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Sozialstandards

Deutschland unterstützt Bangladesch beim Aufbau einer gesetzlichen Unfallversicherung


Der Parlamentarische Staatssekretär Thomas Silberhorn bei einer Veranstaltung zur Zusammenarbeit mit Bangladesch. Deutschland unterstützt das Land beim Aufbau einer gesetzlichen Unfallversicherung.

31.08.2015 |

Berlin – Deutschland arbeitet mit Bangladesch beim Aufbau einer gesetzlichen Unfallversicherung und im Arbeitsschutz künftig noch enger zusammen. Dies wurde heute im Rahmen einer Veranstaltung durch den Parlamentarischen Staatssekretär beim Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, Thomas Silberhorn, hervorgehoben: "Ich bin davon überzeugt, dass die Einführung einer gesetzlichen Unfallversicherung zu einem deutlich verbesserten Arbeitnehmerschutz beitragen wird."

In den vergangenen vier Wochen war eine 24-köpfige Delegation aus Bangladesch mit Vertreterinnen und Vertretern von Beschäftigten, Arbeitgebern und des staatlichen Arbeitsschutzes in Deutschland. Während des Aufenthaltes erhielten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer Einblicke in die theoretischen Grundlagen des deutschen Unfallversicherungssystems und seine Anwendung in der Praxis. Dabei fanden praxisnahe Schulungen mit Berufsgenossenschaften, Gewerkschaften und der deutschen Textilindustrie statt.

Im Rahmen der heutigen Abschlussveranstaltung konnten die Delegationsmitglieder ihre Erfahrungen dem bangladeschischen Arbeitsminister Mujibul Haque Chunnu, Textil-Arbeitgeberpräsident Atiqul Islam, Gewerkschaftssekretär Mesbahuddin Ahmed sowie einem deutschen Fachpublikum vorstellen. Initiiert wurde der vierwöchige Aufenthalt vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). Er wurde gemeinsam mit der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) sowie der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) organisiert und durchgeführt.

Thomas Silberhorn: "Die gelebte Partnerschaft zwischen Arbeitnehmern, Arbeitgebern und staatlichen Stellen wurde intensiv zum Erfahrungsaustausch genutzt. Das hat Vorbildcharakter und wird die Textilindustrie in Bangladesch weiter voranbringen." Das Wissen aus der Deutschlandreise soll jetzt in Bangladesch umgesetzt werden, um bessere Arbeitsbedingungen und soziale Sicherheit für die Beschäftigten nachhaltig zu gewährleisten.

Nach den dramatischen Ereignissen der vergangenen zwei Jahre in einzelnen Betrieben der Textilindustrie in Bangladesch hat die deutsche Entwicklungszusammenarbeit ihre Kooperation im Bereich der Arbeitsbedingungen verstärkt. Nach dem Einsturz des Industriegebäudes Rana Plaza vor zwei Jahren mit mehr als 1.000 Opfern hat das BMZ zahlreiche neue Projekte gestartet. Außerdem hat Bundesminister Dr. Gerd Müller ein Textilbündnis auf den Weg gebracht, das international große Beachtung findet. Insgesamt hat das BMZ bislang rund 16 Millionen Euro in die Verbesserung der Sozial- und Umweltstandards innerhalb der Textillieferkette in Bangladesch investiert. Damit konnten über 100.000 Arbeiter, Manager und Fabrikbesitzer bei der Umsetzung von Umwelt- und Sozialstandards beraten werden. Gemeinsam mit der ILO wurden rund 300 Arbeitsinspektoren ausgebildet.

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Lexikon der Entwicklungspolitik

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