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Zukunftscharta-Tour

"EINEWELT ohne Hunger – wie schaffen wir das?"

Ent­wick­lungs­mi­nis­ter Müller macht auf seiner Zu­kunfts­charta-Tour ent­lang des 11. Längen­grades Station in Quedlinburg

Entwicklungsminister Gerd Müller (2. von rechts) mit der stellvertretenden Chefredakteurin der Mitteldeutschen Zeitung, Sibylle Quenett (links), dem Leiter des Julius Kühn-Instituts (JKI), Frank Ordon, Marion Aberle von der Welthungerhilfe und dem JKI-Experten Cornel S. Adler (rechts)

27.08.2014 |

Berlin/Quedlinburg – Moderne An­bau­metho­den und Saat­gut­for­schung aus Quedlinburg standen im Mittel­punkt der Dis­kussion mit Lese­rinnen und Lesern der Mittel­deutschen Zeitung am Julius Kühn-In­sti­tut. Bun­des­mi­nis­ter Müller bezeich­nete es dabei als Skan­dal, dass über 850 Millionen Menschen auf der Welt immer noch hun­gern, wäh­rend unsere Wohl­stands­ge­sell­schaft über Über­gewicht und Di­äten dis­kutiert.

Mit Prof. Frank Ordon, Leiter des Insti­tuts für Resistenz­forschung und Stress­tole­ranz, stand den rund 90 Teil­nehme­rinnen und Teil­neh­mern der Veran­staltung ein aus­ge­wie­sener Fach­mann für Pflan­zen­züch­tung Rede und Ant­wort, auch wenn es darum geht, klima­resis­tente Pflanzen zu ent­wickeln. Der JKI-Ex­perte, Dr. Cornel S. Adler, eben­falls auf dem Po­dium, sucht der­zeit in Kame­run mit anderen Wissen­schaft­lern nach geeig­neten Mög­lich­keiten, um Ernte­erträ­ge ohne Pflan­zen­schutz­mittel vor dem Ver­der­ben zu be­wahren.

Eine große He­raus­for­de­rung ist für viele Ent­wick­lungs­länder die Verar­beitung der Ernte. Teil­weise ver­rottet über die Hälfte von Obst und Gemüse. Minister Müller stellte des­halb sein Projekt der zehn grünen Zentren vor, in denen tech­nolo­gisches Know-how für die gesamte Wert­schöpfungs­kette vom Acker bis zum Teller ver­mittelt und trainiert werden soll. Ein erstes grünes Zentrum hat Minister Müller im Früh­jahr bei einem Besuch in Mali auf den Weg gebracht.

Die ent­wick­lungs­po­litische Expertin der Welt­hunger­hilfe, Marion Aberle, sieht vor allem im Klima­wandel eine Gefahr für die Ent­wick­lungs­länder in Afrika. Viele Klein­bauern dort erleb­ten die dritte oder vierte Trocken­zeit hinter­ein­an­der. Afrika droh­ten Ernte­ein­bußen von 50 Prozent inner­halb der nächsten Jahre.

Das Julius Kühn-Insti­tut, eine For­schungs­einrichtung des Bundes, hat eine über 100-jährige Tradition im Pflanzen­schutz und in der Züch­tung von Saat­gut. Neue Sorten, die fit sind für den Klima­wandel, werden nicht nur in Deutsch­land, sondern auch auf anderen Konti­nenten, beson­ders in Afrika, benötigt.

Auch in Sachsen-An­halt, der dritten Station seiner Tour entlang des 11. Län­gen­grades, sam­melte Minister Müller viele Vor­schläge der Bürge­rin­nen und Bür­ger für eine Zu­kunfts­charta, die Vor­schläge für neue Ent­wicklungs­ziele ab 2015 formu­liert. Am 24. November soll die Zukunfts­charta der Bundes­kanzlerin in Berlin über­geben werden. Sie trägt die Über­schrift "EINEWELT – unsere Ver­ant­wor­tung". Wie sehr wir dabei als Welt­gemein­schaft immer enger von­ein­ander ab­hän­gig sind, zeigt die Reise des Ministers entlang des 11. Län­gen­grades, die im kom­menden Jahr auch nach Afrika führen soll. Ob wir dort oder hier ent­lang eines Meri­dians leben: Wir können die He­raus­for­de­run­gen unserer glo­balen Welt nur gemein­sam oder gar nicht lösen.

Am Sonntag hatte Minister Müller seine Tour in der Klima­forschungs­station Schnee­ferner­haus auf der Zug­spitze begonnen. Am Mittwoch­abend endet die Deutsch­land-Reise auf der Vier­mastbark Passat im Hafen von Trave­münde mit einer Dis­kussion über den Zustand unserer Welt­meere.

Detaillierte Informationen über die weiteren Veran­stal­tungen der Zu­kunfts­charta-Tour finden Sie hier.

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Lexikon der Entwicklungspolitik

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