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Unterstützung für Aufnahmeländer

Lage der syrischen Flüchtlinge im Fokus – Silberhorn reist nach Libanon und Jordanien

Flüchtlingslager Za'atari in Jordanien

08.12.2014 |

Berlin – Thomas Silberhorn, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, ist heute zu einer viertägigen Reise in den Libanon und nach Jordanien aufgebrochen. Er wird sich vor Ort über die Situation der syrischen Flüchtlinge und die Umsetzung der deutschen Hilfsleistungen informieren und dazu Gespräche mit Regierungsvertretern sowie internationalen Partnern führen.

Im Libanon, der selbst vier Millionen Einwohner zählt, haben mittlerweile 1,5 Millionen syrische Flüchtlinge Zuflucht gefunden. Damit ist der Libanon weltweit das Land, das die meisten Flüchtlinge pro Einwohner aufgenommen hat.

Staatssekretär Silberhorn: "Den Nachbarländern Syriens, insbesondere Jordanien und Libanon, gebührt große Anerkennung für die Aufnahme von Millionen syrischer Flüchtlinge. Wir müssen und wir wollen sie in dieser schwierigen Situation nicht alleine lassen. Eine Destabilisierung der Region muss verhindert werden."

Angesichts der dramatischen Lage vor Ort hatte das BMZ Ende Oktober weitere 140 Millionen Euro für die Unterstützung syrischer Flüchtlinge und der aufnehmenden Gemeinden zur Verfügung gestellt. Davon werden 71,5 Millionen Euro im Libanon und 42,5 Millionen Euro in Jordanien eingesetzt.

Im Libanon soll damit insbesondere die Arbeit des Kinderhilfswerks der Vereinten Nationen UNICEF in den Bereichen Bildung und Wasserversorgung unterstützt werden, außerdem Infrastrukturprojekte des UN-Entwicklungsprogramm (UNDP) in aufnehmenden Gemeinden, Maßnahmen für palästinensisch-syrische Flüchtlinge sowie die Bereitstellung von Nahrungsmittelgutscheinen durch das Welternährungsprogramm.

In Jordanien werden bilaterale Maßnahmen in aufnehmenden Gemeinden finanziert, insbesondere im Wasserbereich, ein Stipendienprogramm für syrische Flüchtlinge und Maßnahmen zur Energiegewinnung durch Abfall. Darüber hinaus soll das Flüchtlingslager Za'atari an die jordanische Wasser- und Abwasserversorgung angeschlossen werden.

Die Syrienkrise ist eine der größten humanitären Krisen der letzten Jahrzehnte. Die gewaltsamen Auseinandersetzungen in Syrien haben mehr als 190.000 Opfer gefordert und gewaltige Flüchtlingsströme ausgelöst.

Die Vereinten Nationen sprechen von 7,6 Millionen Binnenflüchtlingen sowie über drei Millionen registrierten Flüchtlingen in den Nachbarländern. Ungefähr 7,3 Millionen Kinder in Syrien und den Nachbarländern sind vom Konflikt betroffen und benötigen humanitäre Hilfe. Das Ausmaß der Belastung für die Aufnahmeländer ist enorm.

Deutschland hat bislang fast 800 Millionen Euro für die Bewältigung der Flüchtlingskrise in der Region zur Verfügung gestellt.

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Lexikon der Entwicklungspolitik

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