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Müller und Nahles: Welt­weit mehr Gerechtigkeit und Nach­hal­tig­keit in der Textil­wirtschaft!


Arbeiterinnen in einer Textilfabrik in Bangladesch, in der besonders auf die Einhaltung der gesetzlichen Sozial- und Umweltstandards geachtet wird

24.04.2014 |

Anlässlich des heutigen Jahres­tages des Ein­sturzes der Fabrik­gebäude des Rana Plaza in Bangladesch rufen Bun­des­mi­nis­ter Dr. Gerd Müller und Bundes­ministerin Andrea Nahles die Textil­branche dazu auf, sich auf ein­heit­liche Sozial- und Umwelt­standards in den Pro­duktions­ländern zu ver­pflichten.

Nahles: "Gute Arbeits­bedingungen dürfen nicht an den nationalen Grenzen halt machen. Leib und Seele müssen am Arbeits­platz sicher sein – überall auf der Welt. In Deutsch­land fördern wir gute Arbeit durch Sozial­partner­schaft und Mindest­löhne. Auf nationaler und inter­nationaler Ebene unterstützen wir Unter­nehmen dabei, ihrer globalen Ver­ant­wor­tung gerecht zu werden. Die In­stru­mente hier­für stehen bereit, gerade auch durch die ILO-Agenda für men­schen­würdige Arbeit. Wie das traurige Beispiel von Rana Plaza zeigt, muss diese aber in­ter­national noch viel besser umgesetzt werden – von Staaten und Unter­nehmen. Dafür setze ich mich ein.​"

Müller: "Die teilweise un­menschlichen Arbeits- und Lebens­ver­hältnisse in der Textil­in­dustrie in Ländern in Asien oder Afrika sind nicht länger hin­nehm­bar! Deutsch­land kann und muss eine Vor­reiter­rolle ein­nehmen, damit sich diese Arbeits­be­dingungen ver­bessern."

​Für beide Minister ist es darüber hinaus nicht akzeptabel, dass die in­ter­natio­nale Textil­wirt­schaft bis­lang erst etwa ein Drittel der vor­ge­sehenen Summe für den Ent­schädigungs­fonds ge­leistet hat, der unter dem Vor­sitz der In­ter­na­ti­o­nalen Arbeits­organisation (ILO) für die Opfer von Rana Plaza aufgelegt wurde.

Minister Müller: "Seit der Katastrophe vor einem Jahr ist zu wenig passiert. Noch immer warten Opfer und deren Angehörige auf Ent­schädigungs­zahlungen – auch von deutschen Firmen. Dabei brauchen die Menschen in Bangladesch diese Entschädigung dringend. Wir fordern die Unter­nehmen auf, jetzt schnell zu handeln."

Beim schwersten Unglück in der Textil­industrie, dem Einsturz der Gebäude von Rana Plaza in Bangladesch, starben über 1.130 Menschen und über 2.000 wurden teil­weise schwer verletzt. Zu den Opfern zählen viele Frauen, die im Textilsektor in Bangladesch mehr­heitlich beschäftigt sind.

Die deutsche Ent­wick­lungs­zusam­men­ar­beit unterstützt in Bangladesch die Einführung und Ein­haltung von Sozial- und Um­welt­standards im Textil­sektor. Dazu zählen Auf­klärungs­kampagnen, Fort- und Aus­bildungs­an­ge­bote sowie Trainings und die Aus­stattung staatlicher Arbeits­inspektoren, die Kontrollen in den Fabriken durchführen.

Unmittelbar nach der Katastrophe von Rana Plaza half die Bun­des­re­gie­rung mit Sofort­maß­nahmen, die von medizinischer Versorgung bis zur Erstellung von Opfer­listen reichte. Sie unter­stützt Opfer von Rana Plaza mit schweren körper­lichen Schäden bei ihrer Re­habi­li­tation und dem be­ruflichen Wieder­einstieg.

Am Mittwoch, dem 30. April, findet im Bun­des­mi­nis­te­rium für wirt­schaft­liche Zu­sam­men­ar­beit und Ent­wick­lung der erste "Runde Tisch Textil" statt, zu dem Minister Müller Vertreter der Textil­wirtschaft, der Ge­werk­schaften und der Zivil­ge­sell­schaft eingeladen hat.

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Lexikon der Entwicklungspolitik

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