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Indische Frauen und Kinder. Urheberrecht: bpa, Faßbender

03.11.2011
Entwicklungs­zusammen­arbeit mit Indien im Zeichen von Umwelt- und Klima­schutz

Bei den diesjährigen deutsch-indischen Regierungs­verhand­lun­gen über Ent­wick­lungs­zusammen­arbeit, die am 2. und 3. Novem­ber in Neu Delhi statt­fanden, haben beide Länder beschlossen, ihre Koope­ra­tion in den Bereichen Energie, Umwelt und Klima­schutz sowie auf dem Gebiet der nach­haltigen Wirt­schafts­ent­wick­lung weiter auszu­bauen.

Indien gehört zu den welt­größten CO2-Emittenten und gilt zugleich als eines der am stärksten vom globalen Klima­wandel betroffenen Länder. Im Mittel­punkt der Regierungs­ver­hand­lungen standen daher erneut Vor­haben zum Schutz des Klimas und der Umwelt. Durch neue Projekte zum Ausbau Er­neuer­barer Ener­gien, zur An­passung an den Klima­wandel im Nord­osten, im Bereich der Bio­diversi­tät und zur Förderung umwelt­rele­vanter städtischer Infra­struktur­maß­nahmen unter­stützt die Bundes­regierung Indien bei der Lösung zentraler Ent­wick­lungs­probleme. In den Bereichen Klima und Umwelt gilt deutsches Know-how als welt­weit führend und wird von den indischen Partnern gezielt nach­gefragt. Fort­schritte beim Umwelt- und Klima­schutz in Indien tragen maß­geb­lich auch zum globalen Klima­schutz bei. Die ent­wick­lungs­poli­tische Zusammen­arbeit in diesen Bereichen dient daher auch elemen­taren deutschen Inte­res­sen.

In Indien leben trotz be­ein­drucken­der wirt­schaft­licher Fort­schritte der letzten Jahre immer noch rund 800 Millionen Menschen unter­halb der Armuts­grenze, rund 400 Millionen sogar in abso­luter Armut. Die Teilhabe der Armen, ins­besondere in länd­lichen Räumen, an Ent­wick­lung und Wirt­schafts­wachstum bleibt daher die größte Heraus­forderung für die indische Regierung. Deutsch­land unter­stützt Indien des­wegen mit Beratungs­programmen zur Sozial­politik und zur länd­lichen Ent­wick­lung. Wichtiges Anliegen ist es dabei, an indische Eigen­anstrengungen anzu­knüpfen, modell­hafte Lösungen auf­zu­zeigen und Partner dahin­gehend zu quali­fi­zieren, dass sie die Maß­nahmen eigen­ständig weiter­führen und wieder­holen können. Nur so können angesichts der Größe des Landes nach­haltige Wirkungen erreicht werden.

Für die ent­wick­lungs­poli­tische Zusammen­arbeit wurden in den dies­jährigen Regierungs­ver­hand­lungen 50,5 Millionen Euro aus dem Bundes­haus­halt neu zuge­sagt. Zusammen mit Markt­mitteln der Kredit­anstalt für Wieder­aufbau können damit für neue Vorhaben im Klima- und Umwelt­bereich in Indien Kredite in Höhe von ins­gesamt rund 255 Millionen Euro zur Ver­fügung gestellt werden. Bereits im Früh­jahr hatte das BMZ Indien eine Finan­zie­rungs­zusage für das derzeit größte Photo­voltaik­kraft­werk der Welt im indischen Bundes­staat Maha­rash­tra gegeben. Mit einem zins­verbilligten Entwick­lungs­kredit der KfW in Höhe von 250 Mil­lio­nen Euro, wofür das BMZ aus Haus­halts­mitteln rund 35 Millionen Euro bereit­gestellt hat, beteiligt sich Deutsch­land maß­geblich an den Investitions­kosten für dieses Leucht­turm­vor­haben, dessen Gesamt­kosten sich auf rund 350 Millionen Euro belaufen.

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