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Un­ter­stüt­zung für die Be­völkerung

Deutsches Expertenteam wieder im Südsudan

Minister Müller: "Wir senden deutliches Unterstützungssignal"

 Flüchtlinge in einem UN-Lager für Binnen­flüchtlinge im Südsudan

29.04.2014 |

Berlin/Juba – Erstmals seit Ausbruch der Kämpfe im Süd­sudan ist wieder ein deutsches Experten­team vor Ort tätig. Es hat die Auf­gabe, die von Bun­des­mi­nis­ter Dr. Müller bei seinem Besuch Ende März zu­ge­sagten zu­sätz­lichen Hilfen zu starten und um­zu­setzen.

Bun­des­mi­nis­ter Dr. Gerd Müller: "Unser Experten­team wird aktiv dazu bei­tragen, lebens­wichtige Un­ter­stüt­zung für die Be­völkerung im Süd­sudan zu leisten. Die ver­heerende Situation dort ver­langt es, dass wir un­ver­züg­lich handeln. Ein Drittel der Menschen ist akut vom Hunger bedroht. In den not­dürftigen Flücht­lings­camps ist die Lage be­sonders dramatisch. Daher erhält das Welt­er­näh­rungs­pro­gramm jetzt wie an­ge­kündigt zehn Millionen Euro für die Ver­sorgung von Flücht­lingen mit Nahrungs­mitteln. Mit unserer Zu­stimmung hat das WEP bereits damit be­gonnen, die ent­sprechen­den Lebens­mittel zu be­schaffen, um möglichst rasch helfen zu können. Die African Medical Research Foundation wird mit Hilfe unserer Mittel die ärztliche Basis­ver­sorgung von etwa 160.000 Menschen sicher­stellen. Wir senden damit ein deutliches und schnelles Unter­stützungs­signal an die vielen not­leidenden Menschen im Südsudan und stellen uns damit unserer humanitären Ver­­ant­wor­tung."

Bundes­ent­wick­lungs­mi­nister Dr. Gerd Müller hatte sich am 26. und 27. März als erster euro­päischer Re­gierungs­ver­treter nach Beginn der jüngsten Krise ein eigenes Bild von der Lage vor Ort ge­macht. Er sagte während seines Auf­ent­halts 17,5 Millionen Euro zur Un­ter­­stüt­zung der Flüchtlinge zu.

Nach der Evakuierung der ent­sandten Fach­experten der Deutschen Ge­sell­schaft für In­ter­natio­nale Zu­sam­men­ar­beit (GIZ) und der KfW-Entwicklungsbank zu Beginn der ge­waltsamen Aus­schreitungen im Dezember 2013 hatte die ent­wick­lungs­po­litische Zu­sam­men­ar­beit geruht.

Der Krisenstab der Bun­des­re­gie­rung hat in seiner Sitzung am ver­gangenen Donnerstag (24. April) die Ausreise eines Kernteams nach Südsudan mit hohen Sicher­heits­vor­kehrungen ge­nehmigt.

Aufgabe des acht­köpfigen Experten­teams ist es, länger angelegte Projekte im Bereich Land­wirt­schaft so um­zu­steuern, dass diese den Not­leidenden jetzt zu­gute­kommen.

Dazu zählen zum Beispiel die Verteilung von Saatgut und land­wirt­schaftlichen Geräten und der Bau von sanitären Anlagen. Finanziert werden diese und weitere Leistungen über einen sogenannten "Quick Response Fonds" in Höhe von fünf Millionen Euro aus bereits zu­gesagten und jetzt um­programmierten Mitteln. Aus diesem Fonds werden darüber hinaus auch Hilfs­leistungen von Nicht­re­gierungs­or­ga­ni­sa­tio­nen im Süd­sudan unterstützt. Weitere 7,5 Millionen Euro werden an Nicht­re­gierungs­or­ga­ni­sa­tio­nen vergeben, die bereits vor Ort aktiv sind und guten Zugang zu breiten Teilen der Bevölkerung haben.

Die Bevölkerung im Südsudan ist dringend auf die Un­ter­stüt­zung durch Ent­wick­lungs­zusam­men­ar­beit und humanitäre Hilfe an­ge­wiesen. Mittler­weile befindet sich mehr als eine Million Menschen auf der Flucht – fast jeder zehnte Staats­bürger. Mehr als die Hälfte der Bevölkerung lebt in extremer Armut, nicht einmal jeder Vierte hat Zugang zu Trinkwasser.

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Lexikon der Entwicklungspolitik

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