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UN-Klimakonferenz in Paris

Afrikanische Länder starten AFR100-Initiative zur Wiederherstellung von 100 Millionen Hektar Waldlandschaft


Die Hand eines Arbeiters in einer Baumschule greift an die Blätter eines kleinen Mangrovenbaums.

Pressemitteilung vom 07.12.2015 |

Paris – Eine Reihe Regierungsvertreter afrikanischer Länder haben anlässlich der Klimaverhandlungen in Paris den Start der Initiative AFR100 angekündigt. Die Initiative hat sich zum Ziel gesetzt bis 2030 100 Millionen Hektar Wälder und baumreiche Landschaften in Afrika wiederherzustellen. Aktuell umfasst AFR100 zehn afrikanische Länder (Äthiopien, Demokratische Republik Kongo, Kenia, Liberia, Madagaskar, Malawi, Niger, Ruanda, Togo und Uganda), die zugesagt haben, insgesamt mehr als 30 Millionen Hektar degradierte Flächen wiederherzustellen. Diese Verpflichtungen fußen auf den Klimaschutzmaßnahmen, die viele afrikanische Länder als ihren Beitrag zu einem verbindlichen globalen Klimaabkommen schon vor der Konferenz verkündet hatten.

Das Entwicklungsprogramm der Afrikanischen Union (NEPAD), das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) und das World Resources Institute (WRI) haben AFR100 mit ins Leben gerufen.

"Wir wissen, dass die Wiederherstellung von Landschaften in Afrika funktioniert und großen Nutzen bringt. Dies hat sich in sehr unterschiedlichen Ländern wie Malawi, Äthiopien und Mali gezeigt", erklärt Dr. Ibrahim Assane Mayaki, CEO von NEPAD und ehemaliger Premierminister von Niger. "Wir müssen die erfolgreichen Maßnahmen jedoch auf den ganzen Kontinent ausweiten – das Potenzial für die Wiederherstellung von Waldlandschaften in Afrika liegt bei mehr als 700 Millionen Hektar."

Die Initiative wird von Gebern (unter anderem Weltbank), dem Privatsektor (Ecoplanet Bamboo und anderen ökologisch und sozial orientierten Investitionsfonds) und von Nichtregierungsorganisationen (unter anderem Clinton Stiftung, The Nature Conservancy) unterstützt.

Insgesamt haben die AFR100-Partner zugesagt, über eine Milliarde US-Dollar an Entwicklungsfinanzierung sowie 540 Millionen US-Dollar an privater Finanzierung für Investitionen in Waldlandschaften bereitzustellen – und damit für verbesserte Bodenfruchtbarkeit, Ernährungssicherung, Wasserressourcen, Verringerung der Wüstenbildung, größere biologische Vielfalt, Wirtschafts- und Beschäftigungswachstum, höhere Widerstandsfähigkeit gegenüber Klimaänderungen und Abbremsung des Klimawandels.

"Wir gehen davon aus, dass die AFR100-Initiative ein bislang ungeahntes Investitionsvolumen für die Wiederherstellung von Waldlandschaften freisetzen wird", so Dr. Gerd Müller, Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. "Diese Investition wird sehr wichtig sein, denn sie wird es den Gemeinden vor Ort ermöglichen, auf den beachtlichen Erfolgen Afrikas bei der Wiederherstellung von Landschaften im letzten Jahrzehnt aufzubauen und diese weiter voranzutreiben."

Die AFR100-Initiative baut auf den Klimaverpflichtungen der afrikanischen Länder auf. Bislang beziehen sich 13 der sogenannten INDCs (Intended Nationally Determined Contributions, also der beabsichtigten national festgelegten Beiträge) von afrikanischen Ländern auf die Wiederherstellung von Landschaften, den Schutz bestehender Wälder oder klimaverträgliche Landwirtschaft. Laut einer Analyse des World Resources Institute würde die Umsetzung der Verpflichtungen zu einer kumulierten Verringerung der Emissionen von 1,2 Gigatonnen CO2-Äquivalent in den kommenden 10 Jahren führen, was 36 Prozent der jährlichen Emissionen Afrikas beziehungsweise 0,25 Prozent der weltweiten Emissionen entspricht.

"Die Wiederherstellung von Waldlandschaften ist Afrikas Geschenk an die Welt", sagt Dr. Andrew Steer, Präsident und CEO des World Resources Institute. "Die Staaten der Welt verhandeln in Paris über ein Klimaabkommen, und die afrikanischen Länder – die historisch die geringste Verantwortung für den Klimawandel tragen – übernehmen mit ihren ehrgeizigen Verpflichtungen zur Wiederherstellung von Landschaften eine echte Führungsrolle. Und dies ist nicht nur wichtig für die Speicherung von CO2, sondern wird vor allem auch der armen ländlichen Bevölkerung großen Nutzen bringen."

Die Neue Partnerschaft für Afrikas Entwicklung (NEPAD) ist das Entwicklungsprogramm der Afrikanischen Union und hat zum Ziel, die panafrikanische sozioökonomische Entwicklung zu fördern.

Das BMZ entwickelt die zentralen Vorgaben und Richtlinien der deutschen Entwicklungspolitik.

Das World Resources Institute ist als globales Forschungsinstitut in mehr als 50 Ländern aktiv und hat Niederlassungen in den Vereinigten Staaten, China, Indien, Brasilien und in weiteren Ländern.

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