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Flüchtlingskrise

Minister Müller beendet zweitägige Reise in den Nordirak

"Kurden leisten Herausragendes für die Menschen, die vor dem IS-Terror im Irak und dem Krieg aus Syrien fliehen."


Reise in den Nordirak: Bundesentwicklungsminister Gerd Müller trifft eine traumatisierte Familie im Kirkuk Zentrum zur Traumabewältigung.

02.10.2014 |

Zum Abschluss seiner zwei­tägigen Reise in den Nord­irak hat Bundes­minister Dr. Gerd Müller die Aufnahme­bereit­schaft der Menschen in den kurdischen Städten und Gemeinden gewürdigt.

Minister Müller: "Wir werden unsere Unter­stützung für sie weiter ausbauen, denn sie leisten Heraus­ragendes bei der Auf­nahme der Menschen, die vor dem IS-Terror im Irak und dem Bürger­krieg in Syrien fliehen. Was diese Frauen, Männer und Kinder erlebt haben, ist un­be­schreib­liches Leid. Neben dem Ausbau der Infra­struktur setzen wir mit unseren Mitteln auch Schwer­punkte in der psycho­sozialen Betreuung der Flücht­linge. Viele Frauen und Kinder werden für Jahr­zehnte unter dem Erlebten zu leiden haben. Ihnen wollen wir helfen, für ihr Leben wieder eine Zukunft zu sehen."

Minister Müller hatte am Mitt­woch das Kirkuk Zentrum zur Trauma­bewäl­ti­gung besucht, das Deutsch­land über Misereor unter­stützt. Dabei sprach der Minister mit Flücht­lings­familien und jesidischen Opfern der brutalen Gewalt der IS-Terroristen.

Neben dem Premier­minister der kurdischen Regional­regierung, Nechirvan Barzani, und mehreren Kabinetts­mitgliedern traf Müller auch den Erz­bischof von Erbil, der eben­falls Flücht­linge bei sich auf­genommen hat.

Bundesentwicklungsminister Gerd Müller trifft den Premierminister der kurdischen Regionalregierung, Nechirvan Barzani.

Bei Gesprächen in zwei Flücht­lings­camps machte sich die Dele­ga­tion ein Bild von der Arbeit des Welt­ernäh­rungs­programms und des Kinder­hilfs­werks UNICEF, mit denen das Ent­wick­lungs­ministe­rium zusammen­arbeitet. Erst im August hatte Minister Müller die Unter­stützung für den Nord­irak um 20 Millionen Euro auf­gestockt.

Seit Januar wurden 1,8 Millionen Menschen im Irak aus ihren Heimat­orten vertrieben, rund die Hälfte von ihnen Kinder. Fast 900.000 Binnen­flücht­linge halten sich in der Kurden­region im Nord­irak auf und suchen dort Schutz. Bis zu 700 Kinder sind laut Ver­einten Nationen in den ver­gangenen Monaten getötet oder miss­handelt worden. Viele Frauen und Kinder wurden ver­schleppt. Da die Kämpfe weiter­gehen, wird die Zahl der Flücht­linge aller Voraus­sicht nach weiter steigen.

Minister Müller appellierte deshalb an die Menschen in Deutsch­land: "Öffnen Sie Ihre Herzen und spenden Sie für die Hilfs­orga­ni­sa­tionen, die auch hier im Irak un­ermüd­lich im Einsatz sind. Die größte Flücht­lings­katas­trophe seit 50 Jahren mit über 50 Millionen Flücht­lingen verlangt unser aller Einsatz, stellt die Welt­gemein­schaft vor eine enorme Heraus­forderung. Die neue Euro­päische Kommission muss schnellst­möglich eine Sonder­milliarde aus bestehenden Töpfen zur Bekämpfung der Flücht­lings­krise bereit­stellen und die Zuständig­keiten bündeln. Die EU ist hier gefordert."


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Lexikon der Entwicklungspolitik

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