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Agrarversicherungen

Klimarisiken begegnen, Ernährung sichern!

Mekele, Äthiopien: Bauer bestellt sein Feld mit Pflug und Ochsen.

27.11.2014 |

Berlin – Der parlamentarische Staatssekretär beim Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, Thomas Silberhorn, hat heute dafür geworben, die Potenziale von Agrarversicherungen in Entwicklungsländern stärker zu nutzen. Landwirte könnten damit besser gegen die Folgen von klimabedingten Risiken geschützt und so ein Beitrag zur Stabilisierung der Ernährungssituation geleistet werden.

Silberhorn: "Agrarversicherungen geben Kleinbauern und -bäuerinnen in Entwicklungsländern die Möglichkeit, nach wetterbedingten Schäden und Ernteausfällen einen finanziellen Ausgleich zu erhalten und wieder an ihre vorherige Produktionsleistung anzuschließen. Sie motivieren dazu, in den Agrarsektor zu investieren. Diese Investitionen sind dringend erforderlich, um die Versorgung der wachsenden Weltbevölkerung mit Nahrungsmitteln zu sichern."

Die Landwirtschaft ist ein Sektor, der mit am stärksten von den Auswirkungen des Klimawandels betroffen ist. Vor allem in den Entwicklungsländern sind Landwirte extremen Wetterereignissen, wie Dürre oder Überflutungen, meist schutzlos ausgeliefert. Agrarversicherungen können einen wesentlichen Beitrag dazu leisten, um dieses Risiko abzufedern. Sie werden jedoch noch viel zu wenig angewendet. Zudem kann ihr volles Potenzial nur ausgeschöpft werden, wenn Agrar- und Finanzwirtschaft in den betroffenen Ländern gut miteinander zusammenarbeiten.

Wie Agrarversicherungen in der Praxis umgesetzt werden können, ist Thema einer internationalen Konferenz, die vom 27. bis 28. November im BMZ stattfindet. Koveranstalter ist die Global Insurance Index Facility (GIIF), ein Treuhandfonds unter dem Dach der Weltbank, der in Entwicklungsländern den Aufbau lokaler Märkte für Versicherungen gegen Extremwetterlagen und Naturkatastrophen unterstützt.

Erfolgversprechende Ansätze in der Versicherungswirtschaft gibt es bereits seit längerem, zum Beispiel in Indien oder auf den Philippinen, wo Agrarversicherungen die Schadensanfälligkeit von Bauern gegenüber Naturkatastrophen verringern helfen. In Indien haben über 25 Millionen Landwirte eine solche Versicherung abgeschlossen.

Auch die deutsche Entwicklungspolitik wird künftig noch stärker auf die Potenziale von Agrarversicherungen setzen um die Nahrungsmittelversorgung von Menschen in Entwicklungsländern zu sichern. Zudem soll das Engagement zu Klimarisikoversicherungen auch außerhalb des Agrarsektors verstärkt werden. Mit insgesamt 50 Millionen Euro ist das BMZ beispielsweise am Aufbau der "African Risk Capacity", einer Dürreversicherung für afrikanische Länder beteiligt, die 2010 durch die Afrikanischen Union ins Leben gerufen wurde.

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