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Afrika

Bun­des­minister ​Müller ​reist ​nach Süd­sudan und Mali


Bundesentwicklungsminister Gerd Müller wird bei der Ankunft im Südsudan auf dem Flughafen von Juba begrüßt

26.03.2014 |

Bun­des­mi­nis­ter Dr. Gerd Müller startet heute (geplanter Abflug 07.30 Uhr) zu seiner dritten Afrika-Reise. Im Mittel­punkt seines Besuchs in Mali und Süd­sudan stehen die Lage der Flücht­linge und die Ernährungs­situation.

In dem seit dem Jahr 2011 vom Sudan un­abhängigen Süd­sudan ist Mitte De­zem­ber ein lange schwelender Macht­kampf zwischen Präsident Salva Kiir und seinem abgesetzten Stell­vertreter Riek Machar eskaliert. Tausende Menschen sollen getötet worden sein, fast eine Million der knapp acht Millionen Süd­sudanesen sind auf der Flucht. Hundert­tausende sind in Camps unter­ge­kommen. Die Hilfs­orga­ni­sa­tionen warnen angesichts der bald beginnenden Regen­zeit vor einer weiteren Zuspitzung der Lage. Eine im Januar vereinbarte Waffen­ruhe ist wieder­holt gebrochen worden.

Minister Müller: "Die Menschen im jüngsten Staat der Welt leiden unter einem gewalt­sam ausgetragenen alten Konflikt. Doch auch wenn wir unsere lang­fristig aus­gerichteten Entwicklungs­projekte in Süd­sudan deswegen unter­brechen mussten, werden wir die Flücht­linge nicht alleine lassen. Ziel unserer Ent­wick­lungs­zusam­men­arbeit ist es, für die in Not geratenen Menschen eine Pers­pek­tive zu schaffen."·

​Süd­sudan ist eines der ärmsten Länder der Welt. Der Groß­teil der land­wirt­schaft­lich nutz­baren Flächen des Landes wird gegen­wärtig nicht genutzt oder nur mit einfachen Mitteln be­wirt­schaf­tet. Zu den Schwer­punkten der deutschen Ent­wick­lungs­zusam­men­arbeit gehört deshalb auch die länd­liche Ent­wick­lung und Er­näh­rungs­siche­rung.

Minister Müller und seine Delegation werden in Süd­sudan die Sonder­gesandte des UN-General­sekretärs, Hilde Johnson, treffen und ein Flücht­lings­camp be­suchen. Auf dem Programm stehen auch Gespräche mit lokalen, deutschen und inter­na­tio­nalen Nicht­regierungs­or­ga­ni­sa­tio­nen sowie ein Treffen mit deutschen Polizisten und Bundes­wehr­soldaten, die Teil einer UN-Mission sind. Außerdem sind politische Gespräche mit Präsident Salva Kiir, dem Land­wirt­schafts- und dem Wasser­minister geplant.

Am Donnerstag wird Minister Müller in Mali erwartet. Im Mittel­punkt des Besuchs stehen die Er­näh­rungs­siche­rung und die Beiträge Deutsch­lands zur Stärkung der lokalen Ver­waltung, zum Beispiel der Gemeinden, mit denen das Land dauer­haft stabilisiert werden soll. Anlässlich des Besuchs eines Instituts für angewandte Agrar­forschung und Aus­bildung wird Müller den Start­schuss für ein erstes grünes Zentrum geben, in dem die gesamte land­wirt­schaft­liche Wert­schöpfungs­kette sichtbar werden soll.

Minister Müller: "In Mali eröffnen wir im Bereich der Land­wirt­schaft Lebens­perspek­tiven, die ein entscheidender Schlüssel für die fried­liche Zukunft des Landes sind. Es ist deshalb ein besonderes Zeichen, dass das erste der ins­gesamt zehn geplanten grünen Zentren in Mali auf den Weg gebracht wird."

Mali ist eines der ärmsten Länder der Welt. Nach der Krise im Jahr 2012 setzt sich die neue Regierung unter Präsident Keita für einen Über­gang zu Stabilität, Frieden und Demo­kratie ein und wird dabei von der inter­na­tio­nalen Gemein­schaft stark unterstützt.

In Mali bieten sich trotz der Lage im Sahel große Potenziale für Be­wässe­rungs­land­wirt­schaft am Fluss Niger und in den süd­lichen Landes­teilen. Damit wäre Mali lang­fristig in der Lage, seine Bevölkerung selbst zu ernähren. Mit deutschen Beiträgen ist es zum Beispiel 70.000 Klein­bauern im Binnen­delta des Niger ge­lungen, ​dort rund 130.000 Tonnen Reis zu pro­du­zieren und damit 400.000 Menschen in der Region ernähren zu können. Durch den deutschen Bei­trag zur Wasser­ver­sor­gung wird derzeit eine halbe Million Menschen mit Trink­wasser versorgt.

Neben den Projekt­besichtigungen trifft Minister Müller auch Bundes­wehr­soldaten, die Teil der UN- und der EU-Missionen sind. In Mali stehen ferner Gespräche mit Premier­minister Oumar Tatam Ly sowie dem Land­wirt­schafts­minister und dem Minister für terri­to­riale Ver­waltung auf dem Programm.

In der Delegation des Ministers reisen die Präsidentin der Deutschen Welt­hunger­hilfe, Bärbel Dieckmann, die Deutschland-Direktorin von ONE, Beate Wedekind, der VENRO-Vorsitzende Dr. Bernd Bornhorst sowie der Persönliche G8-Afrika-Beauftragte der Bundes­kanzlerin, Günter Nooke, mit.

Nach seinem Antritts­besuch bei der Afrika­nischen Union in der äthio­pischen Haupt­stadt Addis Abeba und einer Reise in die Zentral­afrikanische Republik reist Minister Müller zum dritten Mal in seiner Amts­zeit nach Afrika.

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Lexikon der Entwicklungspolitik

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