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Ostukraine

Bundesminister Müller übergibt Wohneinheiten an Flüchtlinge in Charkiw

Bundesminister Müller in der Ostukraine: "Jahrzehntelange Freundschaft bewährt sich jetzt in der Krise"


Bau von winterfesten Wohneinheiten für Flüchtlingsfamilien in Charkiw

14.10.2014 |

Berlin/Charkiw – Am zweiten Tag seiner Ukraine-Reise ist Bundesminister Dr. Gerd Müller von Kiew aus weiter in die ostukrainische Stadt Charkiw gereist. Dort nahm er zunächst am deutsch-ukrainischen Forum zu Bioenergie, Energieeffizienz und Agrobusiness teil. In seiner Eröffnungsrede lobte Müller die Zusammenarbeit beider Länder.

"Die Ukraine hat ein enormes Potenzial in der Landwirtschaft und bei erneuerbaren Energien. Hier liegt eine große Chance, sich dezentral und autonom mit Energie zu versorgen und weniger abhängig von importierter Kohle und Gas zu werden. Die deutsche Wirtschaft möchte ich ermutigen, gerade jetzt in der Ukraine zu investieren. Auch im Rahmen der Entwicklungszusammenarbeit unterstützen wir die Wirtschaft, beispielsweise in der Frage der beruflichen Ausbildung. Das BMZ fördert das Stipendienprogramm der deutschen Wirtschaft, mit dem wir jungen Leuten eine gute Ausbildung in zukunftsweisenden Branchen ermöglichen."

Der Bereich nachhaltige Wirtschaftsentwicklung ist ebenso ein Schwerpunkt in der etwa 20-jährigen Entwicklungszusammenarbeit mit der Ukraine wie das Thema Energieeffizienz. Deutschland hat auf die aktuelle Lage mit einer Verdreifachung der regulären Zusage auf rund 70 Millionen Euro reagiert.

Außerdem wurde aus diesen Mitteln unter anderem ein Fonds zur Unterstützung der Kommunen für die soziale Infrastruktur aufgelegt, beispielsweise für die Renovierung von Schulen und Krankenhäusern. Auch die Finanzverwaltung wird mit deutscher Unterstützung beraten.

Bundesentwicklungsminister Gerd Müller im Gespräch mit einem Polizisten in Charkiw

Anschließend nahm Müller gemeinsam mit Vertretern des Katastrophenschutzes, der Stadt und des Ukrainischen Roten Kreuzes in Charkiw symbolisch eine erste Lieferung von Hilfsgütern für Binnenflüchtlinge aus den Krisengebieten in Empfang und übergab die ersten aus Deutschland gelieferten Wohneinheiten an Flüchtlingsfamilien aus Donesk und Lugansk. Allein in Charkiw werden Unterkünfte für bis zu 450 Menschen entstehen. Insgesamt wird die Bundesregierung der betroffenen Region in den kommenden Wochen etwa 1.200 Wohnmodule zur Verfügung stellen.


Bundesentwicklungsminister Gerd Müller im Gespräch mit einer Flüchtlingsfamilie in Charkiw, die in eine der neuen winterfesten Wohneinheiten einziehen wird

"Uns verbindet eine jahrzehntelange Freundschaft mit der Ukraine, die sich jetzt bewähren kann: Wir sind auch dann für unsere Freunde da, wenn es schwierig wird – deswegen sind wir hier. Mit unserer Unterstützung wollen wir den Menschen ein Stück Hoffnung geben, die in den umkämpften Gebieten ihr Hab und Gut zurücklassen mussten. Oberste Priorität hat ein schneller Frieden für die Ukraine. Es gibt erste Zeichen der Entspannung, doch alle wünschen sich, dass daraus ein dauerhafter Frieden wird."

Zum Abschluss besuchte der Minister gemeinsam mit dem Präsidenten der ukrainischen Caritas eine Flüchtlingsunterkunft in Charkiw, um sich ein Bild von der Lage der Flüchtlinge zu machen.


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Lexikon der Entwicklungspolitik

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