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UN-Klimagipfel 2014

Bundesminister Müller: Klimaschutz ist Überlebensfrage der Menschheit


Bundesentwicklungsminister Gerd Mueller  während der Debatte in der Generalversammlung der Vereinten Nationen am 23.09.2014

23.09.2014 |

New York – Bun­des­mi­nis­ter Dr. Gerd Müller hat anlässlich des Weltklimagipfels eine neue globale Partner­schaft eingefordert. "Effizienter Klimaschutz ist eine Überlebensfrage der Menschheit. Deshalb brauchen wir eine neue globale Partner­schaft, in der Nach­hal­tig­keit zum Prinzip unseres Handelns wird. Wir brauchen ein wertebasiertes Ordnungssystem mit verbindlichen ökologischen und sozialen Standards."

Am Nachmittag hat Bun­des­mi­nis­ter Müller als Vertreter der Bun­des­re­gie­rung vor den Vereinten Nationen zur Klimafinanzierung gesprochen.

Minister Müller: "Klimaschutz in der Ent­wick­lungs­po­li­tik zahlt sich aus. Mit jedem Euro, den wir hier investieren, sparen wir vier Euro, die wir in Zukunft für Umweltschäden ausgeben müssten. Schon heute steht fest, dass Menschen in Ent­wick­lungs- und Schwellen­ländern die Hauptleidtragenden des Klimawandels sein werden."

Als Beispiel nannte der Minister am Rande seiner Rede die durch den Klimawandel beschleunigte Zerstörung der Böden in vielen Teilen Afrikas. Die Ernteerträge werden dort bis 2030 voraussichtlich um ein Drittel zurückgehen. Allein in Afrika könnten 90 Prozent der Produktionsflächen von Mais und Hirse verloren gehen und große Hungersnöte entstehen. Experten warnen davor, dass 200 Millionen Menschen weltweit ihre Heimatländer wegen des Klimawandels verlassen werden, wenn die Erderwärmung nicht gestoppt wird.

Zwischen 2005 und 2014 hat sich das deutsche En­gage­ment im in­ter­na­ti­o­nalen Klimaschutz vervierfacht – von 470 Millionen Euro auf mehr als 1,8 Milliarden Euro. Deutsch­land hat sich auch für die Einrichtung des "Grünen Klimafonds" stark gemacht, mit dem die Gebergemeinschaft künftig weltweit Klimaschutzprojekte finanzieren kann. Für diesen Fonds wird Deutsch­land 750 Millionen Euro bereitstellen.

Das Entwicklungsministerium ist das globale Klimaministerium. 90 Prozent der Mittel für globalen Klimaschutz werden vom BMZ umgesetzt.

Ein Schwerpunkt des deutschen Engagements im Bereich des in­ter­na­ti­o­nalen Klimaschutzes liegt im Bereich erneuerbarer Energien, zum Beispiel in Indien, wo mit deutscher Expertise eines der größten Photovoltaik-Kraftwerke der Welt entsteht, das mehr als eine Million Menschen mit Strom versorgen wird.

Über eine halbe Milliarde Euro hat Deutsch­land zudem weltweit in den Erhalt von Wäldern investiert, ein Bereich, der bis 2017 weiter ausgebaut wird. Mit den Mitteln wurden rund 630.000 Quadratkilometer – ​eine Fläche fast so groß wie Deutsch­land und Italien zusammen – unter Schutz gestellt.

Auch die Land­wirt­schaft in Ent­wick­lungs- und Schwellen­ländern steht im Fokus. Deutsche Ent­wick­lungs­po­li­tik unterstützt Bauern und Bäuerinnen, sich auf die klimatischen Veränderungen vorzubereiten und ihre landwirtschaftlichen Produktionsmethoden so anzupassen, dass sie den Wetterextremen besser standhalten, etwa durch die Züchtung neuer Pflanzensorten, die nach­hal­tige Nutzung der Böden, umweltschonenden Anbau und Bewässerung.

Ein Manuskript der Rede von Bundesminister Müller finden Sie hier.

Eine Tonaufnahme der Rede (englisch) können Sie sich hier anhören.

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Lexikon der Entwicklungspolitik

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