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Bundesentwicklungsminister Dirk Niebel mit Stadtführer Ahmed Bassir in der Altstadt (Medina) von Marrakesch, Marokko. Urheberrecht: Photothek.net

30.10.2011
Bundes­ent­wick­lungs­minister Dirk Niebel zu Reise nach Marokko auf­ge­brochen

Bundesentwicklungsminister Dirk Niebel ist am heu­tigen Sonntag zu einem zwei­tägigen Besuch nach Marokko aufgebrochen.

Nach der Wahl zur ver­fassungs­gebenden Ver­samm­lung in Tu­ne­sien am vergangenen Sonntag stehen in Ma­rok­ko in we­nigen Wochen vor­ge­zo­gene Par­la­ments­wahlen an. Wie in an­deren Län­dern des "ara­bi­schen Früh­lings" setzten sich auch die Men­schen in Marokko cou­ra­giert für mehr Demo­kratie, mehr Rechts­staat­lich­keit und eine größere Beteiligung der Zivilgesellschaft ein.

"Vor den Parlamentswahlen am 25. November möchte ich Ver­tre­ter von Regierung, Parlament und Opposition zu weiteren poli­ti­schen und wirt­schaft­lichen Re­for­men ermutigen", sagte Dirk Niebel vor seiner Abreise. Auf dem Programm stehen hoch­ran­gige politische Ge­sprä­che sowie Besuche von Projekten der Ent­wick­lungs­zu­sam­men­arbeit. In Rabat wird Niebel mit dem marok­ka­nischen Außen- und Kooperations­minister Taieb Fassi-Fihri sowie mit Finanz­minister Salaheddine Mezouar zum Meinungs­austausch zusammentreffen. Darüber hinaus sind Gespräche mit dem Parlaments­prä­si­denten Abdelaouahed Radi und mit Vertretern der Opposition geplant.

"Marokko zeigt sich in seiner kontinuierlichen Ent­wick­lung als stabiler und zu­ver­lässiger Partner in der Region. Ich bin zu­ver­sicht­lich, dass es dem Land gelingt, nach­haltige wirt­schaft­liche Ent­wick­lung und zugleich grund­legende soziale Reformen zu erreichen, und ich begrüße ausdrücklich die Reform­vor­haben von König Mohammed VI. Deutsch­land steht bereit, Marokko auf diesem Weg zu unter­stüt­zen und auch in struktur- und ord­nungs­po­li­ti­schen Fragen zu beraten, sofern dies von marokkanischer Seite gewünscht ist", betonte Niebel.

Marokko ist ein wichtiger Partner der Zusammenarbeit Deutsch­lands mit der Region Nordafrika/Naher Osten. Die deutsch-marokkanische Ent­wick­lungs­zu­sam­men­arbeit kon­zen­triert sich vor allem auf die Bereiche Nutzung und Management von Wasser­res­sour­cen, nach­haltige Wirt­schafts­ent­wicklung sowie Umwelt und Klima­wandel, einschließlich Förderung erneuerbarer Energien.

Marokko gilt als regionaler Vorreiter im Bereich der er­neu­er­ba­ren Energien. Die Regierung hat sich bis 2020 ehr­geizige Ziele für die Nutzung dieser unbegrenzt vor­han­denen Energie­quellen gesetzt. Lang­fristig könnte Marokko, das bislang fast vollständig auf Importe von Energie­trägern wie Erdöl, Kohle und Gas abhängig ist, den wach­sen­den Energie­bedarf selbst decken.

Niebel begrüßt die ambitionierten Pläne der ma­rok­ka­nischen Regierung: "Erneuer­bare Energien sind eine große Chance für Marokko, wirt­schaft­liche Ent­wick­lung, Un­ab­hän­gig­keit von Energie­importen und Klima­schutz gleichzeitig zu erreichen."

Während seiner Reise wird sich der Bundes­ent­wick­lungs­minister bei Projekt­be­suchen über den Stand der deutsch-marok­ka­nischen Ent­wick­lungs­ko­op­e­ra­tion informieren. Geplant ist die Besichtigung eines Wind­parks in Tanger, der mit deutscher Unter­stüt­zung gebaut worden ist, sowie der Besuch einen Textil­un­ter­nehmens, das bei der Schaffung von An­ge­bo­ten zur beruf­lichen Bildung unterstützt wurde. In Marrakesch wird Niebel Gespräche mit Kredit­nehmern führen, die mit Kleinst­krediten gefördert werden. Der Stärkung des Privat­sektors, ins­be­sondere des Segments der Kleinst-, Klein- und mittleren Unternehmen (KKMU), kommt in Marokko eine besondere Be­deu­tung zu, da ein wesent­licher Anteil der Arbeits­plätze und der Wirt­schafts­leistung auf diesem Bereich fußen. In der Haupt­stadt Rabat steht neben den po­li­ti­schen Ge­sprä­chen ein Besuch in der staat­lichen Hoch­schule für Jour­na­lis­ten­aus­bildung auf dem Programm.

Am späten Dienstagabend wird Niebel in Berlin zurück erwartet.

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