowie deren Reformpläne zu sprechen. Die nach den Präsidentschaftswahlen im vergangenen Jahr seit Monaten andauernde Regierungsbildung verzögert die Umsetzung dringend benötigter Reformen. Ein ambitioniertes Reformprogramm kann dabei die Grundlage für einen wirtschaftlichen Aufschwung legen.

Silberhorn: "Deutschland unterstützt Afghanistan auch zukünftig dabei, die Demokratie zu stärken und den vielen jungen Menschen durch Bildung und Beschäftigungsförderung eine Zukunftsperspektive zu geben. Im Gegenzug erwarten wir von der neuen afghanischen Regierung umfassende Reformen in Wirtschaft und Verwaltung. Dafür muss die Regierungsbildung zügig abgeschlossen werden. Wir erwarten, dass die neue Regierung dann konkrete Reformen umsetzt. Das stärkt das Vertrauen der Bevölkerung in die Regierungsstrukturen ihres eigenen Landes und bringt die Entwicklung voran."

Deutschland stellt jährlich 430 Millionen Euro für die zivile Entwicklung Afghanistans zur Verfügung, davon 250 Millionen Euro aus Mitteln des BMZ. Damit werden Projekte und Programme zur Förderung von Wirtschaft und Beschäftigung, zur Stärkung von Bildung und Ausbildung, zum Aufbau von Rechtsstaat und Verwaltung sowie zur Verbesserung der Energie- und Wasserversorgung finanziert.

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Lexikon der Entwicklungspolitik

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