Hauptinhalt

UNHCR

Bun­des­mi­nis­ter Müller trifft UN-Flücht­lings­kommissar Guterres: "Wir erleben die schlimmste Flücht­lings­krise seit 50 Jahren"


Bundesminister Müller mit dem Hohen Flüchtlingskommissar der Vereinten Nationen, António Guterres

03.07.2014 |

Berlin – Anlässlich des heutigen Besuches des Hohen Flücht­lings­kom­mis­sars der Ver­einten Nationen, António Guterres, im BMZ hat Bun­des­mi­nis­ter Dr. Gerd Müller die Be­deu­tung des UNHCR bei der Be­wäl­ti­gung der welt­weiten Flücht­lings­pro­ble­ma­tik hervor­gehoben.

Minister Müller: "Wir erleben die schlimmste Flücht­lings­krise seit 50 Jahren. Die Zahl der Menschen, die welt­weit auf der Flucht sind, wächst täglich in bedrückendem Maß – die Haupt­last tragen dabei die Ent­wick­lungs­länder. Ich habe auf meinen Reisen nach Jordanien, in die Zentral­afrika­nische Republik und nach Süd­sudan das Elend der Flücht­linge erlebt. Die inter­natio­nale Gemein­schaft kann und muss mehr tun, um Flücht­lingen lang­fristige Entwicklungs­perspektiven zu eröffnen, Aufnahme­länder zu stärken und Ursachen für neue Flüchtlings­krisen zu bekämpfen."

Nach dem erst vor kurzem vorgestellten Jahres­bericht des UNHCR befanden sich im vergangenen Jahr 51 Millionen Menschen weltweit auf der Flucht, davon die meisten im eigenen Land. Die Hälfte der Flücht­linge sind Kinder.

Minister Müller: "Das UNHCR leistet eine un­ersetz­liche Arbeit für den Schutz und die Betreuung von Flücht­lingen – überall auf der Welt und oft unter widrigsten Bedingungen. Deswegen verstärken wir unsere Zu­sam­men­arbeit bei der Suche nach Lösungen für lang­andauernde Flücht­lings­situationen und bei der Re­integration von Flüchtlingen. Es ist nicht hin­nehm­bar, dass zwei Drittel der Flücht­linge weltweit durch­schnitt­lich 17 Jahre in Flücht­lings­lagern verbringen!"

Die von Minister Müller neu eingerichtete Sonder­initiative "Flucht­ursachen bekämpfen –​ Flücht­linge reintegrieren" setzt dazu ein klares Signal. Sie soll dazu beitragen, solchen Krisen vorzubeugen, die Flücht­lings­bewegungen auslösen. Zudem werden Flücht­linge dabei unter­stützt, wieder selbst für sich sorgen und eine neue Lebens­perspektive zu finden. Im Vorder­grund steht eine schnelle und un­büro­kra­tische Hilfe in den am meisten betroffenen Regionen, zum Beispiel im Libanon, wo syrischen Flüchtlings­kindern der Schul­besuch ermöglicht wird. Für die Sonder­initiative hat das BMZ im dies­jährigen Haushalt 170 Millionen Euro eingestellt.

Minister Müller verwies ins­be­son­dere auf die drama­tische Lage im Kontext der Syrien­krise. Die Bun­des­re­gie­rung habe hier in den ver­gangenen zwei Jahren über 500 Millionen Euro für die Un­ter­stüt­zung von Flücht­lingen und auf­nehmenden Gemeinden zur Verfügung gestellt, weitere 50 Millionen Euro sollen noch in diesem Jahr durch das BMZ hinzu­kommen. Deutsch­land gehört damit zur Spitze der inter­na­tio­nalen Geber. Nun komme es darauf an, dass auch im Rahmen der euro­päischen Ent­wick­lungs­zusam­men­arbeit dem Thema eine höhere politische Priorität eingeräumt werde, betonte Müller. Eine entschlossenere und effi­zien­tere Reaktion der EU sei nicht zuletzt eine Frage der Glaub­würdig­keit der von der EU vertretenen Werte und Interessen.

Das UN-Flüchtlings­hilfs­werk, dessen Arbeit das BMZ im vergangenen Jahr mit rund neun Millionen Euro unter­stützte, ist für den Schutz von Flücht­lingen zuständig. Auf Grundlage der Genfer Flüchtlings­konvention von 1951 setzt sich UNHCR weltweit dafür ein, dass Menschen, die von Verfolgung bedroht sind, in anderen Staaten Asyl erhalten. Laut Mandat hat das UNHCR auch die Aufgabe, dauer­hafte Lösungen für Flücht­linge in lang­anhaltenden Flucht­situationen zu finden. Flüchtlinge im eigenen Land gehören ebenfalls zur Ziel­gruppe von UNHCR. Seit 2005 leitet der ehemalige portu­giesische Premier­minister António Guterres das UN-Flüchtlings­hilfswerk.

Kurzlink zu dieser Meldung

Weitere Informationen

BMZ-Presseservice

Journalistinnen und Journalisten können sich hier in den BMZ-Presseverteiler aufnehmen lassen.

Informationen

Externer Link

Lexikon der Entwicklungspolitik

Fenster schließen

 

Seite teilen