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Straßenszene mit Verkaufsständen in der bolivianischen Hauptstadt La Paz. Urheberrecht: photothek.net

07.10.2011
Deutschland unter­stützt Boli­vien wei­ter­hin bei der Um­set­zung poli­tischer Reform­prozesse

Deutschland wird Boli­vien auch wei­ter­hin in der Armuts­be­kämp­fung unter­stüt­zen. Dies ver­ein­barten beide Re­gie­rungen bei den bi­la­te­ralen Ver­hand­lungen zur Ent­wick­lungs­zu­sam­men­arbeit vom 5. bis 7. Oktober 2011 in Bonn.

Für die entwicklungs­politische Zu­sam­men­arbeit in den Jahren 2011 und 2012 sagte Deutsch­land ins­ge­samt 45,2 Mil­lionen Euro zu. Boli­vien konnte in den letzten Jahren be­deu­tende Fort­schritte in der Armuts­be­kämp­fung vor­wei­sen. So stieg das Pro-Kopf-Ein­kommen seit 2006 von 1.230 US-Dollar im Jahr 2010 auf 1.840 US-Dollar. Den­noch leben noch immer etwa zwei Drit­tel der Be­völ­ke­rung in Armut und etwa ein Drittel in extremer Armut.

Die von bolivianischer Seite initi­ierten Reform­pro­zesse haben die Er­war­tungen hin­sicht­lich der Ver­bes­se­rung der poli­tischen Teil­habe der boli­via­nischen Be­völ­ke­rung bei wich­tigen Ent­schei­dungen bis­lang nicht er­fül­len kön­nen. Die aktuel­len poli­tischen Ent­wick­lungen und Zu­spit­zung der in­ternen Kon­flikte zeigen, dass weiter­hin großer Be­darf be­steht, die zen­tralen und de­zen­tralen Ver­wal­tungs­struk­turen bei den Grund­prin­zi­pien einer guten Re­gie­rungs­füh­rung zu unter­stüt­zen. "Die Garan­tie und Ein­hal­tung rechts­staat­licher Prin­zi­pien bil­det die Basis für die deutsch-boli­via­nische Koope­ra­tion und ist nicht ver­han­del­bar", be­tonte Minister Dirk Nie­bel bereits bei seinem Besuch im Novem­ber 2010. Die Not­wen­dig­keit der weiteren Zu­sam­men­arbeit im Schwer­punkt Staat und Demo­kra­tie wurde im Rah­men der Re­gie­rungs­ver­hand­lungen in einem kritisch-konstruk­tiven poli­tischen Dia­log von beiden Seiten be­stä­tigt. Dazu ver­stän­digten sich beide Seiten darauf, Boli­vien bei der Um­set­zung des Auto­no­mie­rahmen­gesetzes zu unter­stützen. Ziel der För­de­rung ist es, staat­liche Struk­turen und zivil­gesell­schaft­liche Grup­pen dazu zu be­fähigen, die im Gesetz vor­ge­sehenen Be­tei­li­gungs­mechanismen er­folg­reich um­setzen zu können.

Ferner bestätigten die deutsche und bolivia­nische Re­gie­rung die Fort­füh­rung der beiden Schwer­punkte nach­hal­tige Land­wirt­schaft sowie Trink­wasserver- und Abwasser­entsorgung.

Die Trinkwasserver- und Abwasser­ver­sorgung zählen weiter­hin zu den zen­tralen Ent­wick­lungs­hemmnissen in Boli­vien. Um den Zu­gang zu quali­ta­tiv ein­wand­freiem Trink­wasser zu er­höhen und die An­bin­dung an eine ge­regelte Ab­was­ser­ent­sorgung aus­zu­weiten, stellt Deutsch­land der boli­via­nischen Seite weitere Mit­tel zur Verfügung.

Auch in der Landwirt­schaft ist die Ver­füg­bar­keit von Was­ser, ins­be­son­dere in den trockenen Gebie­ten, ein stän­diger Eng­pass­faktor. Zur För­de­rung einer nach­hal­tigen Land­wirt­schaft, die sowohl zur Ein­kommens­stei­gerung der Klein­bäuerinnen und Klein­bauern als auch zur Er­nährungs­sicher­heit beträgt, sagte Deutsch­land der bolivia­nischen Regie­rung weitere Unter­stüt­zung für Bewäs­serungs­vorhaben zu.

Bolivien bleibt weiterhin ein Partner­land der deutschen Entwicklungs­zusammenarbeit.

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