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Renate Bähr (links), Gudrun Kopp und Bettina Maas (rechts) bei der Vorstellung des Weltbevölkerungsberichts. Urheberrecht: Die.Projektoren

20.10.2010
Kopp: Deutschland räumt der selbstbestimmten Familien­planung höchste politische Priorität ein

Weltbevölkerungsberichts des UNFPA vorgestellt

Im Zentrum des diesjährigen Weltbevölkerungsberichts des UNFPA, dem Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen, steht die Resolution 1325. Diese Resolution des UN-Sicherheitsrats hatte im Jahr 2000 erstmals alle Parteien bewaffneter Konflikte aufgefordert, Frauen und Mädchen vor sexueller Gewalt zu schützen und sie in Friedensverhandlungen einzubeziehen.

Die Deutsche Stiftung Weltbevölkerung (DSW) stellte den Bericht am Mittwoch gemeinsam mit UNFPA und dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) in Berlin vor. Anlässlich des 10. Jahrestages der Resolution 1325 wirft der Bericht einen Blick auf die Entwicklungen seit ihrer Verabschiedung. Der neue Bericht präsentiert auch eine Untersuchung zum Zugang zu reproduktiver Gesundheits­fürsorge.

Die Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundes­entwicklungs­minister, Gudrun Kopp, betonte: "Die Bilanz zeigt, dass Fortschritte erzielt wurden: Die neuesten Daten verdeutlichen: Die Mütter­sterb­lichkeit konnte seit 1990 um ein Drittel reduziert werden. Ziel des MDG 5 ist es jedoch, eine Reduzierung um drei Viertel bis 2015 herbeizuführen. Hier sind wir alle weiter gefordert, um dieses Ziel zu erreichen. Der Bericht gibt klar Auskunft darüber, welche Faktoren sich besonders auf die gesundheitliche Versorgung und damit auch auf den reproduktiven Gesundheitszustand von Menschen auswirken: Bildungsstand, Einkommen und Wohnort. Deshalb setze ich mich auch für eine ganzheitliche Betrachtung der Millenniumsziele ein. Bildung, Einkommensmöglichkeiten, sauberes Wasser und die Stärkung von Frauenrechten sind für die Gesundheit ebenso wichtig wie der Zugang zu kurativen Dienstleistungen."

Deutschland räumt der selbstbestimmten Familienplanung höchste politische Priorität ein. Darum sollen die jährlichen Finanzmittel zur Unterstützung der selbstbestimmten Familien­planung und repro­duk­tiven Gesundheit ab 2011 auf 80 Millionen Euro im Jahr verdoppelt werden und zudem die Förderung der Bildungsarbeit für Familien­planung erhöht werden. Die Parlamen­tarische Staats­sekre­tärin betont: "Aber es geht nicht nur um Beträge – wichtig ist auch eine hohe Wirksamkeit der für die Entwicklungs­zusammenarbeit in der Familienplanung eingesetzten Mittel zu erreichen."

Die Maßnahmen der deutschen Entwicklungszusammenarbeit, insbesondere zur Förderung der Resolution 1325, zielen darauf ab, Opfer von sexueller Gewalt und ehemalige weibliche Kombattanten zu unterstützen, zum Beispiel durch psychologische und medizinische Beratung, Maßnahmen zur Reintegration oder der Schaffung von geschützten Räumen wie Frauenhäusern. Zudem fördert Deutschland den Zugang zu Rechtsprechung für Frauen: Dazu werden die Rechtsberatungs­angebote und Informationsmöglichkeiten für Frauen ausgebaut und es werden Möglichkeiten für Opfer geschaffen, als Nebenklägerinnen im Prozess mitzuwirken. Strafverfolgungs­institutionen werden in Post-Konfliktländern unterstützt.

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