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Flüchtlingskrise

Bundesminister Müller reist in den Nordirak – die Menschen brauchen eine Perspektive vor Ort


Bundesentwicklungsminister Dr. Gerd Müller trifft den Außenminister der kurdischen Regionalregierung, Falah Mustafa Bakir, in Erbil.

01.10.2014 |

Angesichts der dramatischen Lage und der wachsenden Zahl der Flüchtlinge im Nordirak ist Bundesminister Müller nach Erbil gereist, um sich über den Stand der Umsetzung der deutschen Hilfsleistungen und über die aktuelle Situation in den kurdischen Gebieten zu informieren.

Minister Müller vor dem Abflug nach Erbil: "Auf der Flucht vor IS-Terroristen und dem Bürgerkrieg in Syrien haben mehr als zwei Millionen Menschen aus Syrien und dem Irak Zuflucht in der kurdischen Autonomieregion gefunden. Die Gemeinden und die Einwohner der kurdischen Gebiete verdienen höchste Anerkennung für die große Bereitschaft, den vielen Flüchtlingen in der Not zu helfen und ihnen so das Leben zu retten. Die internationale Gemeinschaft darf die kurdische Regionalregierung nicht alleine lassen, wenn es darum geht, diese kritische Situation zu bewältigen. Wir müssen eine Destabilisierung im Nordirak verhindern."

Minister Gerd Müller mit Therapeutinnen im Kirkuk Center for Torture Victims (Zentrum für Folteropfer)

Minister Müller wird sich bei seinem Besuch über den Stand der Umsetzung der Hilfsmaßnahmen informieren und dabei Gespräche mit den Vertretern der kurdischen Regionalregierung führen und irakische und syrische Flüchtlinge in den Aufnahmecamps treffen. Darüber hinaus ist ein Projektbesuch im Kirkuk Center für Opfer von schweren Menschenrechtsverletzungen, das mit Mitteln des BMZ unterstützt wird, geplant.

Minister Müller: "Der Winter kommt bald und das bedeutet für die Menschen in den Flüchtlingsgebieten eine zusätzliche Härte, sie brauchen jetzt unsere Hilfe. Die Flüchtlingsunterbringungen müssen entsprechend ausgestattet werden. Genauso wichtig ist aber auch, die aufnehmenden Städte und Gemeinden mit Infrastruktur zu unterstützen. Kinder und Jugendlichen müssen die Möglichkeit haben, die Schule zu besuchen, ansonsten haben wir eine verlorene Generation, die eigentlich dringend gebraucht wird, wenn es um den zukünftigen Aufbau der Dörfer und Städte geht, wenn diese Krise überstanden ist."

Das BMZ hatte im vergangenen August bereits kurzfristig auf die zunehmende Krise im Irak reagiert und weitere 20 Millionen Euro für Sofortmaßnahmen zur Unterstützung von Flüchtlingen im Irak zur Verfügung gestellt. Mit insgesamt 15 Millionen Euro unterstützt Deutschland dabei die Arbeit von UNICEF bei der Sicherstellung der Wasserversorgung in den Flüchtlingslagern, der Verbesserung von Sanitäranlagen, der Gesundheitsversorgung und Bildung von Kindern. Zwei Millionen Euro fließen in das Welternährungsprogramm unter anderem zum Aufbau von Feldküchen für 120.000 Menschen in Erbil und Dohuk. Vor Ort tätige Nichtregierungsorganisationen werden mit drei Millionen Euro unterstützt.

Seit 2012, dem Jahr des Ausbruchs der Syrienkrise, hat Deutschland die Länder der Region insgesamt mit etwa 614 Millionen Euro unterstützt.

Ziel ist, neben der kurzfristig ausgerichteten humanitären Hilfe vor allem Strukturen für Entwicklung zu sichern und aufzubauen, die die Lebenssituation der Flüchtlinge als auch der Bewohner in den aufnehmenden Gemeinden mittel- und langfristig verbessern.


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Lexikon der Entwicklungspolitik

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