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Syrienkrise

Silberhorn emp­fängt libanesischen Außen­minister Bassil – Unter­stützung für Flücht­linge im Mittelpunkt


Der Parlamentarische Staatssekretär Thomas Silberhorn mit dem libanesischen Außenminister Gebran Bassil.

05.05.2014 |

Berlin – Thomas Silberhorn, Par­la­men­ta­rischer Staats­sekre­tär beim Bun­des­mi­nis­ter für wirt­schaft­liche Zu­sam­men­ar­beit und Ent­wick­lung, hat am Montag den libanesischen Außenminister Gebran Bassil getroffen, um über die regionalen Auswirkungen der Syrienkrise zu sprechen. Im April wurde im Libanon der einmillionste Flüchtling registriert: Damit stößt das Land, das selbst nur etwas über 4 Millionen Einwohner hat, an die Grenzen seiner Belastbarkeit.

Staats­sekre­tär Silberhorn betonte: "Die Leistung des Libanons, der in dieser schwierigen Situation große Gast­freund­schaft beweist, verdient unsere aus­drück­liche Anerkennung. Man stelle sich vor, Deutsch­land würde innerhalb von zwei Jahren ein Viertel seiner Einwohnerzahl, also etwa zwanzig Millionen Flücht­linge, aufnehmen! Angesichts der immensen He­raus­for­de­run­gen, mit denen sich das Land konfrontiert sieht, werden wir den Libanon auch weiterhin tatkräftig unterstützen."

Deutsch­land ist einer der größten Geber in der Syrienkrise und hat bisher knapp 100 Millionen Euro für Sonder­maß­nahmen im Libanon bereitgestellt. So finanziert das BMZ beispiels­weise in Zu­sam­men­ar­beit mit dem li­ba­ne­sischen Bil­dungs­ministerium den Ausbau von Schulen, in denen syrische und libanesische Kinder ge­mein­sam unter­richtet werden. Darüber hinaus hat das BMZ Nahrungs­mittel­gutscheine des Welt­er­näh­rungs­programms gefördert, mit denen Flücht­linge in privaten Geschäften und um­lie­gen­den Gemeinden ein­kau­fen können. So wird die lokale Wirt­schaft gestärkt und Konflikten zwischen Flücht­lingen und Auf­nah­me­gemeinden vorgebeugt. Im Rahmen der neu auf­ge­leg­ten Sonder­initiative "Flucht­ursachen be­kämp­fen, Flücht­linge re­inte­grieren" sind weitere Maß­nahmen geplant.

Thomas Silberhorn: "Die Un­ter­stüt­zung von auf­neh­men­den Gemeinden ist ein wichtiger Schwer­punkt der neuen Sonder­initiative. So können wir mögliche Ver­tei­lungs­konflikte um knappe Ressourcen mindern und damit einen Beitrag zur regionalen Stabilität leisten."

Die Syrienkrise ist eine der größten hu­ma­ni­tären Krisen seit 20 Jahren: Die Kämpfe dort haben inzwischen mehr als 150.000 Todes­opfer gefordert und Millionen Syrer in die Flucht getrieben. Die Vereinten Nationen schätzen die Zahl der Binnen­flücht­linge auf bis zu 7,6 Millionen. Weitere 2,7 Millionen Syrer sind als Flüchtlinge in den Nach­bar­ländern registriert, darunter über eine Million Kinder. Das Ausmaß der Belastung für die Auf­nahme­länder ist enorm: Betroffen sind vor allem Jordanien mit knapp 600.000 Flücht­lingen bei 6,5 Millionen Einwohnern und Libanon mit über einer Million Flücht­lingen bei 4 Millionen Einwohnern.

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Lexikon der Entwicklungspolitik

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